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Keller

Nachträgliche Kellerabdichtung - Dämmplatten teiweilse lose

Guten Abend,

die erste Kellerwande unseres Hauses (Baujahr 1975) wurden kürzlich gegen drückendes Wasser abgedichtet von außen, da der Grundwasserpegel sehr hoch ist und es regelmäßig zu Wassereintritten in den Innenraum gekommen ist.

Als Abdichtungsmaterial wurde eine FPD Dickbeschichtung eines bekannten Herstellers (mit "R" am Anfang) aufgetragen. Anschließend wurde die Außenwand mit XPS Dämmplatten vollflächig geklebt ebenfalls mit einem Produkt von R. als Kleber. Dieses mal mit einer kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtung per Zahnspachtel. Soweit alles gut!

Nun ist mir vor wenigen Tagen aufgefallen, dass zwei der Platten sich etwas von der Wand gelöst haben. Sie klingen zu einem Teil hohl, wenn man da gegen klopft und bewegen sich, wenn man dagegen drückt. Zudem sind die Fugen zwischen den Platten etwas geweitet bzw. der Bitumkleber in den Fugen ist gerissen. Ich vermute mal laienhaft, dass es aufgrund der hohen Temperaturen der letzten Tage dazu gekommen ist.

Der ausführende Betrieb meinte nun, dass es sehr schwer ist die (fehlerhaften) Platte nun komplett zu lösen und wieder zu kleben, da die Gefahr besteht, dass man die Abdichtung beschädigt.

Zudem sei das wichtigste, dass die FPD intakt ist und keine weitere Gefahr besteht, wenn die Platten nicht komplett voll flächig kleben, da es sich um einen Anfüllschutz handelt.

Nun würde ich mir hier gerne weitere Meinungen einholen. Kann die Perimeterdämmung so bleiben und die Baugrube verfüllt werden. Oder muss bzw. kann überhaupt hier nachgebessert werden?

Eine weitere Frage: Kann ich auf eine Noppenbahn verzichten? Genügen die Dämmplatten als Anfüllschutz?

Viele Grüße

Name:

  • Maik
  1. hmmm

    Moin,

    schwierige Frage, weil:
    wenn die Platten geklebt sind und sich offenbar eine Schicht löst, dann stellt sich für mich die Frage welche der Schichten - nämlich der Kleber oder die KMB - sich tatsächlich gelöst hat. Richtig ist, dass XPS deutlichen temperaturbedingten Längenänderungen unterliegt und sich deshalb diese Erscheinungen zeigen können.
    zur Noppenbahn: Wenn der Füllgrund sich mit den XPS-Platten verkrallt, wie es nach meiner Auffassung nicht zu vermeiden ist, dann würde sich ein weiteres Ablösen einstellen, kann also nicht der Sinn der Sache sein. Es muss danach ein Gleitlager her. Das sind die Noppenbahnen, bei der bitte die Noppen vom Haus abgekehrt eingebaut werden müssen, da andernfalls sich die Noppen in die XPS-Platten drücken und das gleiche Erscheinungsbild wie bei einer Ausführung ohne Noppenbahn einstellen würde.

    Grüße

    stefan ibold

  2. Guter Einwand...

    Moin moin,

    wirklich guter Einwand mit der Frage nach "welche Schicht hat sich gelöst?". Nach etwas Überlegen und Prüfen glaube ich aber, dass sich wirklich nur die Platten mit dem Kleber gelöst haben, da sich benachbarte Platten nicht mitbewegen und gut an der Wand haften. Sprich: Wenn ich die eine lockere Platte an der linken Seite reindrücke, passiert mit der Platte links daneben nichts. Die Multi Baudicht 2K Abdichtung wurde auch mit Armierungsgewebe verstärkt. Ich denke, dass diese wie eine Lederhaut wenn dann ganz abgehen würde und die Bewegung auf andere Platten übertragen würde.

    Es mag zwar sein, dass der Kleber an der Abdichtungsschicht gut hält, aber wenn ich vorne auf den XPS Dämmplatten versuche einen kleineren Placken zu entfernen, lässt sich dieser von der Platte lösen. Vermutlich klebt nun der Kleber bombenfest auf der Abdichtung, hat sich aber von der Platte gelöst.

    Wenn man nun einfach mal davon ausgeht, dass nur die Platten locker sind: Muss ich mir da weiter Gedanken machen, oder hat das keinen Einfluss auf die Abdichtung an sich?

    Die Tatsache, dass zwei Platten schon locker sind, bestärkt meine Vermutung eine Noppenbahn mit Gleitschicht zu nutzen. Vielen Dank für den Hinweis!

    Viele Grüße
    Maik

  3. Besser Platten entfernen

    Grundsätzlich wurde die die Beschichtung und Beplankung mit XPS fachlich korrekt ausgeführt. Wie Herr Ibold absolut richtig ausführt, ist die Frage, ob sich die polymere Beschichtung oder die KMB gelöst hat. Da Sie in Ihrem Haus eine erhöhte Wasserbelastung haben, würde ich definitiv auf der Entfernung der Platten bestehen.

  4. Ok...überzeugt...

    Moin,

    die Argumente sind einleuchtend. Nach etwas rumdrucksen habe ich nun einen Termin zur Prüfung bekommen. Lieber nochmal prüfen lassen, als dass man später Probleme bekommt.

    Ich bin aber mal gespannt, wie die Platten herausgenommen werden können, da sie mittig liegen und bei der Dicke von 14cm auch eine Art Überlappung bzw. Nut und Feder hat. Hoffentlich wird das dann nicht verschlimmbessert.

    Viele Grüße
    Maik

  5. Vorsicht, drauf bestehen darf er nicht!

    Es bleibt dem Unternehmer überlassen, wie er nachbessert. Fordert der Bauherr unnötiges und übertriebenes, muss er für die Kosten einstehen, sodann der Unternehmer dies schriftlich nachweislich angezeigt hat.

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  6. Freundlich gefragt...

    Moin,

    ich hab einfach mal freundlich gefragt und drum gebeten. Heute war nun der Handwerker hier und hat die eine betroffene Platte rausgeschnitten. Siehe da...der Kleber war noch komplett an der Platte und hatte an der einen Seite keinen Kontakt mit der Wand. Wurde jetzt nach geklebt. Die Abdichtung selber dahinter ist bombenfest.

    Viele Grüße
    Maik

  7. Hinterläufigkeit der Platten?

    Sodann drückendes Wasser ansteht, müssen die Platten Vollflächig verklebt sein und dürfen nicht von Wasser hinterlaufen werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  8. Noch eine andere Frage...

    Der ausführende Handwerker meinte zu mir, dass das Reihenhaus scheinbar ohne Streifenfundament gebaut wurde und lediglich die Bodensohle vorhanden ist. In unserer Baubeschreibung von damals wurde das Streifenfundament mit aufgeführt. Oder ist das Streifenfundament üblicherweise weiter innen unter der Bodensohle (auf Höhe/Tiefe der Wand)? Wie wurde erfahrungsgemäß Mitte der 70er gebaut?

  9. Alles ist möglich ...

    wie bei dem namhaften Autohersteller auch.

    Freibuddeln und genau gucken, wenn man es genauer wissen möchte.

    Mit freundlichen Grüßen

  10. Weiter geht's...

    Vielen Dank für die bisherigen Tipps. Noppenfolie mit Gleitschicht ist nur angebracht. Nun wollte ich in Eigenleistung die Kunststofflichtschächte montieren und mir stellt sich nun die Frage, ob die (unteren) Bohrlöcher noch irgendwie abzudichten sind. Diese befinden sich zwar oberhalb der Problemzone, aber mir kommt es komisch vor nun die Abdichtung zu "durchlöchern". Oder mache ich mir da zu viele Gedanken?!

    Viele Grüße

  11. Das kommt drauf an!

    Je nach dem, wie viel Wasser ansteht, wie das abzudichten und auszuführen ist oder ob sogar die Lichtschächte wasserdicht an die Wand anzuschließen sind.

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  12. Sehr interessante Frage und auch die dementsprechenden Antworten

    Eine Abdichtung wegen was eigentlich?
    Wie wurde von unten abgedichtet oder läuft das Wasser nur senkrecht nach unten?

    Bei mir bildet sich z. B. ein See immer waagerecht aus. D. h. entweder es staut sich das eindringende Wasser bis zu einer
    Höhe X oder das Grundwasser steigt an. Dann müsste man auch von unten abdichten - aber wie?

    Wie hoch war denn das Wasser innen gestanden?


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