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Fenster und Außentüren

Zugluft zwischen Fensterrahmen und Fensterbank

Hallo,

mir ist heute aufgefallen, dass es an meinem bodentiefen Fenster im EZ sehr stark zwischen Fensterrahmen und Fensterbank zieht. Ich habe mich mal weiter im Haus umgesehen und festgestellt, dass das Problem noch an weiteren Fenstern auftritt (siehe Bild).

Mein Haus ist von 2000, ab wann wurden die Fensterrahmen denn am Mauerwerk bzw. der Betonplatte verklebt?

Was kann ich nun machen? Einfach die Stöße mit Silikon abdichten?

Schönen Gruß,

Anhang:

Der Beitragsersteller hat versichert, dass der Anhang selbst erstellt wurde und keine Rechte verletzt.

Name:

  • Tim
  1. Die Anforderung an die .......

    ....luftdichte Montage existiert spätestens seit 1998. Abhilfe könnte eine kleine Deckleiste in derselben Holzart schaffen, bei der zwischen Deckleiste und Fuge mit einem Dichtstoff abgedichtet wird.

  2. Luftdichtheit hat Geschichte

    Nichs für "Ungut"!

    DIN 4108, August 1969
    Durch Undichtheiten an Fenstern und Türen gehen große Wärmemengen verloren. Deshalb sollen alle Fugen gut abgedichtet sein. Dies gilt besonders auch für die Fugen zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk und für die Stoßfugen bei großflächigen Bauteilen (Plattenwänden).

    DIn 4108 November 1975
    Bei Fugen in der wärmeübertragenden Umfassungsfläche des Gebäudes, insbesondere auch bei durchgehenden Fugen zwischen Fertigteilen oder zwischen Fertigteilen und dem tragenden Gerippe, ist dafür Sorge zu tragen, daßdiese Fugen dauerhaft und praktisch luftundurchlässig abgeschlossen sind.

    Der Eindichtung der Fenster in die Außenwand ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Die Fugen müssen dauerhaft und praktisch luftundurchlässig abgeschlossen sein.

    Wärmeschutzverordnung 1977
    Fugendurchlasskoeffizient von Fenstern. Die sonstigen Fugen in der wärmeübertragenden Umfassungsfläche müssen dauerhaft und entsprechend dem Stand der Technik luftundurchlässig abgedichtet sein.

    DIN 4108, Oktober 1979
    Lüftungseinrichtungen sollen im geschlossenen Zustand dicht sein.
    Sonstige Fugen müssen dauerhaft luftundurchlässig abgedichtet sein. Ebenso Fugen zwischen Fensterrahmen und Wand.
    Zusammengesetzte Bauteile müssen zusätzlich abgedichtet werden.

    Bei Fenstern: Fugendurchlasskoeffizient a

    DIN 4108, August 1981
    Wärmeverluste durch Undichtheiten an Fenstern und Türen sowie sonstigen Fugen, insbesondere bei Außenbauteilen infolge Luftaustausch.

    Sonstige Fugen müssen dauerhaft luftundurchlässig abgedichtet sein. Ebenso Fugen zwischen Fensterrahmen und Wand.

    Bei Fenstern: Fugendurchlasskoeffizient a

    Und so weiter ............

    Quelle

    http://www.luftdicht.de/geschichte.htm#DIN4108-1969

    Das alles Dicht sein muss, gibt es also schon ein wenig länger.

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  3. Wow.......

    ......was für eine Arbeit! Deshalb schrieb ich ja auch "spätestens".
    Übrigens: Zitat aus dem Buch "Der Fensterbau" 1954 vom Karl-Hoffmann-Verlag
    "Die Futterrahmen müssen nicht nur fest, sondern auch völlig luftdicht in den Maueranschlägen liegen."

    Ich wollte nur nicht so weit ausholen :-)

  4. Aber aber

    Herr Sieber,

    das war nicht böse oder Ihnen auf die Füsse tretend gemeint sondern lediglich dahingend, dass man das nicht so ganz so einfach beantworten kann.

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  5. Das.....

    ....habe ich in keiner Weise negativ aufgefasst :-)

  6. Herr Reinartz, Danke für die lesenswerte Auflistung!

    Auch von mir ein "wow", Herr Reinartz und Danke für die lesenswerte Auflistung.

    Ich habe mir das (natürlich zusammen mit dem Zitat von Herr Sieber von 1954) gleich mal abgespeichert, weil die Frage, ab wann es eigentlich den a.R.d.T. entspricht, Fenster- und Türenrahmen luftdicht einzubauen, ein Thema ist, was insbesondere in Mietstreitigkeiten um Baumängel immer wieder vorkommt.

    Sehr hilfreich - vielen Dank Ihnen beiden!

  7. Tja, ganz genau,


    das ist ja oftmals die Frage.

    Ich habe allerdings nicht alles aufgeführt aber den Link des Glasermeister habe ich noch nich gesichtet, mal sehen, den werde ich mir noch anschauen.

    Die weitere Problematik wäre allerdings hier noch zu berücksichtigen, dass die Schreiner bzw. Tischler DINA ein wenig hinterher hinkt, denn der durfte zeitweilig in Teer oder Ölgetränkte Stricke (Seile, Sisal irgendwas) rund umlaufend auf ein Holzfenster nageln, was zur Dichtigkeit beitragen sollte, was natürlich denn dann sodann auch nicht zweifelsfrei und tadellos funktioniert.

    Wie das rechtlich zu bewerten ist, keine Ahnung, da sind Sie der Fachmann.

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  8. Aber bitte nicht verwechseln mit der Fugendurchlässigkeit zwischen...

    ...Fensterflügel und Fensterrahmen, bzw. Türblatt und Türrahmen.

    Fenster und Türen waren bis zu einer gewissen Zeit relativ undicht - Infiltration durch Fugen.

    Oder täusche ich mich da?

  9. Ja, Sie täuschen sich da,

    siehe DINA 4108 1969

    Dies gilt besonders auch für die Fugen zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk und für die Stoßfugen bei großflächigen Bauteilen (Plattenwänden).

    Mit freundlichem Gruß

    Markus Reinartz

  10. Es ist bedauerlich, dass diese Aussage so stehen bleibt,

    und sachverständig keine weitere Stellung bezogen wird!

    Ich darf also festhalten:

    Einfachverglaste Holzfenster weisen die gleiche Luftdichtheit auf, wie die in den 70´er Jahren aufgekommenen "Thermopane"-Fenster, bzw. die aktuell verwendeten Fensterkonstruktionen.

    Besten Dank für diese "aufschlussreiche" Information.

  11. Dr. wiki

    Was wollen Sie denn mit ihrem Einwand erreichen? Natürlich waren historische Holzfenster mit-ohne Dichtung "Holz-auf-Holz" früher nicht so dicht, wie ein Holzfenster aus den 80ern mit mind. einer Lippendichtung und diese wiederum waren weniger dicht als die heutigen Rahmenkonstruktionen mit mehrstufigen Dichtungssystemen. Da hat keiner was anderes behauptet. Hr. Reinartz hat nur darauf hingewiesen, dass man schon immer so bauen sollte, dass es nicht zieht, jeweils nach den damals möglichem Stand der Technik.

    Dem Hr. Reinartz ging es aber vor allem um die Einbaufuge der Fenster und nicht um die Fuge zwischen Blend- und Flügelrahmen.

    Ein ergänzender Hinweis meinerseits:
    Bereits in der 69er Fassung der DINA 4108 stand drin, dass bei besonders dichten Fensterkonstruktionen der Planer über den Einbau zusätzlicher Lüftungsmöglichkeiten nachdenken solle. SChon witzig, dass sich heute viele nicht mehr an die Lüftungskästen in den Außenwänden der Häuser aus den 70ern erinnern und die Außenwandluftdurchlässe für eine neue Erfindung der DIN 1946-6 halten...

    Man könnte zum Thema Luftdichtheit von Wohngebäuden hier ganze Bücher schreiben, oder bestehende Bücher vorlesen... aber das tut wohl nicht Not.

    Ich fand Hr. Reinartz historischen Abriss ganz erfrischend. Dank an den Kollegen.

  12. Die konkrete Frage aus Beitrag Nr. 8 wurde falsch beantwortet!

    Wir sind doch alle im Rahmen unserer Möglichkeiten um Rechtsicherheit bemüht, oder?

    In Mietstreitigkeiten, wie sie im Beitrag Nr. 6 erwähnt worden sind, kann da ein Unterschied zu der Luftdichtheit von Fenstern entscheidend sein!

    Nach wortgewaltigen Ausführungen darf ich also nun festhalten:

    Bez. der Luftdichtheit bestehen Unterschiede, je nach der zur Bauzeit üblicherweise verwendeten Fensterkonstruktion!
    (Prinzipiell: Je neuer, umso dichter)

    In der Hoffnung ein wenig zur Aufklärung beigetragen zu haben.

  13. Richtig Herr Tilgner!

    Dem Fragesteller ging es ja auch darum, dass es zwischen Fensterrahmen also dann dem Blendrahmen und der Fensterbank hindurch ziehen würde, weswegen ich auch nur dazu Stellung bezogen habe.

    Mit freundlichem Gruß

    Markus Reinartz


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