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Warum gibt es für Putz eine Mindestdicke?

Je nachdem wie dick die gewünschte Putzschicht ist muss man ja andere Produkte nehmen. So erlaubt Rotband Haftputzgips eine Putzdicke von 5-50mm und Rotband Flächenspachtel 0-5mm.

Dass das so ist hab ich schon verstanden, aber mich interessiert brennend warum das so ist. Konkret:

Was passiert wenn man Rotband Haftputzgips großflächig mit weniger als 5mm aufträgt?

Was passiert wenn man Rotband Flächenspachtel großflächig mit mehr als 5mm aufträgt?

Und natürlich die Frage warum der eine besser für dünnen Putz und der andere für dicken Putz ist. Also wodurch unterscheiden sich die Inhaltsstoffe?

Danke schonmal, Jan.

Name:

  • Jan
  1. Wieso weshalb warum

    Mach mal. Probier es aus - Flächenspachtel mit einer Schichtdicke von 50 mm aufzuziehen - das wären dann ca. 10 Lagen.

    Versuchs mal in 2-3 Lagen - Viel Spaß!!!

  2. Gerade das "Selber ausprobieren" wollte ich ...

    ... ja vermeiden. Und die wesentlich interessantere Frage für mich ist eigentlich die, warum es eine Mindestdicke gibt, also warum man z.B. Rotband Haftputzgips nicht dünner als 5mm aufziehen darf oder kann.

    Name:

    • Jan
  3. Grundsätzlich dürften sich die beiden Produkte ...

    ... im verwendeten Sand unterscheiden. Der Flächenspachtel wird mit "feinen" Sanden hergestellt. Der Normale Rotband mit etwas groberer Körnung, dieses bewirkt, dass sich die Sandkörner gegenseitig besser stützen und so größere Schichtdicken möglich sind, ohne dass das Material einfällt und Risse entstehen. Dieses grobe Korn verhindert aber halt auch, dass ich das Material ganz fein abziehen kann, dann wird es halt nicht richtig glatt. Generell bin ich der Meinung, dass die Hersteller bei den Daten zu ihren Produkten recht Vorsichtig sind, d.h. in diesen Grenzen funktionieren die Produkte auf jedenfall. Im Grenzbereich ist meist noch etwas Luft, also wird der Flächenspachtel bei 5,1 mm nicht sofort reißen und von der Wand fallen, auch der Rotband wird bei 4,5 mm nicht wie grobes Schleifpapier an der Wand kleben. Trotzdem haben diese Angaben einen bestimmten Grund und sollten einigermaßen eingehalten werden, denn wenn es schief geht, hat der Hersteller einen guten Grund die Reklamation abzulehnen.

  4. Danke, das hört sich nachvollziehbar an. ...

    ... Ich werd aber doch nochmal in den Sack mit Rotband reingucken müssen, ob das wirklich so viel grober ist. Ich war eigentlich der Meinung, dass das Zeug auch fein wie Mehl ist. Aber mit irgendwas muss ja der 5fache Preis von Flächenspachtel zu Haftpiutzgips begründet sein.

  5. Also

    der Flächspachtel bindet viel langsamer ab, "verbrennt" bei dünnem Auftrag auf saugfähigen Untergründen nicht so schnell und bleibt in seiner Oberfläche länger "glättfähig". Ich vermute mal dass da auch noch Abbindeverzögerer drin sind.

    Gipsputz enthält, wie bereits erläutert, neben dem Bindemittel auch feine Sande als Stützkorn wodurch stabilere größere Schichtdicken aufgebaut werden können. Wenn man den Gipsputz zu dünn auszieht, dann rollt das Korn auf dem Untergrund auf und die dünne Schichtdicke "verbrennt" wegen Wasserentzug bei saugfähigen Untergründen zu schnell, weshalb die Mindestschichtdicke von 5 mm bei Gipsputz nicht unterschritten werden soll.

    Tja und dann wäre da noch der "normale" Baugips, der für jeden laienhaften Verarbeiter die Hölle ist, weil er viel zu schnell abbindet.

  6. Super, danke für die ausführliche Erklärung. ...

    ... Hab grade selber nochmal in den Rotband-Sack geguckt und da sind tatsächlich fene Sandkörnchen drin. Das war mir vorher nicht bewusst, ich war fest überzeugt, dass das Zeug auch staubfein ist.

    Und schnell abbindende Gipsprodukte sind mir sowieso ein Graus. Schon den Elektrikergips schnell genug zu verarbeiten um wenigstens mal 4 Dosen am Stück zu setzen ist eine echte Hetzerei ;-)

  7. Ja

    "Und schnell abbindende Gipsprodukte sind mir sowieso ein Graus. Schon den Elektrikergips schnell genug zu verarbeiten um wenigstens mal 4 Dosen am Stück zu setzen ist eine echte Hetzerei ;-)"

    Da denke ich "gerne" an meine Lehrzeit zurück als ich ein halbes Jahr in einer Gipserkolonne mitrennen durfte. Die einzige Chance bestand darin dem Baugips etwas Tapetenkleister unterzuheben um das Abbinden etwas zu verzögern.


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