Die Anfangstemperatur des Wassers beträgt bei beiden Versuchen 22.5 °C, die Herdplatte ist kalt. Die Endtemperatur des Wassers wird 20 min nach dem Einschalten der Herdplatte (Stufe 1) gemessen. Die Endtemperatur beträgt beim ersten Versuch (ohne Alufolie) 70.7 °C, beim zweiten Versuch (mit Alufolie) 70.5 °C. Im Rahmen der Messgenauigkeit sind die Endtemperaturen also identisch.
Schlussfolgerungen: Eingequetscht verbaute Alumniumfolien sind trotz ausgezeichneter wärmereflektierenden Wirkung wärmetechnisch baupraktisch wirkungslos.
Erklärung: Der weitaus überwiegende Energieeintrag findet bei diesem Versuch durch Wärmeleitung in Luft statt. Der Einfluss der Wärmestrahlung ist im Vergleich zur (guten) Wärmeleitung in der (dünnen) Luftschicht zu vernachläßigen. Erst zusammen mit der Dämmwirkung eines hinreichend dicken Luftspalts (2 cm oder mehr) entfaltet die Alufolie ihre volle wärmetechnische Wirkung: Die Alufolie senkt dann dann k-Wert des Luftspalts von ca. 6.25 W/m²K auf ca. 1.25 W/m²K (horizontaler Wärmestrom). Dies entspricht etwa dem Dämmwert einer 3 cm dicken Dämmstoffschicht.
Caveats: So, wie eine Mineralfaserdämmung bei Durchfeuchtung ("Absaufen") Wirkung einbüssen kann, so kann auch das System Luftspalt+Alufolie langsam unwirksam werden. Und zwar bei nachlassender Reflexwirkung, sei es durch Staub, durch einen Kondensat-Film, durch Korrosion, oder sonst wie.
Nochmals ganz anders liegen die Dinge beim System "Alufolie + *belüfteter* Luftspalt" (beispielsweise reflektierende Unterspannbahn). Im Experiment entspräche das einem Luftspalt unterm Topf, durch den man zusätzlich noch Luft bläst. Dieses System unterbindet den Wärmeeintrag mit zunehmendem Luftstrom natürlich nochmals wesentlich effektiver als das System "Alufolie + (unbelüfteter) Luftspalt".
Wenn man also über die wärmetechnische Wirkung reflektierender Alufolie schreibt, sollte man immer zweifelsfrei klar machen, worum es sich handelt:
- eine ohne konstruktiven Abstand verbaute Alufolie (wärmetechnisch wirkungslos);
- eine mit konstruktivem Abstand von wenigstems 2 cm (im unbelüfteten Hohlraum) verbaute Alufolie (kann den k-Wert des Luftspalts maßgeblich senken, solange die Reflexwirkung erhalten bleibt, siehe oben);
- eine im *belüfteten* Hohlraum verbaute Alufolie, z.B. eine Unterspannbahn am hinterlüfteten Dach (kann den solaren Energieeintrag im Sommer nochmals deutlich bremsen, je nach Luftstrom).
Ob eine reflektierende Schichte also den gewünschten Beitrag zur Energieeinsparung leistet, hängt ganz vom fachgerechten Einbau ab (und natürlich von der langfristigen Verhinderung von Verstaubung etc.).
