Sehr geehrte Damen und Herren,
wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es eine Normbelastung, bei der sich sämtlicher Dämmstoff unter einem Estrich nur um 5 mm zusammendrücken darf (Summe aller Zusammendrückbarkeiten). Außerdem gibt es eine Wärmeschutzverordnung, nach der es im Keller nicht reicht, nur Trittschalldämmung zu verlegen. Es muss also Zusatzdämmung her. Die Zusammendrückbarkeit der Trittschalldämmung ist bekannt, ist sogar aufgedruckt. Millionenfach stellt sich daher die Frage, wie viele Millimeter sich eine 4 cm PS 20 Platte unter Normbelastung zusammendrückt, wie viele Millimeter eine 5 cm Platte, und so weiter. Leider ist es mir bis jetzt noch nicht gelungen, eine brauchbare Antwort zu finden. Ich habe das Internet abgesucht und eine Anfrage an ein Bauforum gestellt. Von letzterem erhielt ich die Antwort, das ein Architekt so etwas ausrechnen könnte. Ich kann mir das aber nicht vorstellen, dass jeder Architekt das selbst rechnen muss. Da wird doch nicht immer und immer wieder gerechnet! Die Handvoll möglicher Werte rechnet man doch nur einmal und hat sie dann irgendwo als Tabelle stehen! Wenn ich aber das Internet durchsuche, oder das Bauforum, finde ich nur allgemeine Angaben wie: Zusatzdämmung als PS 20 oder besser PS 30. Vielleicht rechnet auch gar keiner? PS 15 ist nicht zugelassen, also nehmen wir PS 20. Und wenn ich ein Angststatiker bin, so nehmen wir halt PS 30? Deshalb meine Frage an Sie als Hersteller: gibt es irgendwo eine Tabelle mit diesen immer wieder benötigten Werten oder muss das jeder immer und immer wieder rechnen? Und falls ja, wie rechnet man das und warum dann keine Hersteller-Tabelle für alle?
Ein Hersteller hat sofort und ausführlich geantwortet:
Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,
wir sind schon erstaunt, dass Ihnen niemand bei der Beantwortung der Fragen helfen konnte.
Grundsätzlich ist der Aufbau eines Estrichs eine genormte Anwendung. In dieser Norm wird die Estrichart und -Zusammensetzung beschrieben, aber auch die Verwendung von Wärme- und Trittschalldämmstoffen. Ebenfalls sind Hinweise für eine unterschiedliche Belegung mit z.B. keramischen Belägen vorhanden.
Unterteilt wird der Aufbau grob zwischen beheiztem und nicht beheiztem Estrich. In Abhängigkeit davon ergeben sich in den unterschiedlichen Konstruktionen normativ max. 5 oder max. 10 mm Zusammendrückung.
EPS Trittschalldämmstoffe sind ausgelegt auf eine Verkehrslast von 3,5 / 5,0 / 10,0 kN/m². Umgerechnet in kg entspricht das 350 kg, 500 kg oder 1000 kg. Die neuen EPS Trittschalldämmstoffe drücken sich praktisch nicht mehr in der Nutzungsphase (also im eingebautem Zustand) zusammen. Wenn Sie z.B. ein Produkt 30 - 3 einsetzen, so bleibt die Lieferdicke von 30 mm weitestgehend erhalten. Der Zusatz 3 besagt nur eine Stoffgröße des Produktes, nämlich die Zusammendrückung bei einer Belastung von 5 to/m², wie aus der Estrichnorm gefordert, um eine allgemeine Eignung der Anwendung nachzuweisen. Anderslautende Meinungen sind unrichtig.
Wärmedämmstoffe haben eine deutlich größere Lastaufnahme. Diese wird ausgedrückt durch den Wert "Druckspannung <=2 %". Hier wird geprüft, bei welcher Belastung die 2 % - Grenze erreicht wird und hochgerechnet auf eine 50 jährige Nutzungsdauer. Für ein EPS 20/040 beträgt sie ca. 3 to/m², für ein EPS 30/040 ca. 5,5 to/m². Beim Erreichen dieser (Dauer) -Belastung drückt der Wärmedämmstoff sich um max. 2 % seiner Ausgangsdicke zusammen. Da im Wohnungsbau i.d.R. rechnerisch 200 kg/m² (=2 kPa) angesetzt werden, lässt sich daraus ableiten, dass eine Zusammendrückung von Wärmedämmstoffen aus EPS für den Wohnungsbau praktisch keine Rolle spielt und daher zu vernachlässigen ist, bzw. nicht auftritt.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Dipl. -Ing.
Roland Lohsträter
- Technische Leitung -
PHILIPPINE GmbH & Co.
Dämmstoffsysteme KG
Bövinghauserstr. 50-58
44805 Bochum
Telefon: 0234 / 8796-152
Fax: 0234 / 8796-163
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(Genehmigung zur Veröffentlichung liegt vor)
Ich hoffe, das auch andere Selbstbauer nun klarer sehen!