lese hier sonst nur sporadisch mit, habe aber jetzt selber eine Thema, bei dem ich fachlichen Rat suche (habe idese Frage auch im grünen Forum gepostet).
Bei unserem vor 2 Jahren gekauften Haus mit BJ 2000 dringt an verschieden Stellen Wasser in den Keller ein. Ich habe dies erst mal 2 Jahre beobachtet, um mir eine Vorstellung des Schadens machen zu können. Kurzum: die vertikale (und vielleicht auch die Horizontalsperre) funktionieren nicht. Bausystem ist übrigens Styroporschalungssteine, aber statt vorschriftsmäßig mit KMB zu streichen, wurde eine dicke schwarze selbstklebende Folie aufgebracht, die ja aber in den Nuten des Steines nicht anliegen kann. Der eingegossene Beton sollte ja nicht kapillar sein.
Lastfall ist wohl aufstauendes Sickerwasser bei sehr bindigem Lehmboden.
Nun möchte ich die Außenabdichtung neu machen, wobei das Problem besteht, dass die hauptsächlich undichte Kellerwand eine Grenzwand zum Nachbarn ist. Deshalb bin ich auf das Erdschlitzverfahren gestoßen, wobei es sehr schwierig ist, Firmen im Privatbereich dafür zu finden (im Gewerbebereich wie Tunnel- / Kanalbau scheint das üblicher zu sein). Kurz gesagt funktioniert das so, dass mit einer Pressluftlanze das Erdreich an der Außenwand im Bereich von ca. 25 cm gelockert wird und gleichzeitig mit einer Art Riesenstaubsauger abgesaugt wird. So entsteht ein Schlitz von 25 cm Breite bis runter zum Fundament. Dabei wird nur Abschnittsweise abgesaugt, sodass nie die ganze Wand auf einmal freiliegt. In diesen Schlitz wird nun eine Dämmplatte mit ca. 3 cm Abstand durch Abstandhalter zur Außenwand gestellt und zum Erdreich hin gleich wieder verfüllt. In den verbleibenden Schlitz zur Außenwand wird ein spezieller Unterwasserbeton mit starker Anreicherung von Kunststofffasern eingegossen. Der Beton ist wohl fließfähig genug, um in alle Risse und Löcher einzulaufen und bleibt durch die Fasern auch im getrockneten Zustand elastisch und hat ein sehr geringes Schwundverhalten.
Zu Denken geben mir nun mehrere Punkte:
- wenn das Verfahren so toll ist (dauerhafte Abdichtung durch WU-Beton, kein Aufgraben und großer Bagger durch den gemachten Garten, etc.) warum ist das Verfahren dann nicht weiter verbreitet? Selbst mit googlen findet man nur wenig und ich habe gerade mal eine Firma gefunden, die mir nun ein Angebot erstellt hat.
- Ist der "Spezialbeton" wirklich zur dauerhaften Abdichtung geeignet? Woher weiß ich, dass beim Einfüllen keine Luftblasen oder unerreichte Stellen entstanden sind? Angeblich verfüllt sich der Schlitz wie bei einer Badewanne gleichmäßig von unten her.
- Gibt es ein Problem mit den Abstandhaltern zwischen Dämmplatte und Außenwand wegen der Dichtigkeit?
Weiß sonst noch jemand von dem Verfahren zu berichten. Wäre für jede Info dankbar, schließlich ist es mit ca. 800,- € brutto pro lfm nicht gerade ein billiger Spaß - allerdings reizt natürlich, dass zumindest beim Nachbarn nicht aufgegraben werden muss und Wand- vor Wand-System hört sich für mich auch erst mal einleuchtend an.
Liebe Grüße
der Rolf