Ich stehe vor der Frage, ob ich mein Haus mit Keller bauen soll oder nicht.
Die Frage klingt harmlos, aber es ist kompliziert!
Ich lebe in Norddeutschland, hier gibt es keine Hänge. Nur Deiche. Mein Baufeld liegt auf einem Deich, in der Stadt, relativ enge Bebauung. Der Garten dahinter ca. eine Geschosshöhe tiefer. Der Baugrund ist "murks". Das Grundstück ist ein Traum, in der Nähe eines Flusses gelegen – aber auch ein Alptraum ... :
Gegen einen Keller spricht:
- Hohe Baukosten für einen Keller (erstrecht für einen Wohnkeller). Das Grundstück ist groß genug, ich könnte das Haus größer bauen und benötige nicht dringend einen Keller.
- Im Boden sind PAK-Reste (Z 1.2) Die stammen von einem im Krieg zerbombten Haus, das wohl auch ausbrannte. Allein die Entsorgungskosten könnten bis zu 30.000 € betragen!
Für einen Keller spricht:
- Hanggrundstück, der Keller wäre zum Garten hin eher ein Souterrain mit Bodentiefen Fenster, also attraktiv. Und "gefühlt" hätte ich lieber einen Keller.
- Ich muss sowieso 2 m tief auskoffern, lageweise wieder verdichten, um darauf zu bauen. Unklar, ob ich für Bau ohne Keller den Aushub komplett wieder verwenden kann, denn es sind Bauschuttreste enthalten.
- Ich baue links auf Grenze. Der Nachbar hat dort eine Einfahrt, die den Hang in Richtung Garten hinunter führt. Ich muss, wenn ich keinen Keller baue, hier bis zu 1,5 m abstützen, die ich höher liege. (Wie macht man das überhaupt?)
- Zur Gartenseite müsste ich ohne Keller noch eine größere Höhe abstützen, hier dann evtl. jede Menge Erde kaufen und anschütten, um eine Erd-Terrasse zu bauen, die das Haus stützt. Oder vielleicht sehr, sehr hohe Winkelsteine?
Fazit:
Die Kosten für die Erdarbeiten werden bei min. 40.000 € liegen. Erschwerend kommt hinzu: Ich muss den Kampfmitteldienst einschalten. Die Sonden schlagen auch auf Bauschutt, inkl. Backsteinen an. Bei einer ersten Begehung piepte es ohne Unterbrechung. D.h. die Auskofferungsarbeiten sind sehr aufwändig. Ich muss die Kosten des Bauens also mehr als Andere im Blick haben.
Zunächst wirkt es so, als sei ein Bungalow die kostengünstigste Alternative, doch die Abstützung zu den tiefer liegenden Bereichen macht mir Sorgen. Mein Statiker bestätigte, mit Keller sei es unkomplizierter.
Frage:
→ Wie würde ich einen Bungalow abfangen (ist das der Fachbegriff?), der 1,50 m höher liegt als die Einfahrt meines Nachbarn? Wie zum Garten hin, vielleicht 2,50 m überbrücken?
Meine Architektin kennt sich nach meiner Einschätzung mit der Hang-Problematik nicht gut aus, deshalb recherchiere ich nun hier. Vielleicht können Sie mir mit einer Einschätzung behilflich sein.
Danke!