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Neubau

Hohe Luftfeuchtigkeit im ganzen Haus

Hallo liebe Experten,
wir wohnen zur Miete in einem vor etwa 8 Monaten fertiggestellten Haus. Massiv Kalksandstein. Wohnkeller mit komplett offener Treppe. Bereits im Sommer bemerkten wir erhöhte Luftfeuchtigkeit (bis zu 85% - spürbar - klamme Kartons und Kleidung) Das Problem haben wir erstmal als Sommerkondensation (Keller kühl und offen) abgetan und zwei Entfeuchter angeschafft, die praktisch seitdem laufen. So konnten wir die Feuchtigkeit auf etwa 55 % senken. Aber nur so lange die Geräte laufen. Jetzt, wo es draußen kühler ist, hatten wir erwartet, dass sich das Problem erledigen wird. Tut es aber nicht. Sobald wir die Entfeuchter abschalten, steigt die rel. Feuchte bei etwa 21 Grad Raumtemparatur auf ca. 65-70% an (gemessen mit einem digitalen "Baumarkt"-Hygrometer mit sog. Schimmelwarner). Nun meine Frage, bevor ich mich nochmals mit dem Vermieter oder evtl. einem Sachverständigen auseinandersetze: Ist das vielleicht normal? Wir haben derzeit regnerisches Wetter und wohnen faktisch mitten im Wald. Muss ein Haus die äußere Luftfeuchtigkeit absorbieren können? Wenn es draußen trocken und windig ist, haben wir innen ca. 50% rel. Feuchte. Das heißt also, unser Innenklima macht JEDE Änderung des Außenklimas 1:1 mit. Ist das normal und ich evtl. nur überkritisch? Bitte Hilfe.
Johanna

Name:

  • Johanna Kohl
  1. Das ist normal. Muss keinen Mangel darstellen.

    Alles in der Natur sucht einen Ausgleich. Sie können effektiv nur dann das Haus austrocknen lassen, wenn die Luftfeuchtigkeit draußen geringer ist als drinnen. Und je nach Baustoffen und den in den Bauteilen gebundenen und / oder freien Wasser kann es bis zu 3 Jahre dauern, bis das Haus als "getrocknet" anzusehen ist.

  2. ...das bedeutet dann...

    ...dass ich erstmal mit den Entfeuchtern leben muss, ja? Ich meine, wenn ich jetzt Eigentümer wäre, aber wir sind Mieter! Da sind 3 Jahre eine lange Zeit, bis sich Lebensqualität einstellt...

  3. Was macht das für einen Unterschied?

    Ob Sie nun Mieter oder Eigentümer sind ist den Wänden doch total egal. Die Feuchtigkeit muss langsam raus. So oder so. In Waldgebieten mit höherer Luftfeuchtigkeit dauert das noch etwas länger als sonst.
    Sie hätten ja auch in ein älteres Haus ziehen können. Da gibt es solche Probleme nicht (oder nur im Schadensfall).
    Sie schreiben, Sie seien (fast) in den Wald gezogen. Beschweren Sie sich dann nächsten Sommer, dass die Bäume zuviel Schatten spenden?
    Nix für Ungut, aber das versteh wer will.

  4. ...Moment mal...bitte keine Unverschämtheiten! Sehr unsachliche Antwort auf ...

    ...Moment mal...bitte keine Unverschämtheiten! Sehr unsachliche Antwort auf eine sachliche Frage. Es macht einen sehr großen Unterschied, ob ich Mieter oder Eigentümer bin. Als Mieter besichtige ich ein Haus. Wenn es mir gefällt und die Konditionen in Ordnung sind, ziehe ich ein. Bei der Besichtigung war von Feuchte keine Spur (ordentlich gelüftet wahrscheinlich). Ich gehe davon aus, dass der Bau bezugsfertig ist. Dass ich als Mieter die Kosten für zwei Entfeuchter-Geräte und die erhöhten Stromkosten tragen muss, war im Vorfeld nicht absehbar und ist meine Kulanz. Ich zahle die Miete für ein bewohnbares Objekt. So einfach ist das!
    Den Wänden ist es in der Tat egal, wer in ihnen wohnt, mir als Bewohner ist aber nicht egal, ob ich in dem Objekt entweder gar nicht oder nur unter erhöhten Kosten als die, die mein Vertrag verspricht, wohnen kann. GENAU deshalb miete ich und baue nicht selbst.
    Und um bei albernen Vergleichen zu bleiben: Sie sitzen in einem Zug, der Zug hat 5 h Verspätung, weil die Bahn vergessen hat, ein Rad festzuziehen und der Zug entgleist. Dann beschweren sie sich bei der Bahn und verlangen den Fahrpreis zurück. Wie würden sie reagieren, wenn sie dann den Ratschlag bekämen: "Dem Rad ist es doch egal, ob sie eine Fahrkarte gelöst haben oder ihnen das ganze Unternehmen gehört. Als Fahrgast muss man damit rechnen, dass ein Rad abfällt und sich vor Einstieg vom ordnungsgemäßen Zustand des Zuges überzeugen. Sie hätten ja auch mit dem Auto fahren können!"
    Als Eigentümer weiß ich ganz anders, worauf ich mich einlasse. Da ziehe ich in ein Haus ein, dessen Entstehung ich von Anfang an begleitet und beaufsichtigt habe.
    Und übrigens: Bäume kann ich sehen, wenn ich ein Haus besichtige, nasse Wände nicht!

  5. Ho mein Rappe ho ...

    und zwar auf beiden Seiten.
    Also:
    Herr Rehwald hat sehr (vielleicht etwas zu sehr) überspitzt an den/Ihren gesunden Menschenverstand appeliert.
    ***
    Wer ein neugebautes Haus bezieht MUSS wissen, dass es dort über längere Zeit (1 - 2 Jahre) zu deutlich höheren Feuchtewerten als im Altbau kommen kann, weil die Baustoffe ihr Anmachwasser erstmal wieder abgeben müssen.
    In so weit nicht gleich schreien.
    Weiterhin muss man (vtl) sein Wohnverhalten umstellen. Wer in einem Altbau mit rel. undichten Fenstern gewohnt hat, brauchte nicht so häufig lüften, weil die Undichtigkeit das übernommen hat.
    Dies ist im Neubau nicht mehr gegeben -> ergo mehr stosslüften.
    Auch sind Aussagen wie - ich habe xy% rel. Feuchte ohne Temperaturangaben, Angaben zu Lüftungsverhalten, Heizverhalten und Aussenluftfeuchte nicht zu beurteilen, weil Parameter fehlen.
    ***
    Nicht immer gleich alles auf den Vermieter abschieben wollen. Der kann nämlich auch nix für die Baufeuchte.
    ***

  6. Kein Stress!

    Ist eigentlich alles in Ordnung. Wir kommen mit dem Vermieter super klar. Er ist wirklich nett und ihn nervt das Problem mindestens genauso wie uns. Deshalb übernehmen ja auch wir die Kosten für die Entfeuchter, weil wir uns so gut verstehen. Trotzdem sind wir eben nur Mieter. Dass es bei einem Neubau zu erhöhten Feuchtewerten kommen kann, weiß ich auch. Trotzdem erwarte ich einfach, dass ein vermieter ein Objekt nicht anbietet, bevor er gewährleisten kann, dass z.B. keine Schimmelgefahr wg. Feuchtigkeit entsteht. Davon gehe ich bei der Besichtigung aus. Und wenn der Bau noch nicht ausgetrocknet ist, ist der Vermieter verpflichtet, das den Interessenten mitzuteilen. Aber egal. Er hat es nicht gewusst und wir springen ihm deshalb auch nicht an die Gurgel. Eihgentlich zielte meine Frage auch auf etwas ganz anderes ab, und das ist bisher nicht beantwortet worden: Muss ein Haus die äußere Luftfeuchtigkeit absorbieren können? Ist also mehr eine bildende Frage. Dass die Feuchtigkeit innen ansteigt, wenn es draußen regnet ist selbstverständlich. Nur darf das genauso drastisch wie außen passieren? Gibts da irgendwelche Richtlinien. Ich hab bis jetzt immer nur in Mietwohnungen gewohnt und von dort kenne ich das Problem nicht. Ich will das ja nur verstehen.
    Bzgl. ihrer Aussage zu fehlenden Parametern: Temperaturangaben hab ich doch gemacht! 21 Grad relativ konstant im Haus. Lüftungsverhalten ist unerheblich, weil es mir ja eben darum ging, dass die Feuchte im Haus sofort ansteigt, wenn wir die Entfeuchter abschalten, ohne zu lüften (bei gleichbleibenden Temparaturen). Lüften wir dann (etwa stündlich für 5 min alles auf), normalisiert sich der Zustand, ca. 10 Minuten nach der Lüftung ist die Feuchte jedoch wieder hoch.

  7. NOCHMAL...

    ganz langsam zu mitschreiben ;-)))
    Haus wird errichtet mit Baustoffen, bei deren Verarbeitung Wasser zugegeben wird: Beton, Mörtel, Putz, Kleister, Farbe, Spaachtelmasse, Estrich.
    Hinzu kommt Niederschlagswasser, das während der Bauzeit in die Bauteile zieht.
    Soweit normal und alles kein Mangel.
    Nu kömmen der Tischler und der Dachdecker und machen den Bau zu.
    Ergo kann die Feuchte nur noch in die Innenraumluft entweichen und führt dort zu erhöhter Luftfeuchte. Und dies über 1, 2, manchmal auch drei Jahre.
    Je nach Bauweise, Bauzeit und Nutzerverhalten.
    ***
    Beim Lüften "schmeissen" Sie diese in die Luft gelangte Baufeuchte raus. Fenster zu und schon kommt Nachschub aus den raumbegrenzenden Bauteilen -> ruckizucki ist die Feuchte wieder angestiegen.
    Das hat nichts, aber auch gar nichts mit der Aussenluftfeuchte zu tun - ausser Sie hätten massive Zugerscheinungen.
    ***
    Früher hat man ganz arme Schweine in Neubauwohnungen gesteckt - für ne Mini-Miete, denen nen Holzofen reingestellt und die dann die Wohnungen trockenwohnen lassen. Das hat man zum Glück abgeschafft - denn heut wärens H IVA - Empfänger, die zu solch zweifelhafter Ehre gelangten.
    ***
    Im übrigen ist dies auch nichts, worauf IRGENDEIN Vermieter hinweisen muss - im Gegenteil, als Mieter bin ich verpflichtet, mir Gedanken darum zu machen, wie ich das mir anvertraute FREMDE Eigentum pfleglich behandeln kann und was ich tun muss, um dies in gutem Zustand zu erhalten!
    Nur weil die Immobilei wem anders gehört, müssen Sie nicht weniger über deren Nutzung nachdenken.
    ***

  8. Lieber Fragesteller....

    ....es ist nicht in jedemfall so, das die innere relative Luftfeuchtigkeit ansteigt wenn es draußen regnet. Dies als bildene Maßnahme:
    Vergleichen sie um ihr Lüftungsverhalten zu optimieren nicht die relativen Luftfeuchtigkeiten, sondern die absoluten der Innen- und Außenluft!
    Die günstigen Hygrometer zeigen leider nur die relative an. Entweder sie kaufen sich ein (sehr) teures Profigerät oder viel günstiger, sie erstellen sich eine Tabelle mit absoluten Feuchtigkeiten zu den verschiedenen Kombinationen von Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit (°C in 0,5er Schritten und rel.Luftfeuchte in 2,5er Schritten reicht i.d.R.).
    Denn wenn es draußen bitterkalt ist kann es ruhig in strömen Regnen und trotzdem lohnt das Lüften. Wenn es aber draußen sehr warm und heiter ist kann es unter Umständen falsch sein zu lüften.

  9. An Herrn Dühlmeyer: Die von ihnen gemachten Ausführungen ...

    An Herrn Dühlmeyer: Die von ihnen gemachten Ausführungen verstehe ich voll und ganz und sie sind mir bekannt. Dass ein Neubau Restfeuchte hat, ist mir mehr als klar. Dass ich mein Lüftungsverhalten umstellen muss, auch. Dass der Vermieter nicht auf ein abnormal erhöhtes Maß an Restfeuchte hinweisen muss, ist allerdings falsch. Das weiß ich aus meiner beruflichen Arbeit. Das diesbezügliche Urteil kann ich gern raussuchen. Wenn die Wohnqualität über Maßen eingeschränkt ist, kann man ihn auch dafür belangen. Wie bereits gesagt, niemand will das. Trotzdem kann es nicht sein, dass wir bei 8 Grad und weniger Außentemparatur abends ins Bett gehen und entweder die Wahl haben, Entfeuchter (sind laut) die ganze Nacht laufen zu lassen, oder am Morgen bei 75-85% rel. Feuchte in klammer Bettwäsche wieder aufzuwachen bzw. die Fenster sperrangelweit geöffnet zu lassen um Schimmelbildung vorzubeugen. Leider ist es bei uns genau so. Das stündliche Stoßlüften in der Nacht ist unzumutbar. Ganz zu schweigen von einer wertvollen Plattensammlung und einer nicht unerheblichen Bibliothek, die durch die erhöhte Feuchte bereits Schaden genommen haben. Im übrigen würde ich eine Mini-Miete zum Trockenwohnen unseres Hauses sehr begrüßen und mich dann auch nicht weiter beklagen :)
    An Herrn Heidemann: Danke für den Tipp und eine nicht emotional gefärbte Antwort. Ich werde ihren Rat in die Tat umsetzen.
    Johanna Kohl

  10. Meister Lampe

    • Dass der Vermieter nicht auf ein abnormal erhöhtes Maß an Restfeuchte hinweisen muss, ist allerdings falsch. Das weiß ich aus meiner beruflichen Arbeit. Das diesbezügliche Urteil kann ich gern raussuchen.*
    • und-
    • Im übrigen würde ich eine Mini-Miete zum Trockenwohnen unseres Hauses sehr begrüßen und mich dann auch nicht weiter beklagen*

    ..da läuft er lang..
    ;-)

  11. Definiere...

    abnormal erhöhtes Maß an Restfeuchte - und bitte objektive Definition ;-))).


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