Wir Bauten ein Haus, Stein auf Stein, mit einem sog. Bau-Coacher.
Am 08.11.03 sind wir eingezogen und haben das nachfolgende Problem sicherlich auch ein wenig schleifen lassen, aber so langsam wollen wir das mal erledigt haben.
Von Anfang an war geplant und im Gespräch, dass im Wohnzimmer ein Schwedenofen aufgestellt wird.
Wir haben einen zweizügigen Kamin.
Beide Züge sind mit 18 cm / 0,6 cm Edelstahlrohr ausgestattet. Nicht isoliert, laut Kaminkehrer aber zugelassen.
Wir haben während der Bauphase darauf geachtet, dass auch ja die Zentralheizung ins richtige Rohr reingesteckt wird, damit für den Schwedenofen im Wohnzimmer der richtige Kamin benutzt werden kann. Die Zentralheizung wurde auch richtig angeschlossen.
Wir haben auch, als wir gesehen haben, dass ein Edelstahlrohr auch für den Kamin, der für den Schwedenofen vorgesehen ist, eingezogen wurde und kein "Loch in der Wand" vorgesehen war, nochmals auf den Schwedenofen hingewiesen. Lt. Baubetreuer "kein Problem" das nachträglich zu machen.
Nachdem wir nun eingezogen sind, der Baubegleiter ausbezahlt und alle Arbeiten abgeschlossen sind, haben wir Mühe, einen Anschluss für den Schwedenofen herstellen zu lassen.
Normalerweise wird so ein Kamin ja mit Schamottsteinen hergestellt, Kernbohrung gemacht, Rohr rein und gut is. Der Ofenverkäufer hätte uns hier ca. 100,- €nen berechnet.
Lt. einem nun selbst beschafften Kaminbauer muss nun im eingerichteten Wohnzimmer
- Putz großflächig aufgeklopft werden
- Edelstahlrohr Segmentweise vom Dach aus herausgenommen bzw. angehoben werden
- Wanddurchlassrohr vom gleichen Hersteller wie Kamin organisiert und eingepasst werden
- was einem Aufwand von mind. 500 bis 700 € netto entspricht.
Bei kalkulierten Kosten von ca. 100,- € liegen wir jetzt plötzlich 5-7x höher.
Lt. Aussage Baubegleiter "war ihm nicht bewusst" dass da ein Edelstahlrohr eingezogen ist. Aber der Rohbauunternehmer müsse laut Vertrag für einen "funktionsfähigen Kamin" sorgen.
Rohbauunternehmer weigert sich,
a) einen Kaminbauer zu beauftragen
b) die Kosten für einen selbst beauftragten Kaminbauer zu übernehmen
Zitat: " Das ist nicht unsere Aufgabe. Wir konnten gar nicht wissen, in welcher Höhe das Loch hinkommt". Im übrigen hätte der Baubegleiter dem Edelstahlrohr zugestimmt, weil der Edelstahleinsatz ziemlich günstig beschafft werden konnte. Das Gewerk "funktionsfähiger Kamin" umfasse nicht den Anschluss des Schwedenofens.
Meine Frage:
- Hat jemand auch einen Schwedenofen, der in einen Kamin, gesetzt aus Porotonsteinen mit Edelstahleinsatz angeschlossen wurde?
- Wie hoch waren Ihre Kosten?
- Kann jemand was zu der Rechtslage sagen? Kann sich der Rohbauunternehmer herausreden oder umfasst die Vertragsklausel "funktionsfähiger Kamin" auch einen Rauchrohranschluss?
Meine Meinung ist
- zumindest das Material für den Mauerdurchlass (T-Stück, Edelstahl, kostet ca. 130,- €) müsste der Rohbauunternehmer zahlen
- ca. 100 € zahle ich gern selber, wäre beim Aufstellen des Ofens bei einem Kamin, wo nur eine Kernbohrung notwendig gewesen wäre sowieso angefallen
- Die Kosten für den Arbeitsaufwand hat m.E. der Baubegleiter verbockt und sollten von ihm getragen werden. (was er aber sicherlich nicht machen wird)
- Die notwendige Angabe der Höhe des Rauchrohranschlusses hätten wir während der Bauphase bereits mitteilen können, weil wir den Ofen sehr früh schon gekauft haben. Aber das war ja trotz Nachfrage "kein Problem" ...
Wie soll ich vorgehen?
Gruß, Christian