Heizleisten / Sockelheizleisten

Heizleisten und FbH?

Hallo zusammen!
manche mögen jetzt vielleicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sagen "also entweder oder". Aber ich bin derzeit am überlegen, ob man nicht einfach FBHA und Heizleisten kombinieren kann. Prinzipiell wollen wir eigentlich die FbH. Aber insbesondere in den Kinderzimmern möchten wir noch etwas individueller und schneller regeln können und überlegen, ob man nicht auch eine Heizleiste dort reinpacken kann.
Gleiches gilt für den Keller, dort allerdings keine FbH, nur Heizleisten.
Beißt sich das mit der niedrigen Vorlauftemperatur, die bei uns aus einer Wärmepumpe kommt?
Vielen Dank,
Claudia

Name:

  • Claudia
  1. Anforderung und mögliche Regelung

    Hallo Claudia,
    vorweg möchte ich schreiben, dass ich Heizleisten wie auch Fußbodenheizung und andere strahlungswärmeabgebenden Systeme in unserem Haus installiert habe.
    Die Heizleisten
    funktioniern durch den Auftrieb der durch den Temperaturunterschied des Heizelementes und der umgebenden Luft in einem Kanal entsteht.
    Je stärker der Auftrieb, desto stärker der Wärmevorhang und auch die Wärmeabgabe pro Meter.
    Aufgrund der geringen Wassermenge im System ergibt sich eine schnelle Regelbarkeit -> gepaart mit dem sofort entstehenden Wärmevorhang entlang der Außenwände ergibt sich schnell ein angenehmen Raumklima und das bei angenehmer Luftfeuchte (Zusatzerklärung: Weil die Raumluft selbst kühler als bei anderen mit Auftrieb arbeitenden Heizsystemen bleiben kann, ist das Verhältnis des in der Luft enthaltenen Wassers zu dem des drin maximal möglichen Gehaltes besser/natürlicher gewichtet).
    Bei Wärmepumpen werden oft sehr geringe Vorlauftemperaturen vorgesehen. Die (Wärmevorhangs-) Konvektionsleistung der Heizleisten ist bei sehr geringen Vorlauftemperaturen gering gegenüber dem Strahlungsanteil, doch dieser reicht aufgrund des geringen Strahlungsoberflächenverhältnisses direkt in den Raum nicht aus, schnell ein behagliches Klima zu erzeugen.
    Die Fußbodenheizung
    wirkt durch die Erwärmung der Bodenoberfläche. Sie gilt als Strahlungsheizung, allerdings ergänze ich dazu, dass die Wirkungsweise der Heizung hauptsächlich aufgrund der Erwärmung der über der Fußbodenoberfläche befindlichen Raumluft beruht, deren Dichte durch die Erwärmung geringer wird und aufsteigt, wodurch wieder kühlere Luft nachströmt oder nachsinkt usw. es ist also eine Konvektionswärme über die gesamte Fußbodenfläche. Die Strahlungswärme, die direkt auf den Menschen oder über den Umweg des bodennahen erwärmten Mobiliars/Wände wirkt, ist im Vergleich zum aktiven Strahlungsanteil von Wandheizungen doch erheblich geringer. Dazu kommt, dass der Fuß des Menschen durch den Bodenkontakt auch als Wärmeregulator wirkt, der maßgeblich Wärme abgeben möchte.
    So ist die Fußbodenheizung als Heizsystem zwar eine gute Möglichkeit, niedrige Vorlauftemperaturen zur Beheizung von Räumen zu nutzen, allerdings ist sie aufgrund er evtl. großen Masse bzw. nochmehr aufgrund der Wirkungsweise eine eher trägere Art der Beheizung (manchmal auch aus diesem Grund zur Grundlastabdeckung in z.B. Wintergärten: bei Nutzung werden z.B. Heizleisten dazugeschaltet).
    Die Wandheizung
    ist nun die ideale Antwort darauf: Sie kombiniert die Wirkung der Aufschottung kalter Flächen mit der Nutzung niedriger Vorlauftemperaturen und gibt überdies die Strahlungswärme in einem weit günstigeren Strahlungs/Konvektionswärmeverhältnis, d.h. zugunsten der Strahlungswärme ab. Und sie reagiert aufgrund des hohen Strahlungswärmeanteils auf den Menschen (auch Mobiliar) (und meist auch der geringeren Massenträgheit als Fußbodenheizungen) viel schneller.
    Kombinationen
    Kombinationen von Heizsystemen sind wunderbar um verschiedenartigen Anforderungen auf möglichst behagliche und ökonomische Weise gerecht zu werden.
    Gerade im privaten Hausbau sind Kombinationen sehr wirkungsvoll.
    Die Bauart des Hauses und auch die Art der Wärmebereitstellung beeinflussen richtungsweisende Grundsatzentscheidungen.
    Wir haben uns ein Holzblockhaus gebaut, deshalb haben wir in den Schlafräumen und im Wohnzimmer Heizleisten, in den Vor- und Naßräumen Fußbodenheizung vorgesehen. Trotzdem haben wir auch vertikale Wärmestrahlungsflächen integriert: Ein (großflächiger)zentralbeheizter Kachelofen als Eckbank (gemütlich, dekorativ) des Eßbereiches und eine Wärme-Kuschelbank im Badezimmer, das so ein tepidariumähnliches Klima erhält.
    Alle Flächenheizsysteme haben wir an einen Pumpenkreis und alle Heizleisten an einen zweiten Pumpenkreis angeschlossen. Dadurch können wir spontan auch nur die Heizleisten einschalten, um eine schnelle behagliche Wärme zu erhalten. Diese Trennung würde ich auf jeden Fall empfehlen, selbst wenn gleiche Vorlauftemperaturen vorgesehen sind.
    Wir haben einen Zentralheizungsherd und eine Gastherme als bivalente Wärmeerzeuger (d.h. beide erwärmen alle Heizsysteme und auch unser Brauchwasser). Die maximale Vorlauftemperatur ist bei uns 50 °C für die Heizleisten. Natürlich geht es auch etwas geringer, allerdings würde ich bei einem monovalenten Wärmepumpensystem Wandheizung und Fußbodenheizung kombinieren.
    Unten habe ich noch den Link zu jener Firma hineingestellt, von der wir die Heizungssysteme installiert haben. In deren Homepage sind viele Beiträge zu den verschiednen Heizsystemen enthalten, insb. auch ein eigenes Kapitel mit FAQ´s
    Sonnige Grüße
    Angelika


Hier können Sie Antworten, Ergänzungen etc. einstellen

  • Keine Rechtsberatung in diesem Forum - dies ist Rechtsanwälten vorbehalten.
  • Zum Antworten kann der Fragesteller sein selbst vergebenes Kennwort verwenden.
  • Andere Personen können das Kennwort wiki oder Ihr Registrierungs-Kennwort verwenden.
  • Kennwort