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Keller

Fehlende Abdichtung/Dampfbremse auf angehängter Bodenplatte

​Hallo zusammen.

Zunächst mal möchte ich sagen, dass ich neu hier bin und sehr wenig Erfahrung im Bauwesen besitze. Dennoch hoffe ich hier einen Rat beüglich eines anstehenden Streits zu erhalten.

Kurzbeschreibung des Sachverhaltes:

  • EFHA in Holzständerbauweise mit Teilunterkellerung wurde im vergangenen Jahr errichtet
  • Es wurde versäumt eine Adbichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit auf dem Teil der Bodenplatte vorzunehmen, die nicht unterkellert ist
  • Architekt, Bauleiter und auch die ausführenden Firmen, die das hätten bemerken müssen, haben es nicht bemerkt
  • Nachdem das Haus komplett fertig gestellt und bezogen ist fiel das Fehlen aufgrund der Durchsicht von Bildmaterial auf

Details:

  • Haus wurde als DHH in Holzständerbauweise errichtet an ein bestehend unterkellertes EFH
  • Wegen der Notwendigkeit einer Unterfangung bei einem Vollkeller wurde stattdessen eine 3x10m angehängte Bodenplatte an einem 7x10m Keller gepalnt und errichtet
  • Aufbau des Fußbodens ist von oben nach unten:

Vinyldesignbelag

Trittschalldämmung mit integrierter Dampfbremse

Anhydrit Heizestrich 60mm

Tackerplattensystem 30mm

Styropor PS20SE WLG040 100mm

extra bewährte Bodenplatte 25cm (Betongüte laut Kellerfirma WU C25/30)

PE Folie

Sauberkeitsschicht Grobkies 10-15cm

Teilweisegewachsener und angeschüttetes Erdreich mit 2 Punktfundamenten im Arbeitsraum des Kellers

  • Bodengutachten hat kein Wasser festgestellt und Grundwasserspiegel theoretisch bei mehreren Metern unterhalb gew. Boden (deutlich unterhalb der Kellersohle)
  • Weil der Boden teilweise recht bindig ist und unterhalb der Kellersohle steinig wird, hat man den Lastfall "zeitweise aufstauendes Sickerwasser" festgelegt
  • Haus befindet sich in leichter Hanglage. Vor dem Haus ist das Pflaster auf Niveau der Bodenplatte. Nach ca. 1,5m gibt es eine Mauer und das Gelände (Parkplatz) befindet sich 1m weiter oberhalb.
  • Die angehängte Bodenplatte hat eine umlaufende Frostschürze von ca 80cm tiefe
  • Die Holsständerkonstuktion selbst hat Bitumenschutz an den aufstehenden Balken auf der Rohbetondecke (soweit auf den Bilder erkennbar)
  • Im Keller wurde eine Katja Sprint verlegt, auf der angehängten Bodenplatte im EGA jedoch "vergessen"

Nach ersten "Reklamationen" argumentieren die Firmen mit Aussagen wie:

"Das ist WU Beton, da kommt kein Wasser durch"

"Die Dampfmenge, die da diffundiert ist stark vernachlässigbar"

"Wo soll denn da Wasser herkommen, da ist eine Frostschürze und die Sauberkeitsschicht bricht eine eventuelle Kapilarwirkung"

"Wenn das ein Mangel wäre, wäre es unverhältnismäßig ohne konkreten Anlass das ganze Haus wieder zur Baustelle zu machen"

"Da passiert nichts"

...

..

.

Uns geht es bei der ganzen Sache nicht gut und bevor ich weitere Schritte einleite würde ich gerne mal die ein oder andere Meinung dazu hören.

Soweit habe ich mich bereits eingelesen, dass eine Dampfbremse eigentlich immer empfohlen bzw. gefordert ist und ein Gutachter auch dahingehend klar empfehlen wird das ganze zu Revidieren.

Eine andere Frage ist, ob es eine eine evtl. tatsächlich zu vernachlässigende Größe ist und die Baufirma Recht hat mit der Aussage, dass es Unverhältnismäßig sein kann das Ganze zu Beseitigen?

Vielen Dank vorab an alle Rat gebenden.

Petra und Marcel

Name:

  • Petra und Marcel G.
  1. Fragen:

    1.) Was wurde zwischen die WU-Beton-Bodenplatte und die Holztafeln (Wände) eingelegt? Meist ist doch dort zumindest eine Mauerwerkssperrbahn und ein Mörtelbett drunter?!
    2.) Sie haben im Fußbodenbereich unter dem Estrich eine WDA mit integrierter DS? Wie hoch ist der SDA-Wert dieser Dampfsperre/Dampfbremse? Wenn dieser sd-Wert hoch genug ist und der Estrich trocken war (CM-Probe???) dann kann es auch ohne die Dampfsperre auf der Bodenplatte funktionieren (KANN!!!).

    Wenn tatsächlich Restfeuchte aus der Bodenplatte nachstößt und die DS unter dem Estrich nicht dicht genug ´war, dann kann das andernfalls auch zu Schäden am recht dampfdichten Bodenbelag führen (Blasenbildung etc) - ob es dann an der fehlenden DS auf der Bodenplatte oder nicht doch vielleicht an Restfeuchte aus dem Estrich lag - darüber streiten anschließend die Gelehrten.

    Ansonsten nerven diese endlosen Diskussionen über "aufsteigende" Bodenfeuchte durch WU-Beton-Bodenplatten nicht unterkellerter Häuser. Sowas gibt es doch gar nicht!!!
    Die "Flächenabdichtung auf der Bodenplatte dient in solchen Fällen nur als Dampfsperre gegen die Restfeuchte eines noch jungen Betons, die nach oben ablüftet. Die vielgefürchtete Wasserdampfdiffusion durch WU-Beton-Bauteile tritt in nennenswerten Größen nur bei drückendendem Wasser bzw. stauendem Sickerwasser auf. Bei Bodenplatten, die weder durch seitliche Staunässe noch von unten durch Grundwasser beansprucht werden ist dies also unproblematisch. Die in DINA 18195, VOBA und BEB-Merkblatt geforderte Flächenabdichtung dient nur als Dampfsperre für die ersten Monate nach Baufertigstellung und ist danach eigentlich überflüssig, wenn die Bodenplatte einmal ausgetrocknet ist.

  2. Hallo und danke für Ihren Beitrag. ...

    ... Zu 1) Ja, die Holzständerwände sind mit einer art schwarzen bitumenfolie in U Form um die aufstehenden Wände "gesichert". Also diese stehen nicht direkt auf dem Rohbeton auf.

    Zu2) Ih denke nicht dass die Wärmedämmung eine Dampfsperre aufweist. Das sind nur 2x 5cm dicke Styroporplatten und drauf eine Tackerplatte, dir an den Stößen mit normalen Klebeband zusammengehalten ist. Darauf dann der Anhydritestrich.

    Interessant ist, dass ich bei Ihnen das erste mal lese, dass eine Dampfdiffusion ggf. Zu vernachlässigen ist?!

  3. JEIN

    Sie schreiben im Schichtenaufbau: "Trittschalldämmung mit integrierter Dampfbremse"

    Nun kommt es auf deren SDA-Wert an!!!

    Ich sage nur, dass es wohl keine über 50 Jahre andauernde Dampfdiffusion von unten nach oben geben wird. Ich sage aber auch, dass die in den ersten Monaten nachstoßende Baufeuchte aus der Bodenplatte dampfdichte Fußbodenbeläge schädigen kann, wenn keine Dampfsperre mit ausreichend hohem sd-Wert unter dem Estrich oder unter der Estrichdämmung vorhanden ist. Eine solche Abdichtung bzw. Dampfsperre wäre "Regel der Technik" gewesen!

    Sowas kann man z.B. mit WUFi rechnerisch simulieren. WENN Sie diesen Mangel akzeptieren, sollte er als Planungsfehler, Ausführungsfehler, Bauüberwachungsfehler in das Abnahmeprotokoll eingetragen werden und alle Beteiligten (Archi, Baleiter und GUA) können schon mal zusammenlegen (oder eine Bürgschaft oder einen entsprechenden Mängeleinbehalt stellen), für den Fall dass der Bodenbelag Schaden nimmt und dieser innerhalb der Gewährleistungszeit erneuert werden muss. Nur wenn das finanziell abgesichert ist inkl. aller Nebenarbeiten, dann können Sie vielleicht über den Verzicht auf Mängelbeseitigung nachdenken.

    Sie hätten aber sicher auch sehr gute Chancen alle EGA-Estriche rausreißen zu lassen und eine Abdichtung einbauen zu lassen. Es wird Ihnen jeder Gerichtssachverständige und Richter Recht geben, weil eine solche Abdichtung/Dampfsperre eben allgemein anerkannte Regel der Technik ist.

  4. Die Trittschalldämmung mit Dampfsperre ist aber ...

    ... nicht UNTERHALB des Estrich, sondern liegt AUF dem Estrich und damit direkt unter dem Vinyldesignbelag. Korrektur: Das ist glaube ich nicht mal eine echte Dampfbremse. Ist nur eine SilentAkustikmatte aus Polyurethan und wurde dann mit Aluband an den Stößen verklebt, damit nicht vo viel Feuchte an den Belag kommen kann :(

    Ganz ehrlich: Um den Bodenbelag mache ich mir mal gar keine Sorgen. Der ist mir inzwischen sowas von egal. Wegen der paar hundert Euro und dem Verlegeaufwand würde ich kein Fass aufmachen. Das mache ich an zwei Wochenenden neu und habe die Möglichkeit nochmal einen neuen Boden auszuwählen :)

    Mir geht es eher darum, das ich überall von "absaufendem" Estrich und Schimmelbildung in der Dämmebene (Styropor) lese.


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