Aufbau und Dämmung der Bodenplatte für Effizienzhaus 40
BAU-Forum: Neubau

Aufbau und Dämmung der Bodenplatte für Effizienzhaus 40

Ich möchte ein Fertighaus in Holzständerbauweise als Effizienzhaus 40 schlüsselfertig errichten lassen. Der Fertighaushersteller bietet das Haus ab Oberkante Bodenplatte an. Ich habe einen Vertrag, in dem die Bodenplatte wie folgt beschrieben ist:

7. Bodenplatte

7.1 Außenfundamente Die Außenfundamente für die Bodenplatte werden als umlaufende Frostschürze bis zu B0 am tief unter Gelände in 40 cm Breite aus Beton der Güte C 20/25 in Erde hergestellt.

7.2 Bodenplatte Die Bodenplatte wird aus Beton der Güte C 20/25 in 20 cm Starke hergestellt. Die Bodenplatte erhalt eine Bewehrung bestehend aus 2 Lagen Betonstahlmatten Q 188 A. Alternativ wird die Bodenplatte aus Stahlfaserbeton hergestellt. Für die Ebenheitstoleranz ist DINAbk. 18202 maßgebend. Unterhalb der Bodenplatte wird eine Schutzfolie verlegt. Zudem wird eine lastabtragende Perimeterdämmung in 120 mm Stärke und WLG 040 unterhalb der Bodenplatte verlegt.

7.3 Fundamenterder In den Außenfundamenten wird ein verzinkter Bandstahl auf Erdspießen verlegt. Eine Edelstahlanschlussfahne wird an benötigter Stelle aus der Bodenplatte herausgeführt. Uber den Einbau des Fundamenterders wird eine Fotodokumentation erstellt. Diese wird dem Bauherren zur Verfügung gestellt. Nach aktueller Norm ist für den Fundamenterder von einer Elektrofachkraft eine Widerstands-Messung vor dem Betonieren durchzufuhren. Dies ist vom Bauherren rechtzeilig in seinem Auftrag zu veranlassen, Sollte dies nicht rechtzeitig geschehen, werden die Außenfundamente betoniert und der Bauherr hat eine nachträgliche Widerstands-Messung durch eine Elektrofachkraft vornehmen zu lassen.

Dieser Beschreibung habe ich wie folgt widersprochen:

Ich habe ich festgestellt, dass mit der angegebenen Spezifikation die Vorgaben für ein KFWAbk.-40 Effizienzhaus so nicht zu erreichen sind. Hier wird ein U-Wert von >= 0,19 W/(m²·K) angegeben. Dafür ist z.B. eine XPS-Isolierung von ca. 16 cm der Wärmeleitgruppe 032 (0,032 W/(m·K)) oder ähnlich erforderlich. Die Angaben zum Aufbau der Bodenplatte waren etwas dürftig. Ich gehe einmal davon aus, dass eine Sauberkeitsschicht unter der Isolierung vorgesehen war. In der Regel wird für die Bodenplatte ein nur geringfügiger teurerer WU-Beton benutzt, anstatt des von Ihnen benutzen C20/25.

Daraufhin habe ich folgende Antwort erhalten:

Die Häuser inkl. der Bodenplatten entsprechen dem KFW 40 Standard. Eine Ausnahme gibt es unserer Kenntnis nach nur bei Sprossenfenstern, da sich diese negativ auf den gesamten Energieeinsparnachweis auswirken und dann stärkere oder bessere Dämmungen erforderlich werden.

Hier einmal ein Ausschnitt aus einem Energieeinsparnachweis für einen KfW 40 Bungalow mit vergleichbarer Größe bezogen auf die Bodenplatte. (siehe Bild)

Der Leistungsumfang der Bodenplatte mit einer 120 mm starken Perimeterdämmung unter der Bodenplatte ist auf den KFW 40 Standard für das Projekt abgestimmt.

Für die Bodenplatte ist kein WU-Beton erforderlich, da die Bodenplatte auf der Oberseite mit einer Abdichtung versehen wird. Der Lastfall „drückendes Wasser“ oder „aufstauendes Sickerwasser“ kommt bei einer Bodenplatte nicht vor. Gem. Statik reicht ein Beton der Güte C 20/25 für die Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit aus.

Bedingt durch die Einhaltung der Vorgaben an den Wärmeschutz und die Statik ist keine Anpassung des Auftrags der Bodenplatte erforderlich. Wenn Sie das gewünschte Haus so realisieren möchten, ist auch kein Rücktritt vom Auftrag der Bodenplatte nötig.

Jetzt meine Frage:

  • Kann mir jemand im Forum mitteilen, ob die angegebene Isolierung ausreicht und man tatsächlich auf WU-Beton verzichten kann?

Bei meinen Recherchen wurde immer WU-Beton verwendet. Die Isolierung unter der Bodenplatte war auch etwas dicker, um den geforderten U-Wert zu erreichen.

Vielen Dank im Voraus.

Anhang:

  • BAU.DE / BAU-Forum: 1. Bild zu Frage "Aufbau und Dämmung der Bodenplatte für Effizienzhaus 40" im BAU-Forum "Neubau"
Der Beitragsersteller hat versichert, dass der Anhang selbst erstellt wurde und keine Rechte verletzt.
  • Name:
  • Michael S.
  1. OT: Und wie erfolgt die seitliche Dämmung der Bodenplatte,...

    Foto von wiki

    ...des Haussockels, des Spritzwasserbereiches, also oberhalb der Frostschürze?
  2. Viel Text wenig individuelle Leistung für "schlüsselfertig"

    Foto von wiki

    Ich meine die Widerstandsmessung des Fundamenterders sollte im Auftrag des Errichters erfolgen, schon aus organisatorischen Gründen. Und der muss doch eigentlich auch nachweisen, dass der Erder korrekt verarbeitet wurde.

    Sollen das jetzt 2 Verträge/Aufträge mit dem gleichen Anbieter werden?

  3. Unterlagen vom Hersteller

    Foto von Martin G. Halbinger

    Der Nachweis von "einem" Kfw-Haus ist ungefähr genauso brauchbar, wie der TÜV-Bericht von irgendeinem anderen Auto. Was fordert Ihr Haushersteller in den Nachweisen für Ihr Haus? Wärmeschutz, Statik, Details usw.

    Man kann in den Berechnungen zwischen Bauteilen hin und her schieben.... bei besserer Außenwand darf die Bodenplatte schlechter gedämmt werden usw. somit sind Angaben zu anderen Häusern wertlos.

    Auch wäre wichtig, welcher Bodenaufbau auf die Bodenplatte kommt. Die Dämmung unter dem Estrich kann ja auch in Dicke und WLG variieren und den Gesamtaufbau verbessern...

    Wenn die schon einen Vertrag haben, ist ein nachverhandeln schwierig, hoffentlich ist es bisher nur ein Angebot. Wenn der Unterschied nicht klar ist, wäre ein Fachmann auf ihrer Seite des Verhandlungstisches sinnvoll...

  4. Aufbau der Bodenplatte

    Wenn ich es richtig verstehe wird der verzinkte Bandstahl von Beton ummantelt und darf durch die Dämmung und die Folie nicht die sog. Erdfühligkeit verlieren.

    Vor dem Betonieren verläuft der Bandstahl auf Befestigungseisen in der Luft über dem Erdreich und ist darüber hinaus mit der Bewehrung zu verbinden. Eine Messung ist zu diesem Zeitpunkt Unfug. .


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