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Kamin und Kachelofen

Rauchgeruch beim Anfeuern von kaltem Kombiofen

Liebe Forum-Experten,
im Zuge der Sanierung unseres Hauses (Bj. 1966) wurde auch ein sog. Kombiofen eingebaut. Technisch Daten: Brunner Heizeinsatz HKD 4.1 mit Ofensteuerung EOSr4. Nach dem Heizeinsatz kommt 1 m Stahl-Abgasrohr, dann 3 m Schamottzug, dann 1,5 m senkrechtes Abgasrohr, 2 m waagrechtes Abgasrohr durch den Flur, mündet in Kamin, Innenmaß 20X20 cm, Gesamtlänge 8 m.
Geschürt wir der Ofen vom Flur aus, die Schamottzüge befinden sich im Wohnzimmer.
Leider zeigte sich bereits im ersten Winter 2006/07, dass es besonders beim Anbrennen des kalten Ofens im Wohnzimmer immer wieder Rauchgeruch wahrnehmbar ist. Der Ofenbauer war schon mehrfach da und hat die Übergänge von Stahlrohr-Schamott und Schamott-Stahlrohr sowie das Stahlrohr am Übergang vom Heizeinsatz mit Bromatwolle abgedichtet. Leider ohne durchschlagenden Erfolg.
Der Ofenbauer argumentiert jetzt, das was man riecht sei kein Rauch sondern nur Kondenswasser, das beim Anzünden des kalten Ofens entsteht. Dieses tritt an den Übergängen der Rohre aus und verdampft, sobald die Rohre richtig warm werden. Ob der Geruch vom Feuer kommt oder von "rußigem" Wasser lässt sich angeblich nicht "erschnüffeln". Für diese Erklärung spricht, dass das Problem kaum auftritt, wenn der Ofen beim Anfeuern noch einigermaßen warm ist. Der Ofenbauer empfiehlt, bei kaltem Ofen erst eine größere Menge Kleinholz abzubrennen und dann größere Stücke nachzulegen.
Andererseits gehe ich davon aus, dass es sich bei kaltem Ofen aufgrund der Länge des Abgaswegs physikalisch kaum vermeiden lässt, dass das Abgas kondensiert, solange die Verbrennungstemperatur nicht deutlich über 100 Grad gestiegen ist.
Meine Frage ist nun, ob es normal ist, dass ein kalter Kombiofen beim Anbrennen kurzzeitig riecht wie in der Räucherkammer oder ob hier die Rohre abgedichtet werden müssen? Soweit ich es in diversen Foren nachgelesen habe, sind Abgasrohre nie ganz dicht.
Gibt es andere Tipps?
Gruß Bernhard
(Obwohl es sich so anhört, hat diese Anfrage nichts mit 1336 zu tun!)

Name:

  • Bernhard
  1. Alternativen...

    wären z.B.
    a) die Ofentüre etwas offen lassen beim Anbrennen, damit am Anfang etwas mehr Verbrennungsluft zugefügt wird, bis das Holz richtig Feuer gefangen hat. Die einströmende Kaltluft kann die Rauchgase nach hinten, sprich Züge verdrängen. Bei höhere Feuerraumtemperaturen ist der Zug schon gewährleitet, deshalb werden die Rauchgase abgezogen und "stinkt" nicht.
    b) "Lockfeuer" machen! Im Keller oder wo die Putztüre für den Schornstein sich befindet, eine Zeitungspapier anbrennen, damit "ein Auftrieb" im Schornstein erzeugt wird. Gleich danach das Feuer im Ofen anzünden und die Ofentüre erst nur anlehnen, dann nach ca. 5 Min. in die gewohnte Stellung bringen.
    Es handelt sich hier nur um Tipps, die schon mal funktioniert hatten, aber da es sich um einen Kombiofen handelt, ist es keine Garantie dass es funktioniert- schaden kann es aber nicht!
    Es kann auch sein, dass die lange Abgasrohre zum Schluss nicht mehr die Mindesttemperatur am Schornstein-Mundstück haben, so dass es nicht so richtig ein "Auftrieb" geben kann.
    Mann sollte eigentlich mit GUAßeinsätzen nicht beliebig lange Züge bis zum Schornsteineintritt bauen, da der Feuerraum des Gusseinsatzes dafür zu klein ist, um noch genug Temperatur über die keramische und metallische Züge, zu erzeugen.
    http://www.kachelofenbausatz.eu

  2. Abdichten möglich?

    Hallo Herr Mohrendt,
    vielen Dank für die Tipps! Gibt es bei Kombiöfen öfters mal Geruchsprobleme? Brunner schreibt doch aber für den HKD 4.1 keramische Züge vor? Sind die bei mir evtl. insgesamt zu lang?
    Kann man denn die Rohre abdichten oder sogar austauschen?
    Ist die Erklärung des Ofenbauers mit dem Schwitzwasser plausibel? Dagegen lassen sich die Rohre ja anscheinend nicht abdichten!
    Das Problemm tritt vor allem auf, wenn der Ofen komplett ausgekühlt ist. Ansonsten ist der Zug des Ofens - soweit ich das beurteilen kann - gut. Der Ofen hat übrigens eine externe Zuluft über ein Rohr im Keller.
    Gruß Bernhard

  3. Geruchsprobleme sollten bei keinen Ofen auftreten

    Hallo Bernhard,
    Geruchsprobleme sollten bei keinen Ofen auftreten.
    Nach Ihrer Beschreibung vermute ich, dass das Abgasrohr über den Flur nicht gedämmt ist. Dies könnte eine Ursache für das Problem sein. Durch die zu schnelle Abkühlung der Rauchgase in der Anheizphase kommt es zu Kondensatzaustritt.
    Die keramischen Züge von 3 m sind für einen HKD 4.1 normal nicht zu lange.
    Beim HKD 4.1 hat man auch die Möglichkeit den Heizeinsatz zu "tunnen". Wie und Was man am Heizeinsatz machen kann, sollte Ihr Ofenbauer bei der Fa. Brunner nachfragen.
    Der HKD 4.1 ist ein guter Heizeinsatz, an diesem können auch keramische Züge von 6 m und mehr funktionieren. Vorausgesetzt man berechnet die Züge vorher, und baut sie fachgerecht ein.
    Ansonst haben Herr Mohrendt und Ihr Ofenbauer schon den richtigen Tipp gegeben. Beim Anheizen versuchen mit kleinen Holz schnell auf Temperatur zu kommen.
    Gruß Hans Semmelmann


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