bei Punkt
wurde unser Fall im letzten Jahr behandelt. Unsere übernächsten Nachbarn hatten damals an ihrem 8 Jahre alten Haus Schäden durch das Einrütteln unserer Spundwände angemeldet. Da Sie Interesse am Ausgang dieses Verfahrens anmeldeten, möchte ich mich doch noch einmal melden.
1992 hatten unsere Nachbarn auf nicht tragfähigem Untergrund ein massiv gebautes Einfamilienhaus mit seitlich angesetzter Garage auf Streifenfundament ohne Bodenaustausch in einer Platte gesetzt. Nachdem die Platte gegossen war, stellte unser Nachbar fest, dass eine vorgesehene 2-Stufige versetzte Ebene, die 2/3 der Hausfundament-Fläche zur Garagenseite einnehmen sollte, vergessen wurde. Weil die Zeit drängte, hat der Bauunternehmer kurzerhand noch einmal rundgemauert, und den Hohlraum mit Sand verfüllt. Darauf kam eine erneute Platte, es wurden Innenwände draufgestellt, und auf den Estrich kam weiß-grauer Marmorbelag (ohne Dehnungsfugen). Wegen dieser und anderer Bauprobleme behielt unser Nachbar damals 50000,- DM ein, und kaufte sich für dieses Geld ein neues Auto.
Ein paar Monate nach dem Einzug zeigten sich auf dem Marmorbelag rostbraune Ausblühungen, Ameisen krochen durch die abgelöste Silikonfuge zwischen Fußleiste und Boden, der Bauunternehmer reagierte nicht mehr auf Anrufe und Anschreiben.
2001 begannen wir mit dem Anbau an unser knapp 40 m entferntes Einfamilienhaus. Da wir von dem gleichen Bauunternehmer (unter anderer Leitung als unsere Nachbarn) die Fundament- und Maurerarbeiten (Fundamentarbeiten, Maurerarbeiten) machen ließen, sprach mich unsere Nachbarin an, ihr den Firmenchef dieser Firma wegen alter Schäden einmal vorbeizuschicken. Ich sagte ihm, dass unsere Nachbarin ihn gerne noch einmal an ihrem Haus sähe, aber er zierte sich, bis sie ihn dann auf unserem Richtfest erwischte, und abschleppte.
Seit diesem Zeitpunkt hieß es plötzlich, das Haus unserer Nachbarn habe keine alten, sondern neue Schäden, die durch das Einrütteln unserer Spundwände aufgetreten seien. Bei uns im Haus klirrten während des Einrüttelns nur ein paar aufeinandergestapelte Gläser im Küchenschrank. Bei der Schadensbegutachtung unseres Bauleiters und mir sahen wir, dass als neu deklarierte Risse in weißen Fliesen schwarz verfärbt waren, hinter abgeplatzten Steinen bereits alte Spinnennester und weiße Ausblühungen waren. Ein Waschbecken, das gesprungen war, wollten wir zur Wiederherstellung des Nachbarschaftsfriedens ohne Anerkennung der Schuld ersetzen lassen, aber unsere Nachbarn bestanden auf ihren Forderungen, und verklagten uns.
10 Monate später kam im Februar jetzt der vom Gericht bestellte Gutachter. Er stellte fest, dass sich der Boden im Bereich sämtlicher Risse abgesenkt hatte, beide Waschbecken, die im Bad im Obergeschoss gesprungen sind (das zweite muss später gerissen sein), im Rissbereich einen Versatz aufweisen, sich in einer Rissfuge in der Garage alte Farbreste befinden, andere Risse in der Garage durch eine horizontale Verschiebung entstanden sind, ... Sämtliche Risse befinden sich im Bereich der versetzten Ebene und in der angrenzenden Garage.
Und sein Ergebnis: die Versicherung unseres Tiefbauunternehmers soll den Austausch des Marmorbelages im Erdgeschoss, die zwei Waschbecken im Obergeschoss, und zwei der Wandrisse im Erdgeschoss übernehmen. Die Wandrisse im Obergeschoss und in den Garagenwänden bekommen sie nicht bezahlt.
Soweit der Sachstand. Mal sehen, was folgt.
Viele Grüße