Tiefbau und Spezialtiefbau

Rückstausicherung erforderlich?

In unserem Baugebiet gibt es getrennte Kanalanschlüsse für Schmutzwasser (liegt ca. 2,60 m tief) und Regenwasser (liegt ca. 0,80 m tief). Ich habe einiges über die Rückstauebene gelesen und frage mich jetzt:
1. Betrifft das Problem Rückstau nur den Regenwasserkanal, da Abwasser ja in einen separaten Kanal geht?
2. Wenn ja, dann könnte ja maximal in den Regenfallrohren Rückstau entstehen, der mich doch wohl nicht stören würde. Ein Überlaufen von Fäkalien/Abwasser würde meiner Vorstellung nach nicht passieren. Stimmt das, oder kann Rückstau auch im Schmutzwasserkanal entstehen?

Name:

  • Frank
  1. Was denken Sie

    passiert bei Rückstau im Schmutzwasserkanal?

  2. DIN 1986 Entwässerung

    Servus,
    die DINA sagt dazu, sinngemäß:
    ...Sanitärobjekte unterhalb der Rückstauebene (meist OK Straße)sind über eine Hebeanlage oder zugelassene Sperrelemente zu entwässern.
    That´s it

  3. siehe mal..

    die besten antworten darauf bekommen sie auf der homepage von kessel (http://www.kessel.de
    gehen Sie mal davon aus, dass alle Leitungen in der Strasse mal irgendwo miteinander verbunden sind.
    und - es gibt keine versicherung, die rückstauschäden finanziert.

  4. Mit der Rückstauebene ist

    folgendes gemeint:
    Wenn sich ein Abwasserkanal in der Straße durch Rückstau voll füllt, wird er an der niedrigsten Öffnung überlaufen. Wenn der Kanaldeckel der Straße tiefer als z. B. die unterste Toilette liegt, wird der Kanal über den Kanaldeckel überlaufen. Liegt die Toilette tiefer, wird er darüber überlaufen. Regenwasserleitungen sind unproblematisch, weil ihre Öffnungen (Dachrinnenabläufe)i. d. Regel über Straßenniveau liegen. Aber Vorsicht! Wenn Außenentwässerungen ohne Rückstausicherungen an den RW Kanal angeschlossen werden, müssen die Höhenverhältnisse entsprechend beachtet werden.
    Schöne Grüße aus Bochum

  5. Strenggenommen....

    ...kann es m.E. in einem Schmutzwasserkanal bei getrennter Entwässerung (eigener Schmutzwassersystem und eigenes Regenwassersystem) keinen Rückstau geben, denn die Wassermassen z.B. bei einem Gewitter laufen ja nicht in den Schmutzwasserkanal, wenn - ja wenn - alle Anlieger Ihre Regenrohre, Zisternenüberläufe usw. nicht an den Schmutwasserkanal angeschlossen haben. Aber wer weiß das schon...?
    Wenn wirklich nur Toiletten, Waschbecken usw. an den Schmutzwasserkanal angeschlossen, kann es bei den geringen Abflußmengen m.E. keinen Rückstau geben.

  6. Regenwasserrückstauebene

    Vorsicht! Die Rückstauebene bei Regenwasser ist meistens nicht die Dachrinne. In der Regel sind Regenfallrohre nicht Druckwasser dicht. Im Falle des Rückstaues tritt das Wasser somit an der Einmündung des Fallrohres in das Standrohr aus.In Hanglagen mit unterschiedlichen Standrohrhöhen hat es hier schon so manche unangenehme Überraschung gegeben.

  7. ne

    also die meisten (im Grunde fast alle) gemeinden und öffentlichen träger von entwässerungsanlagen haben zwar bereits teilweise (in Neubaugebieten) getrennte Leitungsführungen ABER diese erstrecken sich keinesfalls auf das gesamte Kanalnetz! eine gemeinde oder gar eine stadt, die im gesamten Kanalnetz vollständig getrennte leitungen hat ist mir nicht bekannt. es sogar so, dass es teilweise zwar vorschrift ist, bis zum übergabeschacht auf dem eigenen grundstück eine getrennte leitungsführung vorzusehen, ABER in der Strasse ist nur ein Mischwasserkanal!
    Sie können gern bei Ihrer Stadt bzw. dem Träger der Entwässerungsanlagen nachfragen, wie weit sich die getrennte Kanalführung erstreckt aber gehen Sie mal davon aus, dass spätestens in einer größeren Strasse damit schluß ist.

    • oder bin ich auf dem holzweg?
  8. Frau Krause!

    Was Sie schreiben ist nicht richtig. Ein Trennsystem ist ein Trennsystem und ein Mischsystem ist ein Mischsystem. Da wird nix aber auch gar nix vermischt und da endet auch kein Trennsystem nach einigen Straßen. Was Michael Liebler geschrieben hat ist das bisher einzig richtige in diesem Thread.
    mfg, Ortwin

    Name:

    • Ortwin Duddeck
  9. Kein Sanitär im Keller, Abwasser durch Kellerwand ok?

    Als zusätzliche Info: Ich plane, die Abwasserleitungen unter der Kellerdecke und dann durch die Kelleraußenwand zu führen, also höher als Kanalniveau. Außerdem sollen im Keller keine Toiletten, Bodenauslässe o. ä. sein. Die Waschmaschine will ich über eine kleine Hebepumpe in die Abwasserleitung unter der Kellerdecke hochpumpen.
    Bin ich damit dann sicher vor Rückstau?

    Name:

    • Frank
  10. Kleine Hebeanlage

    Servus,
    wenn Sie zur Entwässerung der Waschmaschine so eine kleine Hebeanlage von Sanibroy o.gl. verwenden, die Abwasserleitung im Bogen einmal knapp unter die Decke führen, wieder runter in den Kanal,dann sieht´es passabel aus. Optimal wäre, wenn dieser Bogen auch höher als die Straße wäre, sprich der Keller ca. 50 cm höher steht.
    @O. Duddeck, merci :-)

  11. wirklich?

    wohin wird der seperate Regenwasserkanal entwässert?

  12. wohl in den dafür vorgesehenen Anschluß der kommunalen ...

    wohl in den dafür vorgesehenen Anschluß der kommunalen Regenwasserleitung.
    Der kann dann in die Vorflut entwässern, oder manchmal wird sogar unter der Straße eine Versickerungsrigole angeordnet.

  13. PS HerrDudeck

    dann wäre bei Trennsystemen gar kein Rückstauschutz notwendig? so muss man es dann interpretieren - oder? weil: ohne Regenwasser=kein Rückstau!-und das ist ganz klar nicht so.
    Bei starken NIederschlägen muss Dimensionierungsbedingt immer mit Rückstau im Kanal gerechnet werden-alle Anschlusskanäle sind dann davon betroffen. Dabei spielen ALLE Anschlusskanäle eine Rolle. wie ich bereits gecshrieben habe, sind irgendwie alle Strassenkanäle (i.d.R. miteinander verbunden) da reicht schon beispielsweise aus, dass bei Rückstau das aus den Kanaldeckeln des Regenwasserkanals austertende WAsser seinen Weg durch die Entlüftungsöffnungen des Schmutzwasserkanals sucht - und was dann? ist z.B. in Tübinger Neubaugebieten vorgekommen!

  14. @Jana Krause

    Servus,
    bitte mal richtig lesen, was ich oben geschrieben habe.
    Die DINA unterscheidet in diesem Punkt keine Misch- oder Trennsystem.
    Sanitärobjekte, oder andere Schmutzwasseranschlüsse, auch wenn es nur für eine Waschmaschine ist, sind über eine Hebeanlage oder ein dafür zugelassenes Sperrelement zu entwässern.
    Basta.
    Ende der Diskussion, die keine sein dürfte, weil die Ausführung klar vorgeschrieben ist.
    Der Fragesteller hat einen richtigen Lösungsweg eingeschlagen.

  15. Vorflut bei Platzregen..

    rückstau durch (wenn auch nur kurzzeitige) überlastung der vorflut ist eine sehr häufige Ursache dafür, dass Regenwasser tieferliegende Gebiete kurzzeitig belastet, da es sich seinen weg (durch was auch immer) in die schmutzwasserkanalisation sucht
    eine vorflut klingt schön, ist aber für extrem starke (i.d.r. kurzzeitige) belastungen oft unzureichend.
    rigolenentwässerung unterirdisch? wer dimensioniert so etwas und wo wird dies bei öffentlichen trägern eingesetzt? eine versickerung ist gut und günstig aber bei kurzzeitigen starken regenfällen auch nicht so dimensionierbar.
    im endefekt ist eines doch wichtig, nämlich das egel bei welchem kanalsystem, immer mit rückstau zu rechnen ist. ausserdem ist dies gem DINA 1986 T1 abs.7 klar geregelt

    • natürlich ist die entwässerung unter der kellerdecke sinnvoll -beachten sie aber, dass sie frostfrei aus der kellerwand nach aussen kommen

    wichtig für ihre waschmaschiene ist, dass sie den schlauch mit der schlaufe über strassenniveau führen -dann sind sie sicher

  16. Sie bringen da einiges durcheinander, Jana.

    Rückstausicherung ist dann und nur dann notwendig, wenn Entwässerungsgegenstände im Haus unterhalb der Rückstauebene (meistens OK Straße) liegen (Siehe auch nochmaligen Beitrag von Michael Liebler). Wenn sie oberhalb liegen, kann es so viel regnen wie nur irgend möglich. Wo sich keine Öffnung befindet, kann auch nix austreten.
    Für anfallendes Regenwasser auf dem eigenen Grundstück wird sowieso keine Rückstausicherung benötigt, weil Regenwasserleitungen nicht durchs Haus geführt werden und dort somit auch keinen Überflutungsschaden anrichten können.
    Nein, es sind nicht alle Straßenkanäle miteinander verbunden. Nicht irgendwie und auch nicht in der Regel und auch ihre These, Rückstau gibts nur bei/mit Regenwasser ist ziemlich gewagt, denken Sie bitte noch mal drüber nach.
    Beim Lesen dieser ihrer Beiträge fällt mir immer wieder ein Spruch meines Großvaters ein: Sattle kein Pferd, das du nicht reiten kannst...
    mfg, Ortwin

    Name:

    • Ortwin Duddeck
  17. 1) Worum streitet Ihr?

    2)
    Rückstau in SW Kanälen kann auch durch Verstopfung entstehen.
    3)
    Hat die Stadt Hannover z.B. auch bei Neuanlage von Trennsystemen Strasseneinläufe bewusst an die SW-Kanäle angeschlossen, um eine Spülung der Kanäle durch RW herzustellen.
    4)
    Wenn Ihr streiten wollt, bitte über den Sinngehalt der Norm, aber nicht darüber, dass es eine Rückstauebene gibt - die IN DER REGEL OK Schachtdeckel ist. (Ganz nebenbei - es können andere Ebenen festgesetzt werden - behördlicherseits)
    ;-)))

  18. na da sind wir ja einer meinung..

    es geht doch um zwei punkte
    1. wenn, wie sie sagen, bei mischsystemen keine verbindung zwischen regen- und schmutzwasserkanal besteht, ist rücksatu ausgecshlossen-oder steh ich vor ner wand?wo soll der rückstau ohne regenwasser herkommen-bei ihrer variante?
    und
    2. ist beim fargestelle eine rückstauanlage notwendig? -nein, da er den entwässerungsschlauch für die waschmaschiene über die rückstaueben führen kann und somit der wasserstand im niedrigst gelegenen "geruchsverschluss" überhalb der rückstauebene liegt. sicher ist in dem schlauch kein "wasserstand" aber das physikalische prinzip ist das gleiche.

  19. genau Herr Dühlmeyer

    so seh ich das ja auch. selbst durch reparaturarbeiten an kanälen (und damit einhergehender "umleitung") kann rückstau entstehen.

  20. wer hat etwas von geschrieben dass ALLE Kanäle ...

    wer hat etwas von geschrieben, dass ALLE Kanäle miteinander verbunden sind? lesen sie bitte richtig, was geschrieben wurde.
    ich denke schon, dass das pferd was ich gesattelt habe gut zu reiten ist...

  21. Sockelhöhe nur 25 cm

    Eine muntere Diskussion, die ich da ausgelöst habe!
    50 cm höher als Straße geht wohl nicht, weil meine Sockelhöhe auf 25 cm über Straßenrand beschränkt ist (Vorschrift). Der Kanaldeckel liegt in der Straßenmitte etwas tiefer als der Straßenrand, so daß ich denke, daß die Abwasserleitung unter der Kellerdecke so etwas Straßenniveau hätte. Diese Leitung will ich dann kurz vor der Kellerwand verstürzen, um dann so rauszugehen, daß ich mit geringem Gefälle zum 2,60 m tiefen Schmutzwasserkanal komme.
    Das heißt dann, daß mein Abwasserrohr im unteren Bereich der Kelleraußenwand rausgeht, also deutlich tiefer als die Rückstauebene. Ist das Rohr denn so dicht, daß bei Rückstau nichts passiert? Die angeschlossenen Objekte liegen ja alle mindestens im Erdgeschoß (bis auf den Waschmaschinenanschluß unter der Decke)?

    Name:

    • Frank
  22. Alles büschen viel........

    Tach,
    habe beim Überfliegen der Streithahn-Beiträge noch kein einziges Mal den Begriff "Entwässerungs-Gesuch" entdeckt!? Dieses ist in unserer Gegend Pflicht. Sollte irgend etwas an Ihrem System nicht "regelkonform" sein, klopft das Entwässerungsunternehmen dem Antagsteller schon auf die Finger.
    Ich gehe mal davon aus, dass es Dieses Gesuch gibt?

    Name:

    • Herr Ste-030-Bar
  23. dicht..

    das rohr, welches sie nach aussen führen ist dicht (vorausgesetzt, es wurde ordentlich gearbeitet). wenn davon ausgegangen werden würde, dass derartige rohre fehlerhaft sind und daher rückstaugesichert werden müssten, würden sie die entwässerungsgegenstände im EGA über diese anlage entwässerung - und das ist nicht zulässig.
    Sie benötigen keine rückstauanlage. den washmaschienenanschluss können sie direkt unter der kellerdecke anschließen

  24. Vielen Dank!

    Herzlichen Dank an alle für die zahlreichen Kommentare! Dieses Forum hilft mir als Laien sehr. Viele Grüße und einen schönen Tag noch. Frank


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