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Estrich und Bodenbeläge

feuchter Estrich in Fabrikgebäude von 1953

Hallo Experten,
ich habe ein kleines ehemaliges Fabrikgebäude (Wirkwarenfabrikation), gebaut 1953, und bin mir nicht sicher, welcher Estrich im EGA da eingebracht ist:
Farbe gelb, glatte Oberfläche, ca. 3 cm dick, in der tieferen Schicht faserig (hoffentlich kein Asbest...), abschabbar, saugt Wasser sofort auf.
Leider bilden sich nach Regenfällen feuchtglänzende Stellen (immer dieselben), manche mit Tropfenausbildung an der Oberfläche. Diese Feuchte fühlt sich seifig an. An manchen Stellen ist der Estrich auch ohne Feuchte nach oben gewölbt (ca. 30 cm Durchmesser, ca. 5 cm hochgewölbt), es klingt hohl darunter, ist aber stabil und belastbar, diese Beule.
Der Estrich hat also scheinbar eine wasserziehende Eigenschaft, daher vermute ich, daß er von außen eindringende Feuchtigkeit quasi aufsaugt bzw. ansaugt...
Ist es "Steinholz" o.ä.?
Das Haus ist nicht unterkellert, besitzt eine dicke Betonbodenplatte, auf der der Estrich aufgebracht ist; die Außenmauern, die auf der Bodenplatte stehen, sind im Sockelbereich erstmal behauene und verfugte Steinquader, bevor das Ziegelmauerwerk (38 cm) beginnt.
Wichtig zu wissen wäre, welcher Estrich, wie sanieren/schützen, und wie die vermutlich von außen eindringende Feuchte lokalisieren bzw. abstellen...? (Vermutung: Wasser dringt durch undichte Fugen der Steinquader im Sockelbereich, der sich mit einem kleinen Teil (ca. 20...30 cm) seiner Gesamthöhe unter OK Erdreich versteckt).
Würde eine Drainage helfen, oder verschlimmert diese das noch? Der Boden ist schwer und lehmig, die Humusschicht darüber sehr dünn.
Viele Fragen... ich weiß, aber würde mich über einige Meinungen dazu sehr freuen!
Vielen Dank
Michael

Name:

  • Michael
  1. Begutachtung vor Ort

    Hallo Michael,
    das sinnvollste wäre es, sich einen Fachmann suchen und die ganze Sache vor Ort anzuschauen.
    Dann ein Sanierungskonzept entwickeln und umsetzen.
    Mit freundlichen Grüßen

  2. hört sich nach Steinholz an

    wie Sie es beschreiben. Das zieht Wasser und ist faserig (Holzfasern). Hört sich auch so an, als könne eine Drainage helfen.
    Aber was sicheres kann man in so einem Fall erst nach Ortsbesichtigung sagen, wenn überhaupt.

  3. Kondensfeuchte?

    Hallo,
    danke für die Hinweise!
    Kürzlich meinte jemand, es könne auch Kondensfeuchte-Niederschlag sein... wegen der Tatsache, daß es immer dieselben begrenzten Stellen sind, die feucht sind, und wegen nicht unterkellert etc.
    Kann das sein, auf dieser Art Estrich, der ja eine gewisse Wärmeisolierung darstellen soll (Steinholz -> nicht fußkalt)?
    Auffällig ist, daß Stellen, auf denen flächig etwas steht, zunächst mal scharf umgrenzt trocken bleiben.
    Aber umgekehrt ist es auch zu beobachten, daß sich feuchte Stellen unter etwas flächig stehendem durchaus länger halten...
    Ich erklärte es mir bisher mit der Kapillarwirkung (wo oben keine Feuchte wegdunsten kann, zieht es nix nach...), oder liege ich da völlig falsch...?
    Vielen Dank und Grüße
    Michael

  4. Estrich erkennen und sanieren

    Zunächst einmal wäre anzumerken, dass Steinholzestriche (ME) bis in die 70er Jahre in Industrieobjekten eingebaut wurden. Nur: dieser spezielle Estrichtyp ist (ähnlich wie Kalziumsulfat-Estriche, CA) äußerst empfindlich gegenüber permanenter Duchfeuchtung. Der Unterschied zu CA ist der, dass ME/Steinholzestriche nach einer Rücktrocknung keinesfalls über irgendeine Festigkeit verfügen werden. Dies wird durch die irreversible Zerstörung des Kristallgitters bewirkt. Aufgrund der Farbstellung "gelb" ist es (eigene Erfahrungswerte) durchaus möglich, dass es sich um einen Steinholzestrich mit seinerzeit hierin verarbeiteten Asbestfasern handeln könnte (Farma-Estrich).
    In diesem Fall: unbedingt Finger weg von Abbruch- und Schleifarbeiten, welche nur durch entsprechende Fachbetriebe und nachdem die örtlichen Aufsichtsbehörden davon in Kenntnis gesetzt wurden durchgeführt werden dürfen. Man macht sich ggf. strafbar!
    Eine Betrachtung des Vorgangs nach den Prinzipien der Rentabilität kommt schnell zu dem Ergebnis, hier einen aussagefähigen Sachverständigen zwecks Begutachtung und Prüfung auf Asbestfasern einzuschalten, bevor eine Sanierung ohne genaue Kenntnis der Gegebenheiten angeregt wird.
    Letztgenannten Weg einzuschlagen wäre möglicherweise der Teuerste überhaupt, zumal zudem Nutzungsausfällen etc. zu berücksichtigen wären.
    Fazit:
    Ohne genaue Kenntnis des Estrich-Bindemittels und auch der rückseitigen Abdichtungssituation keine Sanierung! Sanieren um des Sanierens willen ist in den meisten Fällen der teuerste und schlechteste Weg zu einem oftmals fragwürdigen Erfolg!
    mfg Sachverständigenbüro Rauer


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