BAU.DE - hier sind Sie:

Baufinanzierung

Vorfälligkeitsentschädigung auch bei gleichbleibender Monatsrate durch Neukauf?

Wir beabsichtigen unser 2001 erworbenes Haus zu verkaufen, um ein anderes Objekt zu erwerben. Unser Darlehen (275.500 DM; nom. Zins 5,82%, 1% Tilgung; Zinsfestschreibung bis 2016) wird mit einer monatlichen Rate von 800 € abgelöst. Durch die gefallenen Zinsen könnten wir z.Zt. natürlich eine höhere Summe (160.000 €)aufnehmen, (nom. Zins 4 %, 2 % Tilgung, 15 Jahre Zinsfestschreibung) und hätten dann immer noch die 800 € Monatsrate. Müssen wir in diesem Fall trotzdem mit der vollen Vorfälligkeitsentschädigung rechnen (bei einer völlig unverbindlichen Anfrage nannte man uns 20.000 €, wobei wir unser Naukaufpläne nicht konkret erwähnten). Wir wären sogar bereit unsere monatliche Belastung etwas zu erhöhen, hat man dadurch u.U. sogar einen besseren "Verhandlungsspielraum" bzgl. einer Senkung dieser Kosten?

Name:

  • Imke
  1. Vorfalligkeitsentschädigung ist auch Verhandlungssache

    Wenn Sie die Klaviatur beherrschen, auf der Sie spielen müssten, kann das auch verhandelt werden. Es ist zu vielschichtig, um es hier zu erklären. Kaum eine (deutsche) Bank verzichtet darauf freiwillig.
    Streng genommen müssen Sie die Gebühr bzw. den "Schaden" der Bank für den ersten Kredit natürlich zahlen.
    Auch ist auf den ersten Blick, vor allem im Kopf und ohne konkrete Zahlen, kein Vergleich möglich. Das muß exakt gerechnet werden.
    Die Unterlagen dazu haben aber nur Sie.

  2. Bewertung

    Zur rein mathematischen Berechnung einer Vorfälligkeitsentschädigung kann man hier spielen:
    http://www.interhyp....AF_PARTNER=finanztip
    Das beantwortet aber noch nicht solche Fragen wie:
    -- Besteht für die Bank überhaupt ein Anspruch auf Vorfälligkeitsentschädigung?
    -- Wenn ja, wie hoch ist sie wirklich?
    -- Wenn ja, wie gehe ich vor um diese zu mindern oder zu vermeiden?
    Da es um enorme Summen (nicht nur für die Vorfälligkeitsentschädigung, sondern auch für die Neufinanzierung und deren Konditionen/Kosten) geht, würde ich mich von einem Fachmann beraten lassen. Sorry, es gibt natürlich auch Fachfrauen.....
    Bei all dem sollte nicht vergessen werden, dass ein Vertrag immer beiden Vertragspartnern eine Sicherheit gibt. Bei in der Zwischenzeit -angenommenen- gestiegenen Zinsen würden Sie der Bank auch eines "husten", wenn sie den Vertrag kündigen und höhere Konditionen bei Ihnen durchsetzen wollte. Oder?
    Interessant vielleicht auch:
    http://www.ivd-bunde...?CMS_c=artikel&Nr=73
    Und dann gibt es hier rechts oben am Bildschirm einen Knopf, da steht "Suche" drauf. Das Ergebnis wird Sie erfreuen, denn Sie finden jede Menge kostenlosen Lesestoff.
    Auch die unter Google gefundenen Ergebnisse gilt es, richtig zu bewerten. Nur, was ist richtig...... (wenn man das wüsste, bräuchte man ja nicht zu fragen).

    Name:

    • Klaus Fuchs
  3. Nachtrag

    Im BGBA finden Sie die gesetzliche Regelung in den §§ 489 (Ordentliches Kündigungsrecht des Darlehensnehmers) bzw. 490 (Außerordentliches Kündigungsrecht).
    Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/index.html
    Es verbietet der Bank, außer dem normalen wirtschaftlichen Verhalten, niemand, auf dieses (falls vorhandenes) Recht zu verzichten.

    Name:

    • Klaus Fuchs
  4. Aus Sicht der Bank...

    Der Beitrag ist zwar schon ein paar Tage alt, aber ich möchte trotzdem meinen Senf dazu geben.
    Aus Sicht der Bank würden sie ja bei den heutigen Konditionen viel weniger Zinsen zahlen. Die vorzeitige Auflösung des Kreditvertrages lässt sich die Bank natürlich bezahlen.
    Es wäre vielleicht zu überlegen, bei Verkauf der Immobilie soviel wie möglich Sondertilgung in den Kredit zu packen und bei gleichbleibenden Konditionen den Kredit weiterzuführen. Den Rest den sie dann noch brauchen können sie ja neu vereinbaren. Sie können mit der Bank vielleicht noch über eine Ratenanpassung verhandeln da der Darlehensbetrag ja dann geringer ist. Zur Absicherung steht das verkaufte Objekt dann nicht mehr zur Verfügung, es muss also eine neue Grundschuld (von dem neuen Objekt) oder was vergleichbares angeboten werden. Das ist aber billiger als eine Vorfälligkeitsentschädigung.
    Nur mal so, als Denkanstoß. Bin auch kein Spezialist auf dem Gebiet, aber so haben wir's mit dem Rest-Darlehen unserer Eigentumswohnung gemacht als wir sie verkauft haben.

  5. Vielen Dank!

    Vielen Dank für Ihre Antworten! Sicher habe ich mir auch vorher schon Beiträge zum Thema angeschaut, nur eben nicht den Fall vorgefunden: Neukauf zu gleichen Konditionen, bzw. höheren Monatsraten. Hintergrund unseres angestrebten Verkaufs ist ja tatsächlich nicht der derzeit niedrige Zinssatz, sondern die Tatsache, dass uns unser jetztiges Haus aus bestimmten Gründen nicht mehr gefällt. Wie auch immer, wir werden jetzt erstmal mit unserem Kreditgeber verhandeln und hoffen auf eine Lösung zu kommen mit der beide Seiten gut leben können:-).

    Name:

    • Imke Eggers

Hier können Sie Antworten, Ergänzungen etc. einstellen

  • Keine Rechtsberatung in diesem Forum - dies ist Rechtsanwälten vorbehalten.
  • Zum Antworten kann der Fragesteller sein selbst vergebenes Kennwort verwenden.
  • Andere Personen können das Kennwort wiki oder Ihr Registrierungs-Kennwort verwenden.
  • Kennwort