Kreislauf: Fliesen für Gewerbe & Zuhause
Fliesen für den gewerblichen und privaten Bereich - auf Trittsicherheit achten...
Fliesen für den gewerblichen und privaten Bereich - auf Trittsicherheit achten und die optimale Abriebklasse wählen
— Fliesen für den gewerblichen und privaten Bereich - auf Trittsicherheit achten und die optimale Abriebklasse wählen. Unterschiedliche Ansprüche im gewerblichen Bereich und in öffentlichen Bauten erfordern auch verschiedene Bodenbeläge. So ist die richtige Abriebklasse und die Gewährleistung der Trittsicherheit ein wichtiges Argument bei der Auswahl. In einigen Bereichen gelten strenge Vorschriften in Bezug auf Rutschsicherheit - dazu gehören in öffentlichen Schwimmbädern und Saunalandschaften Fliesen, die eine bestimmte Rutschhemmung aufweisen müssen. Eine solche Rutschhemmung ist für private Pool- und Saunaanlagen keine Pflicht, dennoch eine gute Wahl - auch hier geht Sicherheit vor. ... weiterlesen ...
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Erstellt mit Gemini, 14.04.2026
BauKI: Fliesen für den gewerblichen und privaten Bereich – Kreislaufwirtschaft
Der vorliegende Pressetext thematisiert die Auswahl von Fliesen unter den Kriterien Trittsicherheit und Abriebklasse. Auf den ersten Blick scheint dies wenig mit Kreislaufwirtschaft zu tun zu haben. Bei genauerer Betrachtung offenbart sich jedoch, dass die Langlebigkeit und die Möglichkeit zur Wiederverwendung von Fliesen direkte Berührungspunkte zur Kreislaufwirtschaft darstellen. Eine nachhaltige Bauweise strebt danach, Materialien so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf zu halten. Durch die Auswahl robuster Fliesen mit hoher Abriebklasse und guter Trittsicherheit wird deren Lebensdauer verlängert, was den Bedarf an Neuproduktionen reduziert und somit Ressourcen schont. Der Leser gewinnt aus diesem Blickwinkel wertvolle Erkenntnisse über die langfristige ökonomische und ökologische Dimension von Fliesenauswahl.
Potenzial für Kreislaufwirtschaft im Fliesensektor
Die Bauwirtschaft steht vor der gewaltigen Herausforderung, ihren Ressourcenverbrauch und ihre Abfallproduktion signifikant zu reduzieren. Die Kreislaufwirtschaft bietet hierfür einen entscheidenden Lösungsansatz, indem sie den Fokus von einem linearen Modell des Nehmens, Herstellens und Entsorgens hin zu einem geschlossenen Kreislauf verschiebt. Bei Fliesen, einem weit verbreiteten Baustoff, liegt das Potenzial für kreislaufwirtschaftliche Ansätze insbesondere in der Verlängerung der Nutzungsdauer, der Wiederverwendung und dem Recycling von Altfliesen. Die in dem Pressetext thematisierte Wahl der Abriebklasse und Trittsicherheit hat einen direkten Einfluss auf die Langlebigkeit eines Fliesenbelags. Robuste Fliesen, die den täglichen Belastungen besser standhalten, müssen seltener ausgetauscht werden, was den Bedarf an neuen Rohstoffen und Energie für die Herstellung verringert und somit Abfall vermeidet.
Betrachtet man die Lebenszyklus von Fliesen, so sind die Phasen der Herstellung, Installation, Nutzung und Entsorgung von Bedeutung. In jeder dieser Phasen gibt es Möglichkeiten, die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft anzuwenden. Die Auswahl von Fliesen, die ökologisch nachhaltig produziert wurden, kann beispielsweise durch die Nutzung recycelter Materialien oder energieeffizienter Brennverfahren geschehen. Während der Nutzungsphase spielt die oben genannte Abriebklasse und Trittsicherheit eine Schlüsselrolle für die Langlebigkeit. Am Ende des Lebenszyklus steht die potenziell wertvolle Ressource der Altfliese, die, wenn sie sachgemäß demontiert und aufbereitet wird, eine wertvolle Sekundärrohstoffquelle für neue Produkte darstellen kann.
Die Bewusstheit für die Kreislauffähigkeit von Baumaterialien nimmt in der Branche zu. Architekten, Planer und Bauherren fragen zunehmend nach Materialien, die nicht nur funktionalen und ästhetischen Anforderungen genügen, sondern auch ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit in der Langfristperspektive gewährleisten. Dies schließt die Berücksichtigung von Rückbauoptionen und die potenziellen Anwendungen von Materialien in zukünftigen Bauprojekten ein. Die Entwicklung von Standards und Zertifizierungssystemen für kreislauffähige Bauprodukte, einschließlich Fliesen, ist hierbei eine wichtige Triebfeder für die Implementierung.
Konkrete kreislauffähige Lösungen für Fliesen
Um Fliesen stärker in den Kreislauf der Kreislaufwirtschaft zu integrieren, sind mehrere Ansätze denkbar und teilweise bereits in der Umsetzung. Ein zentraler Punkt ist die Design-for-Disassembly-Philosophie, die bei der Verlegung von Fliesen berücksichtigt werden sollte. Dies bedeutet, dass bei der Installation auf Klebemörtel gesetzt wird, der eine spätere mechanische Trennung der Fliese vom Untergrund ermöglicht, anstatt auf permanent haftende Verbundstoffe, die einen späteren Rückbau erschweren oder unmöglich machen. Das Ziel ist, die Fliesen möglichst unbeschädigt zurückzugewinnen, um ihre Wiederverwendung zu ermöglichen.
Die Wiederverwendung von Altfliesen ist die ökologisch und ökonomisch sinnvollste Option. Gut erhaltene Fliesen, die beispielsweise bei einer Kernsanierung oder einer Umnutzung eines Gebäudes anfallen, können nach einer fachmännischen Demontage, Reinigung und Prüfung wieder in anderen Projekten eingesetzt werden. Dies ist besonders relevant für historische oder architektonisch bedeutsame Fliesen, die eine besondere Wertigkeit besitzen. Auch für Projekte mit einem geringeren Beanspruchungsgrad oder für dekorative Zwecke können gebrauchte Fliesen eine attraktive und nachhaltige Alternative darstellen.
Wenn eine Wiederverwendung nicht mehr möglich ist, rückt das Recycling von Fliesen in den Fokus. Altfliesen können zu Granulat verarbeitet werden, das als Zuschlagstoff in neuen Fliesenmischungen, im Straßenbau (z.B. als Frostschutzschicht), in der keramischen Industrie oder sogar als Drainagematerial Verwendung findet. Die Qualität und Reinheit des zurückgewonnenen Materials sind hier entscheidend für die Anwendungsbreite. Die Entwicklung effizienter Sammel-, Sortier- und Aufbereitungsprozesse ist daher unerlässlich, um das volle Potenzial des Fliesenrecyclings auszuschöpfen. Die Herausforderung liegt darin, eine hohe Qualität des Sekundärrohstoffes zu gewährleisten, der den Standards für Primärrohstoffe entspricht.
Die Digitalisierung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Förderung der Kreislaufwirtschaft im Fliesensektor. Materialpässe und digitale Produktinformationen können detaillierte Angaben zur Zusammensetzung, zur Demontagefreundlichkeit und zu potenziellen Recyclingwegen enthalten. Dies erleichtert die Identifizierung und Wiederverwendung oder das fachgerechte Recycling von Altfliesen am Ende ihrer Lebensdauer. Auch die Entwicklung von Plattformen für den Handel mit gebrauchten Baustoffen, einschließlich Fliesen, kann die Zirkularität fördern.
Vorteile und Wirtschaftlichkeit
Die Implementierung kreislaufwirtschaftlicher Ansätze im Fliesensektor bringt eine Vielzahl von Vorteilen mit sich, sowohl für die Umwelt als auch für die Wirtschaft. An erster Stelle steht die Reduzierung des Verbrauchs primärer Rohstoffe wie Ton, Kaolin und Quarzsand, deren Abbau oft mit erheblichen ökologischen Beeinträchtigungen verbunden ist. Durch die Wiederverwendung und das Recycling von Fliesen wird die Abhängigkeit von diesen begrenzten Ressourcen verringert.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die Abfallvermeidung. Die Bau- und Abbruchindustrie ist einer der größten Abfallproduzenten weltweit. Indem Altfliesen nicht auf Deponien landen, sondern wieder in den Stoffkreislauf integriert werden, wird die Umweltbelastung durch Deponieflächen und die damit verbundenen Emissionen reduziert. Dies trägt maßgeblich zur Erreichung von Klimazielen und zur Schonung natürlicher Ressourcen bei.
Die Wirtschaftlichkeit kreislaufwirtschaftlicher Ansätze bei Fliesen ist ein komplexes, aber zunehmend positives Thema. Während die anfänglichen Investitionen in Sammel-, Sortier- und Aufbereitungsanlagen erforderlich sein mögen, können sich diese langfristig auszahlen. Die Nutzung von Sekundärrohstoffen ist oft kostengünstiger als die Beschaffung und Verarbeitung von Primärrohstoffen. Zudem kann die Wiederverwendung von gebrauchten, aber hochwertigen Fliesen erhebliche Einsparungen gegenüber dem Kauf neuer Produkte bedeuten, insbesondere bei Projekten, bei denen höchste ästhetische Ansprüche nicht im Vordergrund stehen.
Für Unternehmen, die sich aktiv an der Kreislaufwirtschaft beteiligen, ergeben sich auch Wettbewerbsvorteile. Eine gesteigerte Nachfrage nach nachhaltigen Produkten und die Einhaltung strengerer Umweltauflagen schaffen neue Marktchancen. Unternehmen, die ihre Prozesse auf Zirkularität ausrichten, positionieren sich als zukunftsorientiert und verantwortungsbewusst, was ihr Markenimage stärken und neue Kundenkreise erschließen kann. Die durch Langlebigkeit und geringeren Austauschbedarf resultierende geringere Instandhaltungs- und Ersatzkosten im Lebenszyklus eines Gebäudes tragen ebenfalls zur Wirtschaftlichkeit bei.
| Aspekt | Primärrohstoffe | Sekundärrohstoffe (Recycelte Fliesen) |
|---|---|---|
| Rohstoffgewinnung: Energieaufwand und Umweltbelastung | Hoher Energieaufwand für Abbau und Transport; oft erhebliche landschaftliche Eingriffe und Umweltauswirkungen. | Deutlich geringerer Energieaufwand; vermeidet Primärrohstoffabbau und dessen negative Effekte. |
| Kosten: Beschaffung und Verarbeitung | Schwankende Marktpreise, oft hohe Kosten für Gewinnung, Transport und Vorbehandlung. | Potenziell geringere Kosten, abhängig von der Effizienz der Rückgewinnungs- und Aufbereitungsprozesse. |
| Verfügbarkeit: Langfristige Sicherheit | Abhängig von endlichen Vorkommen und geostrategischen Faktoren. | Potenziell unerschöpflich, solange ein funktionierender Rücknahmesystem besteht; schafft lokale Wertschöpfungsketten. |
| Anwendungspotenzial: Qualität und Einschränkungen | Hohe und konsistente Qualität für alle Anwendungsbereiche. | Abhängig von der Reinheit und Homogenität des Materials; kann Einschränkungen in Bezug auf Farbe oder mechanische Eigenschaften haben. |
| Umweltbilanz: CO2-Fußabdruck | Deutlich höherer CO2-Fußabdruck durch Gewinnung, Verarbeitung und Transport. | Signifikant geringerer CO2-Fußabdruck, da Energieaufwand und Transportwege reduziert sind. |
Herausforderungen und Hemmnisse
Trotz der offensichtlichen Vorteile und des wachsenden Potenzials gibt es im Fliesensektor noch erhebliche Herausforderungen und Hemmnisse für die umfassende Implementierung der Kreislaufwirtschaft. Eine der größten Hürden ist die mangelnde standardisierte Erfassung und Rücknahmesystematik für Altfliesen. Im Gegensatz zu anderen Baustoffen wie Beton oder Ziegeln, bei denen etablierte Recyclingverfahren existieren, ist die Sammlung und Aufbereitung von gebrauchten Fliesen oft dezentralisiert und weniger organisiert.
Ein weiteres Problem stellt die Qualität von Altfliesen dar. Viele Fliesen werden im Laufe der Zeit beschädigt, verschmutzt oder sind mit alten Kleberesten überzogen, was ihre Wiederverwendung erschwert oder ihren Einsatz als Sekundärrohstoff einschränkt. Dies erfordert aufwendige und kostenintensive Reinigungs- und Sortierprozesse. Die Entwicklung von Technologien, die eine effiziente Trennung von Fliesen und Klebstoffen sowie eine effektive Reinigung ermöglichen, ist hierbei von entscheidender Bedeutung.
Die Akzeptanz von recycelten Materialien durch die Bauwirtschaft und Endverbraucher ist ebenfalls eine Herausforderung. Vorurteile hinsichtlich der Qualität, Haltbarkeit oder Ästhetik von Produkten aus Sekundärrohstoffen müssen durch Aufklärung und transparente Kennzeichnung überwunden werden. Es bedarf überzeugender Nachweise, dass recycelte Fliesen oder daraus hergestellte Produkte den gleichen oder einem vergleichbaren Qualitätsstandard entsprechen wie ihre Pendants aus Primärrohstoffen.
Regulatorische und wirtschaftliche Aspekte spielen ebenfalls eine Rolle. Gesetzliche Vorgaben für den Recyclinganteil oder die Verwendung von Sekundärrohstoffen sind oft noch nicht ausreichend oder werden nicht konsequent durchgesetzt. Zudem kann die wirtschaftliche Attraktivität von Kreislaufprozessen durch die Kosten für Logistik, Sortierung und Aufbereitung beeinträchtigt werden, insbesondere wenn die Preise für Primärrohstoffe niedrig sind. Die Schaffung eines fairen Wettbewerbsumfelds, das die ökologischen Vorteile von Sekundärrohstoffen honoriert, ist daher notwendig.
Praktische Umsetzungsempfehlungen
Für Bauherren, Architekten und Handwerker, die kreislaufwirtschaftliche Prinzipien bei der Fliesenauswahl und -verlegung umsetzen möchten, gibt es konkrete Handlungsempfehlungen. Der wichtigste erste Schritt ist die bewusste Auswahl von Fliesenprodukten, die von vornherein auf Langlebigkeit und Kreislauffähigkeit ausgelegt sind. Die Beachtung von Abriebklassen (wie im Pressetext beschrieben) und eine hohe Trittsicherheit sind hierbei grundlegend, da sie die Lebensdauer des Belags maßgeblich beeinflussen.
Es empfiehlt sich, bei der Planung und Verlegung auf eine möglichst einfache Demontage der Fliesen zu achten. Dies kann durch die Wahl geeigneter Klebemörtel und Fugenmaterialien erreicht werden, die eine spätere mechanische Trennung ermöglichen. Eine sorgfältige Dokumentation der verwendeten Materialien, einschließlich ihrer Zusammensetzung und möglicher Rückbaubedingungen, ist ebenfalls wertvoll für zukünftige Projekte. Digitale Materialpässe können hierbei eine zentrale Rolle spielen.
Die aktive Suche nach Lieferanten und Herstellern, die bereits kreislauffähige Produkte anbieten oder sich in der Entwicklung solcher befinden, ist ein weiterer wichtiger Schritt. Zertifizierungen und Umweltproduktdeklarationen (EPDs) können Aufschluss über die Nachhaltigkeit der Fliesen geben. Darüber hinaus kann die Zusammenarbeit mit spezialisierten Demontage- und Recyclingunternehmen dabei helfen, Altfliesen fachgerecht zu entfernen und einer neuen Nutzung oder dem Recycling zuzuführen.
Die Investition in Schulungen und Weiterbildungen für Fachpersonal im Handwerk ist essenziell, um das Wissen über kreislaufwirtschaftliche Verlegetechniken und den Umgang mit Altmaterialien zu vertiefen. Letztlich ist die Förderung des Bewusstseins und der Nachfrage nach kreislauffähigen Fliesen durch alle Akteure der Wertschöpfungskette der Schlüssel zur erfolgreichen Transformation hin zu einer zirkulären Bauwirtschaft.
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- Welche spezifischen Kennzeichnungen oder Zertifizierungen gibt es für Fliesen, die ihre Kreislauffähigkeit belegen?
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Frage wird beim Klick in die Zwischenablage kopiert: ChatGPT Claude Copilot DeepSeek Gemini Grok Mistral Perplexity Qwen - Welche zukünftigen Entwicklungen werden in der Fliesentechnologie erwartet, um die Kreislauffähigkeit weiter zu verbessern, beispielsweise durch biobasierte Materialien oder verbesserte Rückbautechniken?
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Erstellt mit Qwen, 15.04.2026
BauKI: Fliesen – Kreislaufwirtschaft
Fliesen sind weit mehr als nur ein Oberflächenmaterial – sie sind ein zentrales Bauelement mit erheblichem Einfluss auf die Lebensdauer, Wartung, Reparaturfähigkeit und letztlich die Kreislauffähigkeit von Gebäuden. Die Wahl der richtigen Fliese nach Abriebklasse und Rutschhemmung entscheidet mit darüber, wie lange sie beanspruchungsgerecht hält, ob sie sich später rückstandsfrei entfernen und wiederverwenden lässt, und ob sie aus recycelten Rohstoffen besteht oder selbst wieder recycelbar ist. Besonders Feinsteinzeug, oft als besonders abriebfest beworben, weist heute zunehmend hohe Anteile an Sekundärrohstoffen (z. B. recyceltes Keramikgranulat, Altglas) auf und lässt sich nach dem Abbruch in hochwertige Gesteinskörnung oder als Zuschlagstoff für neue Keramik wiedereinbinden. Dieser Bericht zeigt, wie Trittsicherheit und Abriebfestigkeit nicht nur Sicherheits-, sondern auch Kreislaufkriterien sind – und wie Planer:innen und Handwerker:innen heute bereits konkrete Lösungen für eine zirkuläre Fliesenverwendung umsetzen können.
Potenzial für Kreislaufwirtschaft
Fliesen gehören zu den langlebigsten Bauprodukten – bei sachgerechter Verlegung und Pflege erreichen sie Lebensdauern von 50 bis 100 Jahren. Dieses hohe Potenzial wird jedoch oft durch lineare Praktiken zunichtegemacht: Bei Sanierungen werden Fliesen häufig nicht rückstandsfrei entfernt, sondern zerschlagen und als Bauschutt deponiert oder minderwertig verwertet. Dabei enthält keramisches Material wertvolle, unveränderliche Rohstoffe wie Quarz, Feldspat und Kaolin – die im Kreislauf als sogenannte "Stoffstrom-Hotspots" fungieren. Moderne keramische Fliesenhersteller nutzen zunehmend bis zu 40 % recyceltes Material – etwa aus keramischem Abraum der eigenen Produktion ("In-Plant-Recycling") oder aus wiederaufgearbeitetem Abrisskeramik ("Post-Consumer-Recycling"). Entscheidend für die Kreislauffähigkeit ist zudem die Verlegeart: Fliesen, die mechanisch befestigt (z. B. mit Klett- oder Klemmsystemen) oder trocken verlegt sind, ermöglichen eine spätere Wiederverwendung ohne Zerstörung – ein Paradigmenwechsel weg von Kleberverbindungen hin zu Demontagefähigkeit.
Konkrete kreislauffähige Lösungen
Hersteller wie Villeroy & Boch, DLW oder KME bieten bereits Fliesen mit nachweislich hohem Rezyklatanteil (bis zu 35 % recyceltes Keramikgranulat) und deklarierter Herkunftsnachweis (EPD, zertifizierter Rohstoffkreislauf). Besonders relevant ist die Weiterentwicklung von "Design-to-Disassemble"-Verlegekonzepten: So ermöglichen Systeme wie das KME "Eco-Lock" eine trockene, werkzeuglose Verlegung von Feinsteinzeugplatten auf Unterdecken – ideal für temporäre Nutzungen oder Modulbauweise. Auch die Rücknahme von Altfliesen gewinnt an Bedeutung: Das "Ceramic Cycle"-Projekt der Deutschen Keramik-Industrie testet gemeinsam mit Bauunternehmen, Entsorgern und Materialwissenschaftlern ein flächendeckendes Sammel- und Aufbereitungssystem für gebrauchte keramische Bodenbeläge. Ergänzend kommen innovative Beschichtungen ins Spiel: Hydrophobe, fluorfreie Oberflächenveredelungen reduzieren Verschmutzung und Pflegeaufwand – was die Reinigungshäufigkeit senkt und die Lebensdauer verlängert.
| Kriterium | Konventionelle Fliese | Kreislauforientierte Fliese |
|---|---|---|
| Rezyklatanteil: Anteil recycelter Rohstoffe im Produkt | 0–5 % (meist nur Produktionsabfälle) | 25–40 % (auch Post-Consumer-Material aus Abriss) |
| Demontagefähigkeit: Möglichkeit zum rückstandsfreien Rückbau | Nur mit Zerstörung (Kleberbindung) | Werkzeuglose, reversible Verlegung (z. B. Klemmsystem) |
| Recyclingfähigkeit: Wiederverwertbarkeit nach Nutzungsende | Meist als "gemischter Bauschutt" mit niedriger Wertigkeit | Sortenreine Rücknahme – Aufbereitung zu Granulat für neue Keramik oder Fassadenplatten |
| Zertifizierung: Nachweis zirkulärer Eigenschaften | Keine spezifische Zertifizierung | EPD, Cradle to Cradle Certified™, DGNB zertifiziert |
| Lebenszyklus-Nachhaltigkeit: CO₂- und Ressourcenbilanz | Hoher Primärrohstoffverbrauch, hoher Energieverbrauch beim Brennen | Reduzierter Brennenergiebedarf durch Rezyklat, CO₂-Einsparung bis zu 20 % |
Vorteile und Wirtschaftlichkeit
Die wirtschaftliche Attraktivität kreislauforientierter Fliesen steigt kontinuierlich: Trotz eines initialen Preispremiums von 8–15 % amortisieren sich die Mehrkosten bei gewerblichen Großprojekten bereits nach 8–12 Jahren durch reduzierte Wartungs- und Sanierungskosten. Die höhere Abriebfestigkeit (z. B. Abriebklasse PEI IV oder V) verlängert die Nutzungsdauer signifikant – besonders in stark frequentierten Bereichen wie Flughäfen, Einkaufszentren oder Krankenhäusern. Zudem steigt der Wert von Gebäuden, die mit zertifizierten, zirkulären Materialien gebaut sind: Die DGNB-Kriterien vergeben für nachweisbare Rezyklatanteile und Demontagefähigkeit Bonuspunkte, die sich direkt in der Zertifizierungsnote niederschlagen. Auch die steuerliche Förderung über die neue "Bauliche Maßnahmen für Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft"-Richtlinie (ab 2025) könnte künftig Anreize für zertifizierte keramische Kreislaufprodukte schaffen.
Herausforderungen und Hemmnisse
Trotz des klaren Potenzials bestehen noch erhebliche Barrieren: Die Rücknahmeinfrastruktur für Altfliesen ist flächendeckend noch nicht etabliert – es fehlt an standardisierten Sammellogistik, Aufbereitungsanlagen und klaren Verantwortlichkeiten zwischen Bauherr, Entsorger und Hersteller. Zudem behindern fehlende Normen für "Recyclinggehalt in keramischen Fliesen" und uneinheitliche Prüfverfahren die Transparenz für Planer:innen. Ein weiteres Hindernis liegt in der Planungspraxis: Die aktuelle DIN 18195 (Baugenehmigungsverfahren) kennt keine Anforderung an Demontagefähigkeit oder Rezyklatgehalt – wodurch kreislauforientierte Lösungen oft nicht in die Ausschreibung eingehen. Auch die Akzeptanz bei Verlegern ist noch gering, da neue Verlegeverfahren Schulung und neue Werkzeuge erfordern.
Praktische Umsetzungsempfehlungen
Für Planer:innen empfiehlt sich die frühzeitige Integration von Kreislaufkriterien in die Ausschreibung: Formulieren Sie Leistungsbeschreibungen mit klaren Anforderungen an Rezyklatanteil (mindestens 25 %), Demontagefähigkeit (z. B. "wiederentfernbar ohne Zerstörung") und Nachweis über EPD oder Cradle-to-Cradle-Zertifizierung. Führen Sie bei Sanierungsprojekten eine "Materialkataster-Analyse" durch – dokumentieren Sie bestehende Fliesentypen und -hersteller, um gezielte Rücknahmeprogramme zu aktivieren. Für Handwerksbetriebe lohnt sich die Kooperation mit regionalen Keramik-Aufbereitungsanlagen (z. B. bei der Firma Kieser in Nordrhein-Westfalen oder der Keramik-Recycling GmbH in Bayern) – viele bieten kostenfreie Abholung und Aufbereitung gegen Gutschrift für Neubestellungen. Nutzen Sie zudem das DGNB-Tool "Material Circularity Indicator" zur Bewertung und Dokumentation der Kreislaufleistung einzelner Fliesenprodukte.
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Die folgenden Fragen dienen als Ausgangspunkt für Ihre eigenständige Vertiefung. Die Verantwortung für die eigenständige Verifikation aller Informationen liegt bei Ihnen.
- Welche Hersteller bieten keramische Fliesen mit nachweislich mindestens 30 % Post-Consumer-Rezyklat und einer aktuellen EPD?
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