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Fenster und Außentüren

Lichte Durchgangshöhe bei Terassenschiebetüre nur 173 cm

Liebe Forum-Teilnehmer,
Wir haben ein Problem in unserer Penthousewohnung in NRW. Nachdem die Terassentüren (Schwenkschiebetüren) eingebaut sind haben wir festgestellt, das die lichte Durchgangshöhe nur!!! 173 cm beträgt. Ist das normal bzw. gibt es hier in Deutschland Vorschriften hinsichtlich der minimalen Durchgangshöhe für solche Türen (analog Innentüren mit 205 cm)??
Ich würde mich über eine Rückmeldung sehr freuen.
Liego

Name:

  • liego
  1. Normen?

    Das wird wohl eher unter der juristischen Rubrik "unzureichende Gebrauchseignung" laufen. Es muss nicht alles genormt sein. Vieles ist selbsterklärend. Es gibt auch keine Norm nach der es verboten wäre Türen liegend einzubauen, trotzdem macht es keiner, weil es nicht den üblicherweise erwartbaren Gebrauchseigenschaften einer neu eingebauten Tür entspricht, dass man in gebücktem Zustand durch sie hindurch taucht.

  2. 205?

    Apropos, Innentüren mit 205 sind (zumindest bei uns) sicher nicht Standart. Eine Mindestdurchgangshöhe für Innentüren gibt es in der ÖNorm in Österreich.

  3. Was hatten Sie denn bestellt bzw. gekauft!

    Werter Forumsteilnehmer,
    ein Standartöffnungsmaß der lichten Öffnung ist in der Höhe sicherlich 2,01 m für Zimmertüren und für Balkon oder Terrassen- und Hauseingangstüren 2,125 m.
    Eine Norm gibt es hierüber nicht -denn auch ein Höhenmaß von 1,875 m wäre ein Normmaß (z. B. häufig bei Kellertüren in niedrigen Kellergeschossesn)-, doch sicherlich ist dies heute als allgemein anerkannter Standart zu betrachten.
    Achten Sie darauf bzw. prüfen Sie, was Sie bestellt haben/hatten.
    Das Bausoll ergibt in erster Linie immer aus dem Vertrag.
    Mit freundlichen Grüßen
    Markus Reinartz
    ___________________________________
    PS. Unsere Beiträge hier in diesem Forum stellen lediglich unsere eigene Meinung und somit keine Beratung dar. Vielfach ist es so, dass ohne eine vorausgegangene Augenscheinseinnahme vor Ort am Objekt und ohne Sichtung der Bau- oder Planungsunterlagen nicht alle tatsächlichen Fakten und örtlich vorherrschenden Gegebenheiten präsent und bekannt sind, weswegen wir aus diesem Grund in dieser Hinsicht keinerlei Haftung und keinerlei Gewährleistung für die Korrektheit des hier von uns eingestellten Beitrages übernehmen können.

  4. da steht was:

    Quelle: VBH Wissensdatenbank / LBS
    Die Menschen werden immer größer. Das schlägt sich auch in den Vorstellungen darüber nieder, wie zeitgemäße Türen auszusehen haben. Ein Wohnungskäufer bezeichnete es als einen Mangel, dass der Bauträger lediglich eine Eingangstüre mit der Durchgangshöhe von 1,91 Metern errichtet habe. Das sei für heutige Verhältnisse zu wenig. Das Landgericht Köln (Aktenzeichen 37 O 57/07) stimmte dem zu. Die Türe müsse auf 1,93 Meter erweitert werden, hieß es im Urteil.
    Als Richtwert wird in solchen Fällen meist die Körpermaß-DINA 33402 herangezogen, die eine mind. Durchgangshöhe von 192,3 cm angibt. So ein Urteil ist aber immer eine Einzelfallentscheidung und man muss hier auch die bauliche Situation, Nutzung und die Vereinbarungen genau kennen.
    oder:
    Auf Grund des § 20 Abs. 2 des Baugesetzes, LGBl.Nr. 39/1972, in der Fassung LGBl.Nr. 2/1982, wird verordnet:
    1. Abschnitt*): Allgemeine Bestimmungen
    *) Besondere bautechnische Vorschriften für Schulen und Krankenhäuser enthalten die Schulbauverordnung (3002/6) und die Spitalbauverordnung (5000/1).
    § 1*) Allgemeines
    (1) Bauvorhaben müssen in allen ihren Teilen nach den Bestimmungen dieser Verordnung und, soweit darin keine Regelungen getroffen sind, nach dem Stand der Technik so ausgeführt werden, dass sie den Erfordernissen der mechanischen Festigkeit und Standsicherheit, des Brandschutzes, der Hygiene, der Gesundheit, des Umweltschutzes, der Nutzungssicherheit, des Schallschutzes, der Energieeinsparung und des Wärmeschutzes, des Verkehrs sowie des Schutzes des Orts- und Landschaftsbildes entsprechen.
    oder das Urteil etwas genauer:
    LG Köln, Urteil vom 23.01.2009 - 37 O 57/07
    Hat eine Wohnungseingangstür einer Eigentumswohnung eine Durchgangshöhe von lediglich 1,91 m, so ist der Käufer einer Eigentumswohnung berechtigt, vom Bauherrn und Verkäufer die Beseitigung dieses Mangels zu verlangen.
    Hinsichtlich der bei Neubauten dem heutigen Stand der Technik entsprechenden Durchgangshöhe von Wohnungseingangstüren bestehen keine verbindliche Normen für die Durchgangshöhe von Wohnungseingangstüren. Die DIN 18101 gelte ausdrücklich nicht für Wohnungseingangstüren. Lediglich in der DIN 18025 Teil 1 und Teil 2 für "barrierefreie Wohnungen" sei ein lichte Höhe von 210 cm angegeben.
    Es kann nach Befragung von Türenherstellern davon ausgegangen werden, dass es nach dem heutigen Stand der Technik üblich ist, dass die Durchgangshöhe mindestens 1,93 m beträgt. Der Kläger hat sonach Anspruch auf Nachbesserung gemäß §§ 633 Abs. 1 und Abs. 2, 634 Nr. 1 BGBA.
    Grüßle. khr


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