Fremdwährungsfinanzierung
BAU-Forum: Baufinanzierung

Fremdwährungsfinanzierung

Hallo miteinander,
ich bin momentan dabei meine Hausbaufinanzierung zu erstellen. Nun habe ich von einem bekannten aus Österreich erfahren, dass dieser alles über eine Fremdwährungsfinanzierung finanziert hat. Nun wollte ich mach nachfragen ob jemanden in diesem Forum schon etwas davon gehört und Erfahrungen damit hat.
Vielen Dank für rege Antworten
Grüße
Manuel Hein
  • Name:
  • Manuel Hein
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    Foto von Oliver Kettig

    Hallo,
    oft diskutiert  -  ist m.E. die richtige Finanzierung für Leute, die Ihre Baufinanzierung mit Devisenspekulation kombinieren wollen. Das hat Chancen  -  aber eben auch Risiken.

    Grüße

  2. Von einfach bis kompliziert

    wird eigentlich alles angeboten.
    Die einfache Lösung:
    Finanzierung über die Hausbank. Unsere RaiBa hat uns einen Fremdwährungskredit der DZ-Bank (ist die Zentralbank der RaiBa und VoBa) in Luxemburg vermittelt. Die Grundschuld tritt die RaiBa an die DZ-Bank ab. Je nach Situation verlangt die Hausbank einen Zinsaufschlag oder nicht (unsere hat es nicht getan).
    Der Kredit hat eine Laufzeit, die man frei wählen kann (wobei der zinsVorteil hauptsächlich bei den kurzen Laufzeiten liegt, 20-jährige Zinsfestschreibungen sind in der Schweiz nicht üblich und die Konditionen unterscheiden sich meiner Erfahrung nach auch nicht lohnenswert von den deutschen Zinsen).
    Das Darlehen ist tilgungsfrei. Zum jeweiligen Fälligkeitstermin zahlt man seine Zinsen und verlängert oder auch nicht. Ich bezahle momentan 2.3 % für eine 12-monatige Zinsbindung.
    Der komplizierte Weg:
    war mir zu kompliziert und undurchsichtig:-)
    Es wimmelt da von Aufschlägen, Absicherungen, Abschlägen, Abtretungen, Wertgutachten ... Das ganze war im Endeffekt fast genauso teuer wie ein Kredit in Deutschland, hatte allerdings noch den abenteuerlichen Beigeschmack eines Fremdwährungskredites.
    Das Risiko:
    1.) Die Zinsen entwickeln sich unterschiedlich
    2.) Der Wechselkurs entwickelt sich ungünstig
    Zu 1:
    In den letzten 20 Jahren lagen die schweizerischen Zinsen immer niedriger als die deutschen Zinsen. Das bringt natürlich nichts sicheres, weil es ja um die Entwicklung in der Zukunft geht, allerdings kann man schon ein gewisses Verhalten beobachten.
    Zu 2:
    Der Schweizer Franken schwankte in den letzten 10 Jahren zwischen 1.71 und 1.44, die für einen € zu bezahlen waren. Wenn man also zum jeweils schlechtesten Zeitpunkt seinen Kredit aufgenommen bzw. zurückgezahlt hätte, hätte man für den 200 k CHF Kredit 117 k € bekommen und 139 k CHF zurückzahlen müssen.
  3. Verwirrung

    Hallo Herr Ritter,
    Ihr Zahlenbeispiel ist leider etwas verwirrend. Einen 200 k CHF Kredit muss ich mit 200 k CHF zurückzahlen, da kommt man mit den 139 k CHF nicht ganz klar.
    Vielleicht könnten Sie ja das Beispiel etwas deutlicher darstellen und beide Fälle, also sinkendem und steigende Kurse berücksichtigen. Dann ist Chance und Risiko gleichberechtigt erwähnt.
    Viele Grüße
  4. Sorry, dass sollte folgendermaßen heißen:

    Der Schweizer Franken schwankte in den letzten 10 Jahren zwischen 1.71 CHF und 1.44 CHF, die für einen € zu bezahlen waren. Wenn man also zum jeweils schlechtesten Zeitpunkt seinen Kredit aufgenommen bzw. zurückgezahlt hätte, hätte man für den 200 k CHF Kredit 117 k € bekommen aber 139 k € zurückzahlen müssen.
    1997 bekam man für 1.71 CHF einen EUR[0]. Wenn man also einen Kredit über 200'000 CHF aufgenommen hat, wurden 117'000 € ausbezahlt. Im Jahr 2002 bekam man für 1.44 CHF einen €. Wenn man zu diesem Zeitpunkt seinen 200'000 CHF Kredit zurückgezahlt hätte, hätte man 139'000 € überweisen müssen.
    Das ganze funktioniert natürlich auch andersherum. Wenn man im September 2001 einen Kredit über 200'000 CHF aufgenommen hätte, hätte man dafür 139'000 € bekommen. Bei einer Rückzahlung im September 2005, hätte man nur 129'000 € überweisen müssen.
    Es kommt darauf an, wie langfristig man den Kredit benötigt. Auf die Zeitdauer von 20 Jahren sind die 22'000 € aus dem ersten Beispiel (wenn man den Barwert betrachtet) weniger als 1 % "Verlust" pro Jahr. In den letzten Jahren sind die Zinsdifferenzen aber oberhalb dieses einen Prozentes, man würde also auch in diesem Falle nicht schlechter fahren.
    Problematisch wird das ganze nur bei stark schwankenden Währungen wie bspw. dem YEN, der innerhalb der letzten 10 Jahre über 80 % schwankte.
    Markus
    [0] bzw. 1.9583 DM, den € gab es damals noch nicht.
  5. 1 EUR

    ist natürlich 1.95583 DM, bevor wieder Missverständnisse aufkommen :-)

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