mein Mann und ich haben 1998 Fenster für unseren Neubau (Bundesland Bayern) gekauft, die laut Bauauflage SSK III erfüllen müssen.
Wir haben uns das Prüfzeugnis und entsprechendes Prospektmaterial zeigen lassen, waren vom schalldämmenden Ergebnis aber relativ enttäuscht. Dachten aber (da Beratung vom Fachbetrieb lautete: SSK III reicht euch völlig, die Fenster, die wir euch einbauen, sind mehr als okay.), wir hätten halt einfach doch höher gehen sollen im Schallschutz.
Im Nachhinein muss ich sagen: Wir waren einfach zu gutgläubig (die Firma wurde uns wärmstens empfohlen, args), denn: Jetzt stellt sich - mehr oder weniger durch Zufall - heraus, dass die Fenster mit Standard-Isolierglas 4-16-4 mit Argongasfüllung verglast sind.
Das Prüfzeugnis war von 1988 (das Datum hat man uns damals vorenthalten), basiert auf einer ÖNORM (Hersteller war Österreicher) und wurde - laut Institut, dass das Prüfzeugnis erstellt hat - bereits 1995 (drei Jahre vor unserem Einbau) durch die Einführung einer neuen DINAbk. EN-Norm (für Deutschland und Österreich) abgelöst. Unsere Fenster haben - wenn's hoch kommt - vielleicht 32 dBAbk..
Die Verjährung von fünf Jahren ist auch gerade abgelaufen, von daher ist es ein richtig schöner Fall für jeden Juristen.
- Musste der Lieferant wissen, dass 4-16-4 nie SSK III bringt?
- Musste der Lieferant wissen, dass ÖNORM in Deutschland nicht anwendbar?
- Musste der Lieferant wissen, dass DIN-Norm eingeführt wurde?
Lieferant stellt sich jedenfalls auf stur. Schließlich hätten die Fenster SSK III erfüllt, was sich ein bisserl mehr als fünf Jahren jetzt schon abgenutzt hätte. Rechtsschutz zahlt natürlich auch nicht, weil das in Verbindung mit Bau steht und nicht versichert werden kann. Aua.
Wir stehen jetzt jedenfalls vor dem Problem, nachbessern zu müssen. Und da erzählt mir jeder, mit dem ich mich unterhalte (Bauingenieure, Gutachter, Fensterbauer usw.) was anderes.
Konkret liegt uns nun ein Angebot einer m.E. sehr seriösen Fensterbauer-Firma vor, die in unsere Fenster (Kömmerling Combidur MPF) folgendes einbauen können:
- Gießharz-Scheibe 9 mm - 16 mm Zwischenraum - 6 mm (45 dB)
- Einbau nur mit Verbreiterungsglasleiste möglich
Meine Fragen an das Forum:
- Erreicht man mit Verbreitungsglasleisten ein gutes Ergebnis?
Frage deshalb, weil mir ein Gutachter sagte, dass das mit den Verbreiterungsglasleisten halt so eine Sache sei, Flügel austauschen sei besser. Problem: Combidur-Profil wird nach meinen Recherchen in Deutschland so gut wie nicht mehr verarbeitet.
- Ist das oben genannte Glas für uns sinnvoll/ausreichend?
Wir wohnen direkt an der Autobahn (weniger als 100 m davon weg). dB-Werte bis 70. Lkw-Anteil ordentlich, also viele tiefe Frequenzen. Wie hält man die Tiefen Frequenzen denn draußen?
- Wie kann man am Einbau der Fenster sinnvoll nachbessern?
Die Fenster wurden meines Wissens lediglich ausgeschäumt. Ich weiß lediglich, dass es irgendwelche Leisten gibt, die man nachträglich anbringen kann.
Ansonsten setzt mir jeder irgendwelche Flöhe ins Ohr. Bin verunsichert, dass ich nicht mehr weiß, was richtig und was falsch ist. Es würde mich sehr, sehr freuen, wenn mir das Forum hier weiterhelfen könnte. Oder einen Fachmann nennen könnte, der vom Schallschutz richtig Ahnung hat. Vielen herzlichen Dank dafür im Voraus ...
Birgit
