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FI nachgerüstet - fliegt raus - fünf Kreise führen zur Auslösung

Liebes Forum,

ich habe heute (versucht) zwei 3-Phasen-FI in meiner Elektroinstallation nach zurüsten. Ein 3-Phasen-FI für Bad und Außenbereich, Sauna und Kraftsteckdose und ein 3-Phasen-FI für den Rest.

Dies hat auch soweit geklappt bis ich den Strom einschalten wollte :) Ich habe bei 5 von 12 Kreisen das Problem, dass der FI sofort beim Einschalten der jeweiligen Sicherung raus fliegt. Der FI für Bad, Außenbereich, Sauna und Kraftsteckdose funktioniert problemlos.

Ich vermute einen systematischen Installationsfehler (z. B. Schutzleiter und N irgendwo in der Installation kurzgeschlossen. Ich bin nun auf der Suche nach ein paar Tipps wie man das Problem eingrenzen und finden kann.

Mein Haus ist BJ 1992. Im Bad und Außenbereich gab es schon eine Absicherung über einen 1-Phasen-FI, welche auch (noch) funktioniert.

Danke und Gruß

Name:

  • Steffen
  1. FI heute RCD

    Der RCD ist ein Differenzstrommesser der prüft, ob der Hin-Strom auch der Rück-Strom ist. Überschreitet die Differenz den angegebenen Wert, dann löst er aus. Stromabfluss zur Erde kann über den Schutzleiter oder geerdete Rohre und Anlagen kommen. Auch ein Strom über schlechte Isolation kann dazu führen oder auch genullte Altgeräte. Zum Prüfen sollte man Stromkreis für Stromkreis die Isolation messen. Zu prüfen ist auch das gesamte Schutzleitersystem und auch ob der eingesetzte RCD wegen eventueller Oberwellen geeignet ist. Allerdings ist ein Schaltungsfehler am wahrscheinlichsten durch Verwendung von blau und gelb-grün für Schaltungszwecke. Erst mal alle Steckdosen freischalten und Elektronik und LED abschalten. Glimmlampen in Tastern sind auch gerne an den Schutzleiter angeschlossen und lösen aus.

    Name:

    • Klaus Kirschner
  2. Mit anderen Worten

    erst mal den Isolationswiderstand aller(!) abgehenden Leitungen gegen Erde und untereinander messen.

    Außerdem sollte man bei der Fehlersuche die Kreise nacheinander und ggf. einzeln anschließen. Das ist natürlich viel Arbeit, aber anders geht der lizensierte Fachmann auch nicht vor.

    Ein Verbindung von N und SL hinter dem "RCD" läßt den Schalter auch auslösen. Manchmal besteht da noch so etwas aus alten Zeiten.

  3. Hallo, sind die N der verschiedenen FI ...

    ... Hallo, sind die N der verschiedenen FI Kreise getrennt oder gehen die auf eine gemeinsame Schiene?

    Name:

    • Herr Jürgen Schu
  4. noch ein Tipp

    Benutzen Sie bei Wechselstronkreisen keine gemeinsamen RCD mit anschließender Aufteilung der Stromkreise sondern nehmen Sie RCD mit integrierter Sicherung. Auch die Verdrahtung ist wesentlich einfacher als mit der Unter-N-Schiene und der separaten Verteilung der Phasen nach dem RCD.

    Name:

    • Klaus Kirschner
  5. Kann es sein, daß nach dem "RCD"

    Geräte mit Leistungs-Halbleiterschaltungen angeschlossen sind?

    Es wird zwar immer gesagt, daß dann der Schalter im Fehlerfall gerade nicht auslösen würde. Aber ob d as immer zutrifft?

    Den letzten Tipp habe ich nicht verstanden.

    Der "RCD" muß doch unabhängig von der Aufteilung in einzelne Stromkreise funktionieren. Oder sehe ich das falsch?

  6. Vielen Dank!

    für die bisherigen Antworten. Ich freue mich sehr über die konstruktiven Antworten. Ich werde am Wochenende nochmal den Strom abschalten und auf Fehlersuche gehen. Zu den Fragen / Anmerkungen:

    • ja die beiden FI/RCD haben unterschiedliche Neutral-Schienen, welche (zumindest) nicht im Kasten verbunden sind. Ich vermute wenn dies so wäre, dann würden auch beide FI/RCD rausfliegen. Ich habe auch nochmal ein Bild angehängt (rechts oben sieht man die eine Schien, oben mittig die Andere)
    • ich habe keine "Großgeräte" angeschlossen. Verbunden waren zum Zeitpunkt des Einbaus am Wochenende lediglich Lampen und Geräte wie Fernseher, Fritzbox o. Ä. Herd und Heizung haben einen normalen Kaltgerätestecker, Heißwasser wird mit Gas erzeugt (also kein DLE)
    • eine Aufteilung der Phasen führt im allgemeinen nicht zu Problemen, lediglich wenn - wie beschrieben - N und PE später irgendwo kurzgeschlossen sind und der Strom zum Teil über PE zurück fließt.

    Danke und Gruß

    Anhang:

    Der Beitragsersteller hat versichert, dass der Anhang selbst erstellt wurde und keine Rechte verletzt.

    Name:

    • Steffen
  7. So weit, so gut!

    Liebes Forum,

    ich konnte natürlich nicht bis zum Wochenende warten und habe heute den problematischen Kreis identifiziert!

    Ich bin dabei wie folgt vorgegangen:

    • Die Hauptsicherungen raus; Spannungsfreiheit festgestellt
    • Trennung von N zwischen Zähler und Verteilungsschiene im Sicherungskasten
    • Isolationsmessung zwischen N und PE ==> ca. 1,5 Ohm <== d. h. wie erwartet irgendwo ein Schluss zwischen N und PE in der Installation!
    • Nach einander die jeweiligen N aus der Schiene geschraubt und immer wieder gemessen bis der Übeltäter gefunden war

    Ich habe nun provisorisch den betroffenen Kreis nach wie vor ohne FI/RCD angeschlossen, aber die restliche Installation ist nun abgesichert :)

    Am Wochenende werde ich den betroffenen Kreis prüfen. Ich hoffe ich finde den Schluss. Betroffen ist nämlich ein relativ großer Teil der Hausinstallation:

    • Esszimmer- und Flurlicht
    • Außenlampen unter dem Giebel
    • Carport-Beleuchtung

    Ich muss sagen ich bin ein wenig verwirrt, weil ich sowohl die Giebellampen als auch die Carport-Beleuchtung zum Außenbereich zählen würde und davon ausgegangen bin, dass diese bereits per FI/RCD abgesichert war...

    Noch einmal vielen Dank für die Beiträge. Ich berichte über den weiteren Fortschritt!

    Gruß

    Name:

    • Steffen
  8. Fehler gefunden - Es geht!

    Liebes Forum,

    ich habe den Fehler nun endlich gefunden.

    In der Deckenverkleidung war eine Abzweigdose wo alle unbenutzten N der Schalteranschlüsse (man braucht ja nur L zum Schalter ziehen) und die entsprechenden PE kurzgeschlossen waren. Ich habe die Verbindung von N und PE aufgehoben und den Kreis an den FI/RCD angeschlossen.

    Ich bin bei der Suche wie folgt vorgegangen:

    • L und N des betroffenen Kreises abgeklemmt
    • Impedanzmessung von N zu PE ==> 1,5 Ohm quasi Kurzschluss, folglich irgendwo im Kreis eine Verbindung von N und PE
    • Abzweigdose für Abzweigdose (bzw. Steckdose für Steckdose; Schalter für Schalter) den durchgeschliffenen N aufgetrennt und per Intervallschachtelung näher an die Problemstelle getastet (immer in die Richtung wo PE und N noch Kurzschluss hatten)

    Vielen Dank noch einmal für die wertvollen Tipps!

    Gruß Steffen

  9. Zitat "Ich habe die Verbindung von N ...

    ... Zitat
    "Ich habe die Verbindung von N und PE aufgehoben" Sicher das es keine klassische Nullung war?
    Die natürlich hinter einem FI nicht erlaubt ist. Also die Steckdosen, Leuchten... alle noch mal Prüfen. Liegt dort noch ein PE an?

    Name:

    • Herr Jürgen Schu
  10. Ich habe zum Abschluss alle Steckdosen ...

    ... und betroffenen Deckenlampen noch einmal geprüft. FI und PE funktionieren. Aber vielen Dank für den Hinweis.


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