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Außenwände und Fassaden

Klinker-Dämm-System in Elementbauweise

Guten Tag,
ich plane mein Wohnhaus mit einem Klinkersystem verkleiden zu lassen. Dabei habe ich drei Anbieter im Focus: Isoklinker, Böger-Systemklinker und den Haacke-Isolierklinker. Iso- und Böger-Systemklinker stellen ein Verbundelement auf Polyurethan-Klinker Basis her, Haacke dagegen "bloß" aus Styropor-Klinker. Äußerlich ähneln die Systeme einander, jedoch verfügt PURA gegenüber Styropor über bessere Dämmwerte. 1.Frage: Stimmt das, gerade im Hinblick auf die EnEVA?
Alle drei Anbieter sind zugelassen, aber nur bei Böger gab es umfangreiche Referenzen, Haacke konnte ebenfalls einiges aufweisen, bei Isoklinker sah das eher lau aus. 2.Frage: Hat jemand Erfahrungen im Umgang mit diesen Systemen? (Schmutzempfindlichkeit, Standsicherheit usw.)
Bei Böger und Haacke werden die Elemente durch sogenannte Befestigungsbuchsen an die Wand geschraubt, bei Isoklinker gibt es das nicht. 3.Frage: Sind solche Buchsen vorteilhafter oder eher nur Marketing?
Alle drei Anbieter arbeiten mit echten Klinkerriemchen (18 mm), aber nur Isoklinker und Böger bieten sowohl das Dünn-, Reichs- und Normalformat an, Haacke hingegen nur das Dünnformat. 4.Frage: Welches Größenformat ist für ein 2,5 geschossiges Wohnhaus empfehlenswert?
Gruß Martin K.

Name:

  • Martin Kriegel
  1. hhm

    ich habe etliche male alle drei systeme verbaut. böger - produziert erst seit ein paar jahren selbst - manufakturmäßig!
    vorher kaufte böger die elemente bei isoklinker. haacke ist ein industrieunternehmen - und - hat sicherlich genauso - wenn nicht mehr referenzen wie böger. isoklinker - montiert nicht selbst - sondern mit subs bzw. es sind montageunternehmen die die elemente kaufen - verkaufen - und montieren. bei böger war das zumindest (vor drei jahren) in meiner aktiven zeit ebenso. einzig haacke - produziert- verkauft - montiert selbst! haacke gibts seit über 125 jahren. ein solides unternehmen mit genügend eigenkapital. noch was zur erklärung! ich hab mit allen dreien nix mehr zu tun - und - bekomme weder provision noch irgendwas. ich antworte hier nur objektiv auf die ausführungen. wenn ich gefragt werden würde was ich mir kaufen würde und montieren ließe dann folgende reihenfolge: 1. Haacke 2. Isoklinker 3. wieder Haacke
    mfg
    jens

  2. Hallo, klingt ersteinmal interressant, ich habe aber noch ...

    Hallo,
    klingt ersteinmal interressant, ich habe aber noch die Frage zum Dämmverhalten, bei Haacke gibt es "nur" Styropor mit der WLG 035, bei den anderen Anbietern wird mit PU-Hartschaum gearbeitet, das bedeutet WLG 030! Mein Problem ist die Dimensionierung meiner ohnehin fast 38 cm starken Außenwände auf den U-Wert 0,35 W/qmK laut EnEVA?
    Ich befürchte, dass bei einer Dämmung meine Fensterlaibungen die z.T. kleinen Öffnungen zu "Schießscharten" verkommen.... (Haus ist Baujahr 36).
    Was ich auch bei Haacke vermiße, sind die Farbenvielfalt und Größenformate der PU-Klinker Anbieter. Deswegen nochmals meine Frage, wie wirkt ein Dünnformatklinker bei einem 2,5 geschossigem Gebäude? Immerhin ca. 350 qm Fläche.
    Gruß Martin Kriegel

  3. dann schaun sie sich mal eine geschnittene platte an

    bei böger - welliger epoxitharz (unterschiedlichste dämmdicke in einem element) plattten werden stumpf gestoßen - bei haacke - industrielle fertigung stufenfalz!
    >>>>>>> über die internetseite von böger muss ich schmunzeln! die produktion bei böger beschränkte sich meines wissens bis 2000 auf das in gehrung schneiden von isolierklinkerelementen der firma isolierklinker und verkleben mit epoxitharz und damit billigste herstellung von eckelementen. das sah von nahem nicht sonderlich gut aus. die mitbewerber verwendeten damals echte eckklinker. ich persönlich finde das dünnvormat besser geeignet! im übrigen gibts bei den mitbewerbern (auch haacke) ebenso wilde verbände. bei den steinen beschränkte sich hacke seinerzeit auf markenklinker mit einer gewissen härte - um das brechen der klinker bei der verarbeitung zu verhindern - ursprünglich wurden bei haacke mal gail-inax klinkerriemchen verwendet und später auf feldhausklinker umgestellt. farben dürfte es dennoch reichlich zur auswahl geben. das problem mit ihren fenstern verstehe ich. sind die fenster neu?
    alles in allem dürfte es wichtig sein ob sie im problemfall einen ansprechpartner wünschen der produziert und montiert oder einen vertrieb mit nachgeordneten fimen die montieren (rechtlich selbständig) und auch im ernstfall mal garantieansprüche zu stellen sind. ich für meinen teil halte soetwas für wichtiger als eventuell den einen oder anderen (weichen) klinker(farbton) mehr. aber das ist meine persönliche meinung.
    mfg
    jens

  4. Technische Fragen

    Mir ging s eigentlich um den technischen Hintergrund der Systeme, nicht um ein Ranking (wer ist länger dabei, wer hat den nettesten Service usw.). Vieleicht kann sich ein Gebäudeenergieberater oder Ingenieur sich meiner Fragen annehmen?
    Mein Problem wiederhole ich nochmals, meine Fensteröffnungen sind aufgrund der Wanddicke recht tiefliegend und darüberhinaus manchmal sehr klein. Bei der Verwendung eines Dämmstoffes mit einer geringeren WLG (z.B. PURA), könnte ich damit vielleicht den sogenannten Tunneleffekt vermeiden? 38er Wände zzgl. der entsprechenden Dämmstoffdicke (Styropor, PUR, Mineralwolle o.ä.) gemäß EnEVA könnten meine Öffnungen sowohl im Laibungsbereich als auch in der Gesamtdicke winzig aussehen lassen. Frage, wie vorteilhafter verhält sich WLG 030 zu 035?
    Systemkomponenten sämtlicher Anbieter kenne ich, Eckausbildung besteht aus orginalen Winkelriemchen. Läuferverband favorisiere ich. Klinkeroberfläche sollte hell bis weiß und schmutzunempfindlich sein, deshalb tendiere ich zu eher glatten Strukturen. Haacke bietet nur 2 Feldhaus-Töne in beige, Isolinker und Böger bieten u.a. einen Röben-Ton im Reichsformat mit dem Namen "Mont Blanc" an. Frage,sind Röben-Klinker wirklich qualitativ ihr Geld wert? Präzise, haben Röben-Klinker eine entsprechende Oberflächendichte um keinen Schmutz aufzunehmen?
    Vielen Dank, Gruß Martin Kriegel

  5. das mit den nur zwei hellen farben

    kann ich nicht glauben. es müsste auch naturweiß - und naturweiß genarbt geben. aus der diskussion um die wärmedämmung halte ich mich raus. ihre fenster würde ich in diesem zuge entweder erneuern und ohne anschlag (wenn möglich) neu einsetzen. darauf dürfte es bei der investition nicht ankommen.
    gruss
    jens

  6. Keinerlei Dämmsystem mit Schäumen und Gespinsten

    wäre die beste Entscheidung. An der Schumacher-Siedlung in Hamburg ging das schon mal im allergrößten Maßstab daneben. Näheres erfahren Sie auf den Links. Vor allem: http://www.renorga.de/verdaemmt/ http://www.konrad-fischer-info.de

  7. Systemklinker war die bessere Lösung

    Nachdem nun einige Jahre vergangen sind, habe ich die Möglichkeit wahr genommen und mich von der Qualität einer wärmegedämmten Klinkerfassade (System Böger)nach Jahren der Standzeit selber zu überzeugen. Fazit: Der Energieverbrauch des Zweifamilienhauses (Landkreis Oldenburg) soll laut Bewohner nachweislich um ca. 30-40 % geringer ausgefallen sein. Das Raumklima hat trotz vieler Grünpflanzen (Hydrokultur im Wohnbereich) nicht zu irgenwelchen Feuchtstellen an den inneren Außenwänden geführt. Im Gegenteil, bei 1-2 Luftwechselraten durch die Bewohner ist das Temperaturgefälle innerhalb eines Raumes (bspw. Raummitte zur Außenwand) um 2 Grad geringer. Auch die erneuerten Kunststofffenster haben in Verbindung mit deren Luftdichtheit nicht zu erkennbaren Problemen geführt. Das Mauerwerk (Kalksandtein+Putz MG II)in Verbindung mit dem Systemklinker (Systemdicke 80 mm) wurde auf Grundlage der EnEVA 2002 konzipiert.
    Anlässlich eines geplanten Anbaus an das vorhandene Objekt konnte ich auch die geöffnete Fassade betrachten und kann bestätigen, dass dieses WDV-System absolut intakt ist.

    Name:

    • Kurt Brück

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