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  • 12958: Kellerinnenabdichtung gegen Oberflächenwasser; Wie lange hält eine solche Abdichtung?

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Kellerinnenabdichtung gegen Oberflächenwasser; Wie lange hält eine solche Abdichtung?

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben vor 3 Jahren gebaut. Der Architekt überzeugte uns von einem Fertigkeller, der aus im Werk vorgefertigten Wandelementen aufgebaut wurde. Die Bodenplatte wurde vor Ort gegossen. Die Kellerwände wurden per Kran gesetzt und über je 2 Metallstifte (Baustahl) in der Grundplatte in der Höhe justiert. In die Fuge zwischen Bodenplatte und Kellerwand wurde Beton gegeben. Der Keller wurde von außen mit Bitumendickschicht und einem Kunststoffnetz als Abdeckung abgedichtet. Eine Hohlkehle wurde nicht gemacht, ein Dichtband auch nicht (Aussage Bauleiter: "Das ist dicht!"). Jetzt haben wir wegen starkem Grundwasseranstieg den Salat. Es drang von überall (!!) von außen her in den Keller rein. Die Baufirma hat nun (Gewährleistung) über ein Spezialfirma eine Innen-Abdichtung vorgenommen (von außen geht nicht mehr): Estrich auf einer Briete von 20 cm zu den Außenwänden raus genommen und ein Dichtband in das Eck Bodenplatte/Kellerwand mit einer Spezialzement eingeklebt. Alle so nicht erreichbaren Fugen, wie z.B. vertikale Fugen, wurden per Packer und PU Injektion abgedichtet (2 mal, da beim ersten Mal noch Undichtigkeiten auftraten. Mehrfach gewässert von mir. Es ist nun dicht). Meine Frage nun an die erfahrenen Fachleute hier:
Wie lange kann so eine Abdichtung halten??? Da so ein Haus ja ständig "arbeitet" befürchte ich, dass irgendwelche Fugen trotz PU Injektion nach gewisser Zeit wieder Wasser von außen her durchlassen. Oder drückt die Injektionsmasse in neue oder sich verbreiternden Fugen von selbst nach? Da von innen mit hohem Druck PU injiziert wurde, drückt sich wohl nach außen die Bitumen/Netzschicht weg. Hat das Konsequenzen?
Können die Metallstifte, da ständig Wasser bzw. zumindest Feuchtigkeit von außen ansteht wegrosten?? Konsequenzen?
Vielen Dank für eure Kommentare, ich bin gespannt,
Walther

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  • Walther
  1. Welche Produkte wurden denn bei der ursprünglichen Abdichtung verwendet?

    Was ist das denn für ein "Dichtband" mit dem abgedichtet worden ist und dann auch noch ohne die erforderliche Hohlkehle?
    Bitte geben Sie mal die Produkte an.
    Wurden die Wände denn großflächig abgedichtet oder nur über die Fugen, an denen die Wände aneinander stoßen?
    Mit freundlichen Grüßen
    Markus Reinartz

  2. Hallo Herr Reinartz, bei dem Dichtband ...

    ... handelt es sich um ein in der Bodenplatte vertikal eingelegtes Band (ca. 20 cm breit und entsprechend lang, d.h. abhängig vom Aussenumfang der Bodenplatte), welches an den Stellen gesetzt wird, an denen die Aussenwände sein sollen. Dadrüber erfolgt die Schalung für die Aussenwände, und es erfolgt der Betonguss. Dichtband ist also in der Aussenwand und ragt in die gegossenen Kelleraussenwände rein. Verhinder den Wasserzutritt.
    Wände wurden jetzt bei der Kellerinnenabdichtung nur an den Fugen gedichtet. Fugen Bodenplatte-Kellerwand mit Sikaflex PURA Band (Tricoflex-Abklebesystem) mit Kleber auf Epoxidharzbasis. Vertikale Fugen der Fertigkellerwände: PUR Harz IH 81 (Sika) injiziert.
    Gruss, Walther

  3. Nochmal zur Klarstellung: es ist KEIN ...

    ... Dichtband drin und es ist KEINE Hohlkehle vorhanden. (Ich habe mich im vorhergehenden Schrieb undeutlich ausgedrückt.)
    Gruss, Walther

  4. Elementwände, Dreifachwände?

    Dann handelt es sich wohl um so genannte Dreifachwände oder auch genannt Elementwände, die aus einer äußeren und einer inneren werksseitig vorgefertigten Betonschale bestehen, die später, wenn sie an der Baustelle eingebaut wurden mit Ortbeton vergossen bzw. verfüllt werden.
    Dazu gibt es denn dann ein paar Regeln, die beim Einbau der Wände berücksichtigt werden müssen.
    Die wände sind beim Einbau (aufstellen auf der Bodenplatte) mindestens 3 cm hoch aufzuständern.
    Wenn der Keller als Wohnkeller genutzt wird, sind die Fugen, an denen die Elementwände aneinander stoßen mit dafür vorgesehenen Fugenbändern oder -Blechen (vertikal/senkrecht) auszustaffieren, da davon auszugehen ist, dass die Elementwände an den Fugen wohl sehr wahrscheinlich reißen werden.
    Beim Einbringen des Betons ist zu berücksichtigen dass die Fallhöhen nicht überschritten werden, da sich der Beton beim Einbringen sonst entmischt und es zu größeren Kiesnestern kommen kann, die hinterher für die Undichtigkeiten ursächlich sein können. Die Betonpunpe oder der Betonkübel müssen also über einen Schlauch verfügen der in die Elementwände eingeführt werden kann um diesen dann auf die entsprechend erforderliche Fallhöhe zu bringen.
    Als erstes ist weiterhin eine Anschlussmischung in einer Körnung von 0-8 mmm in einer Höhe von -rund umlaufend in den Kellerwänden- 30 cm einzubruingen. Dies dient dazu, dass die Elementwandschalen unterlaufen werden können, damit sie voll -und nicht nur mit dem eingebrachten Ortbetonkern- auf der Bodenplatte aufstehen.
    Dabei ist besondere Sorgfalt walten zu lassen, wenn Fugenbleche oder Fugenbänder in der Bodenplatte eingebaut wurden, weil diese -beim einbringen des Betons- knicken können und mithin nicht mehr die dichtende Funktion bringen können, was denn dann häufig zum Wassereintritt führt.
    Sie sollten sich die Lieferscheine vorlegen lassen, die bei Ihrem Bauvorhaben -bei der Wandbetonage- angefallen sind. Daraus müsste hervor gehen, ob denn überhaupt eine derartige Anschlussmischung eingebaut worden ist. Können diese nicht vorgelegt werden, wurden die Kellerwände nicht entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik eingebaut.
    Welcher Typ Wand wurde eingebaut?
    Wie dick sind die Kellerwände, welche Wanddicke?
    Wie hoch ist die Lichte Raumhöhe des Kellergeschosses?
    Welcher Typ Kunstoffnetz wurde eingebaut? Es sollte nämlich ein Glasseidengewebe eingebaut worden sein, ein herkömmliches Gittexarmierungsgewebe (Kunststoff) darf meistens -entsprechend den Herstellerrichtlinien der kunstoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungshersteller (kurz KMB)- nicht verwendet werden, weil dies sich lediglich negativ auf die aufgebrachte Abdichtungsschicht und deren Zusammenhalt (der Schicht als solches) auswirkt.
    Wie wird der Keller genutzt [umganssprachlich: als Kartoffelkeller oder als Wohnraumkeller? (Nutzklasse, feuchte Stellen erlaubt oder feuchte Stellen nicht erlaubt)]?
    Welche Wasserbeanspruchung [Beanspruchungsklasse? (haben Sie eine Dränage oder nicht?]?
    Alle die vorstehenden Dinge und Abwägungspunkte -wie man denn ein Haus bauen und abdichten möchte- hätten im Übrigen im Vorfeld mit Ihnen besprochen werden müssen.
    Welche Art von Vertrag hatten Sie (VOBA/B Vetrag oder BGBA-Vertrag oder gar einen notariellen Kaufvertrag?)
    Mit freundlichen Grüßen
    Markus Reinartz
    ___________________________________
    PS. Unsere Beiträge hier in diesem Forum stellen lediglich unsere eigene Meinung und somit keine Beratung dar. Vielfach ist es so, dass ohne eine vorausgegangene Augenscheinseinnahme vor Ort am Objekt und ohne Sichtung der Bau- oder Planungsunterlagen nicht alle tatsächlichen Fakten und örtlich vorherrschenden Gegebenheiten präsent und bekannt sind, weswegen wir aus diesem Grund in dieser Hinsicht keinerlei Haftung und keinerlei Gewährleistung für die Korrektheit des hier von uns eingestellten Beitrages übernehmen können.

  5. Hallo Herr Reinartz, vielen Dank für ...

    ... ihre umfangreiche Ausführung. Leider sind die Regeln in meinen Fall nicht mehr anwendbar, da der Keller schon existiert.
    Der Keller wird als Wohnkeller genutzt. Es sind 14 cm starke Wände aus WU Beton. Leider an den Fugen undicht. Nun abgedichtet gemäss dieser Beschreibung:
    Wände wurden jetzt bei der Kellerinnenabdichtung nur an den Fugen gedichtet. Fugen Bodenplatte-Kellerwand mit Sikaflex PURA Band (Tricoflex-Abklebesystem) mit Kleber auf Epoxidharzbasis. Vertikale Fugen der Fertigkellerwände: PUR Harz IH 81 (Sika) injiziert.
    Nun meine Fragen:

    • Wie lange kann so eine Abdichtung halten??? Da so ein Haus ja ständig "arbeitet" befürchte ich, dass irgendwelche Fugen trotz PU Injektion nach gewisser Zeit wieder Wasser von außen her durchlassen. Oder drückt die Injektionsmasse in neue oder sich verbreiternden Fugen von selbst nach?
    • Da von innen mit hohem Druck PU injiziert wurde, drückt sich wohl nach außen die Bitumen/Netzschicht weg. Hat das Konsequenzen?
    • Können die Metallstifte, da ständig Wasser bzw. zumindest Feuchtigkeit von außen ansteht wegrosten?? Konsequenzen?

    Danke und Gruss, Walther

  6. Und wenn dies Tauwasser ist? Welchen Feuchtewert und welche Temperatur haben Sie gemessen?

    Wie kann ausgeschlossen werden, dass es kein Tauwasser ist?
    Frage dazu:wie hoch steht das Wasser im Keller?

  7. Ich habe über 1000l rausgepumpt. Ich ...

    ... habe gesehen wie das Wasser reinströmte. Das ist kein Tauwasser.

  8. Rechtsanwalt

    Ein Keller, der drei Jahre nach dem Neubau bereits dermassen Wasser zieht, ist sicher nicht fachgerecht erbaut worden und auf Dichtheit haben Sie Anspruch, weil der Keller sonst für den üblichen Gebrauch nicht nutzbar ist.
    Es ist ein versteckter Mangel, weil Sie als Baulaie nicht erkennen können (und auch nicht müssen), ob eine vorgeschlagene Ausführung geeignet ist oder nicht.
    Also sich nicht mit bautechnischen Details breitschlagen lassen, sondern von der Firma oder vom Planer (hoffentlich gibt es die noch) Nachbesserung (und Schadenersatz) verlangen.
    Wie man das durchsetzt, weiss der Anwalt, dafür kriegt er sein Honorar.

  9. Danke Herr Paulsen, das weiss ich ...

    ... alles. Ich wollte eigentlich nur ein paar techn. Dinge wissen. Aber die kann niemand beantworten.
    Gruss, W.

  10. Ja, ist richtig,...

    aber wenn es zum Streit kommt, wird sicher im weiteren Verlauf ein gerichtsbeauftragter Sachverständiger eingeschaltet.
    Sie sollten zu Ihrer technischen Information und auch zur Information des Rechtsanwalts bereits vorgerichtlich privaten Sachverstand einkaufen. Also nicht nur RA, sondern RA und SV.

  11. Habe bereits beides. Sowhl RA als ...

    ... auch SV. Der Keller ist schon abgedichtet. Mir geht es jetzt nur drum zu wissen wie "haltbar" der nun ist.

  12. . Bei der Beurteilung der Haltbarkeit ...

    ....
    Bei der Beurteilung der Haltbarkeit kommt es unter Anderem auf die Wasserbeanspruchung an, derer Ihr Keller ausgesetzt ist.
    Bei dem Lastfall "drückendes Wasser" oder auch "zeitweise aufstauendes" Sickerwasser wird die Haltbarkeit eher kritisch zu bewerten sein.
    Mit freundlichen Grüßen
    Markus Reinartz
    ___________________________________
    PS. Unsere Beiträge hier in diesem Forum stellen lediglich unsere eigene Meinung und somit keine Beratung dar. Vielfach ist es so, dass ohne eine vorausgegangene Augenscheinseinnahme vor Ort am Objekt und ohne Sichtung der Bau- oder Planungsunterlagen nicht alle tatsächlichen Fakten und örtlich vorherrschenden Gegebenheiten präsent und bekannt sind, weswegen wir aus diesem Grund in dieser Hinsicht keinerlei Haftung und keinerlei Gewährleistung für die Korrektheit des hier von uns eingestellten Beitrages übernehmen können.

  13. Was helfen Verpressungen?

    Welche Abdichtungsarbeiten sind im Keller machbar/notwendig?
    Immer wieder gibt es heftige Diskussionen welche "Abdichtungsarbeiten im Keller notwendig sind.
    Wenn Keller an der Innenseite feucht sind, dann empfehlen sehr viele Fachleute: da hilft nur außen Aufgraben, Abdichten, Einbauen einer Drainanlage und dann auch noch alles mit einer Wärmedämmung versehen usw..
    Vorab sollte jedoch immer genau geprüft werden, woher denn die Feuchte kommt?
    Denn dies muss nicht immer von außen sein!
    Diese Feststellung ist jedoch nicht einfach, und ich kämpfe oft gegen viele alte Vorurteile. Wenn ich ein feuchtes Objekt besichtige, stelle ich oft fest, dass eine Abdichtung überhaupt nicht möglich ist. Interessant ist, kaum jemand weiß, gegen welch drückendes Wasserwas, sollte abgedichtet werden und dann, auch noch wie?
    Denn wenn eine Abdichtung (je nach Lastfall) sinnvoll sein sollte, so müsste man auch darüber diskutieren, wie hoch denn das Wasser an der Außenseite anstehen könnte. Aber auch wie unter dem Haus eine Ergänzung dieser Abdichtung hergestellt werden könnte. Viele Hausbesitzer wissen überhaupt nicht, ob Stauwasser entstehen kann und kennen auch die Grundwasserstände nicht.
    Meine erste Frage ist oft, wie hoch steht das Wasser im Keller?
    Die Antwort ist meist - Wasser steht nicht im Keller, "nur" die Wände sind feucht.
    Dies wird dann davon abgeleitet, dass Wasser eindringen muss, wenn innen die Wände feucht sind. Dass es auch noch andere Möglichkeiten von Feuchteschäden im Keller gibt, ist oft erst nach einer längeren Diskussion verständlich.
    Eine Abdichtung an der Außenseite, sowie an der Unterseite im Mauerwerksquerschnitt könnte zwar auch eine "trockenere" Wand ergeben. Es bleibt die Frage, ob dies nachträglich technisch überhaupt herzustellen ist?
    Dabei ist zu berücksichtigen, dass trotz dieser sehr teuren Maßnahme (Abdichtung von außen) an der Innenseite die gleiche Problematik, nämlich die Tauwasserentstehung und damit der Wechsel zwischen - feucht und trocken - weiterhin stattfinden würde, was zu den bekannten Problemen führt. Nämlich, dass durch diesen Wechsel, Salze
    a) Feuchtigkeit (hygroskopisch) aufnehmen, und
    b) beim Abtrocknen einen sehr hohen Kristallisation-Druck aufbauen und weiterhin die Oberflächen zerstören bzw. schädigen.
    Der Bierkrug im Sommer gibt ein gutes Beispiel.
    Um zu verdeutlichen welche Problematik gelöst werden muss, gebrauche ich gerne den Vergleich: Man denke an einen schönen Biergarten, vor sich eine schöne kühle frische Maß und jedem wird sofort klar, dass der Maßkrug an der Außenseite beschlägt, d.h. es entsteht sehr schnell Tauwasser auf Grund der Feuchte in der warmen Luft und der kalten Oberfläche des Kruges. Wobei kein Mensch auf die Idee käme, diesen Krug an der Innenseite abdichten zu wollen, um an der Außenseite das Tauwasser wegzubringen.
    Neben den vielen eigenen Messungen, sowohl der Temperaturen als auch der Feuchte in Kellern, verweise ich insbesondere auf Arbeiten von Herrn Prof. Dr. J. Dreyer und Herrn Dr. Clemens Hecht von der TU in Wien.
    Denn daraus ergibt sich eindeutig, dass es bei Feuchteschäden im Keller sehr oft "nur" Tauwasserprobleme sind.
    Außerdem kam Prof. Dr.- Ing. L. Weichert (ehemals Universität der Bundeswehr München), bei Feuchte,- und Temperaturmessungen an Gebäuden, ebenfalls zu solchen Ergebnissen.
    Deren Ergebnisse sind bei meinen Überlegungen entscheidend mit eingeflossen, nach abwägen von Aufwand und Ergebnis, und insbesondere der Kosten eine Instandsetzungen "nur" noch von innen durchzuführen.
    Daraus kann auch abgeleitet werden, wenn es gelingt, dass die Salze in Lösung bleiben (die Mauer also feucht bleibt) und auch die damit zusammenhängenden Kristallisationsprobleme an den Oberflächen wegfällt und außerdem die Feuchteabgabe in dem Raum verhindert wird, dann sind diese Keller hochwertig zu nutzen. Im Bedarfsfall ist es ohne Problem auch eine Wärmedämmung in das System einzubauen.
    Nur Nichtfachleute suggerieren den Hausbesitzern, dass durch die Feuchte, die Wände bzw. Mauern geschädigt werden. Es werden oft nur Ängste geschürt, es stimmt einfach nicht, denn weder der Ziegel noch der Mörtel fault. Logisch ist aber auch, dass es hinter Sanierputzsystemen (auch mit Dichtschlämmen) auch feucht bleibt. Wände "atmen" schließlich die Feuchte nicht aus.
    In diesem Zusammenhang ist auch zu fragen, was hilft in einem solchen Fall eigentlich eine Drainanlage?
    Hierzu wird auch sehr oft kontrovers diskutiert.
    Ab wann ist eine Drainanlage sinnvoll?
    Ab wann ist ein Kiesgraben immer eine sinnvolle Maßnahme und auch eine Verbesserung?
    In den letzten Jahren wird sehr oft auch bei alten Gebäuden um das Haus aufgegraben und eine Drainanlage eingebaut, sowie ein Kiesgraben bis zur Oberkantegelände hochgezogen und dies alles führt sehr oft eher zu einer Verschlechterung als zu einer Verbesserung.
    Vorab muss erwähnt werden, dass die Abdichtungsnorm DINA 18195 auch einen Hinweis auf eine einzubauende Drainanlage nach DIN 4095 vorsieht. Es ist jedoch auch klar, dass diese Normen nur für den Neubau gelten und auch nur dann, wenn feststeht, dass es darum geht, Abdichtungen vor erhöhtem Wasserdruck zu schützen.
    Ganz andere Überlegungen müssen bei einem alten Gebäude mit einfließen und auch abgewogen werden.
    Sehr oft wird bei einer nachträglichen Instandsetzung mit einer Drainanlage der gewünschte Effekt - "ein trockener Keller" nicht erreicht, bzw. manchmal auch das Gegenteil bewirkt, insbesondere bei alten Gebäuden.
    War bisher Erdreich - und Humus am Haus, durch diese konnte nur sehr wenig Wasser eindringen. Nach dem Herstellen eines Kiesgrabens und einer Drainanlage wird das Wasser von der Oberfläche und auch das Regenwasser von der Fassade regelrecht "angesaugt" und um die gesamte Hauslänge verteilt.
    Dies führt oft dazu, dass an allen Stellen d.h. rund ums Haus Feuchtigkeit in erhöhtem Maße vorhanden ist. Es ist immer nur ein Wunsch, dass das Wasser durch die Drainanlage nur abläuft.
    Wer jedoch wie ich, sich lange genug mit dieser Thematik beschäftigt weiß, dass sich Drainanlagen, aber auch der Kies mit Pflanzen und Schmutz oft zusetzen. Ob dann noch der gewünschte Erfolg möglich ist bleibt fraglich.
    Ebenso findet dann, wenn Kies als Auffüllung eingebaut wird, in den oberen Randbereichen ein ständiger Wechsel zwischen feucht und trocken - nicht nur über das Wasser, sondern auch über die Kondensation statt. Dieser Wechsel zerstört oft die mit Sockelputzen ausgeführten Bereiche.
    Und weiter kann beim Wiederauffüllen und dem Verdichten oft ein größerer Schaden durch die Vibration des ganzen Hauses entstehen.
    Beim Verdichten entstehen beträchtliche - auch seitliche Drücke, und können die Wand eindrücken aber auch vom Auflager verschieben. Dies kann auch wieder zu einer Undichtigkeit führen.
    Es ist also nicht ganz so einfach, immer das Richtige zu tun.
    Es bleiben sicher noch genügend offene Fragen.
    In all diesen Fällen ist es auch wichtig zu untersuchen, ob es sich um Stau,- oder gar um drückendes Wasser handeln kann.
    Eine genaue Prüfung z.B. nach Merkblatt WTAA* ist sicher besser als der oft erwähnte Spruch - "das haben wir schon immer so gemacht".
    Merkblatt WTA http://www.wta.de/de/system/files/4-3-98.pdf

  14. Ihre Ausführung ist mir nicht ganz klar.

    Sehr geehrter Herr Bromm, vielen Dank für Ihre umfangreiche Ausführung. Eine Frage sei mir gestattet: was wollen sie mit ihrer Ausführung sagen?
    MfG,
    W.

  15. Muss ja auch nicht jeder verstehen.

    Eher die Betroffenen und mit solchen Themen beschäftigte.

  16. Dann passt das ja bestens zu ...

    ... meinen Fragen!


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