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Estrich und Bodenbeläge

Aufbau Unterkonstruktion für Massivholzdielen/-parkett auf Betondecke?

Hallo Experten,
wir stehen kurz vor dem Einbau unserer Bodenbeläge und stehen immer noch vor der Frage, wie sich eine "trockene" Unterkonstruktion ("Kreuz-Verbund") auf den Betondecken am besten verwirklichen lässt. Wir wollen im Wohn-/Ess-/Küchenbereich massives Stabparkett Esche (26 mm stark) verwenden und im Schlafzimmer + Kinderzimmer massive Dielen in Lärche (Aufbauhöhe jeweils 16 cm).
Ursprünglich wurde vom Holzlieferanten (Schreinerei) vorgeschlagen, auf eine Dampfsperre (PE-Folie) Konstruktionshölzer im Kreuz-Verbund zu legen, mit Cellulose vollzublasen und darauf das Holz zu verschrauben.
Das "Problem" ist aber, dass sich auf den Decken ziemlich viele Heizungs- und Elektrorohre befinden (ca. 2-3 cm stark) - ich müsste also in den Bereichen (und es sind wirklich viele!) die unteren Konstruktionshölzer immer aussparen.
Deshalb schlug der Schreiner jetzt vor, auf die PE-Folie eine 3 cm-Schüttung (Raab) aufzubringen, darauf eine Holzfaserdämmplatte, und darauf noch den Kreuzverbund mit entsprechend dünneren Konstruktionshölzern.
Mir erscheint dies aber fast noch aufwendiger als die Hölzer auszusparen.
Für Expertenmeinungen wären wir sehr dankbar, weil wir uns diese Woche noch entscheiden müssen und der Winter im Allgäu sehr streng sein kann....
Gruß,
Michael & Anne Roth

Name:

  • Roth
  1. Aufbauvorschlag

    Guten Tag,
    der Einbau einer Schüttung ist mit geeignetem Werkzeug weniger aufwendig als man sich dies vorstellt. Der wesentliche Vorteil ist, dass man eine plane Fläche hat, auf der man den weiteren Bodenaufbau ausführen kann. Sie hätten sonst nicht nur die Hölzer im Bereich der Rohre auszusparen, sondern gleichzeitig auch in Waage zu bringen.
    Ein weiterer Vorteil ist, dass sich geeignete Schüttung positiv auf die Trittschallminderung auswirkt.
    Neben der Frage des Trittschalls ist ohnehin die Frage nach der notwendigen Wärmedämmung zu stellen.
    Wir können Ihnen alternativ einen Aufbau mit einem Zementfertigestrich vorschlagen.
    Dazu wäre es notwendig weitere Details zu kennen. z.B. befinden sich alle Zimmer im EGA oder auch OGA, welche Deckenkonstruktion im OG, Aufbauhöhen etc.?
    Gruß
    Volker Schlosser

  2. Re

    Hallo Herr Schlosser (alternativ Volker ;-)),
    das Schlafzimmer und die Kinderzimmer sind im OGA. Die Gegebenheiten sind aber (fast) dieselben, d.h. Betondecke 20 cm, Aufbauhöhe wie EGA 16 cm. Fläche im EG=70 m², OG=60 m².
    Danke erstmal für Ihre Ausführungen zum Thema Schüttung. Bedenken habe ich eigentlich nur bezüglich des Aufwands für den Einbau der ganzen "Schichten"... (so eine Gutex-Fast-Fertig-Lösung wäre wohl leichter einzubauen...).
    Zudem bin ich noch unsicher wann ich mit dem Boden anfangen soll, da die Verputzer noch die 2. Lage Putz aufbringen müssen, was zwar nicht mehr so dreckbringend sein soll, aber die trampeln mir ja dann die ganze Geschichte wieder zusammen...
    Mit Zementfertigestrich hab ich mich noch nicht befasst, wäre aber sehr interessiert...
    Naja, Mitte November kommt die Küche, und da sollte dann wenigstens der Küchenboden fertig sein ;-)))
    Gruß aus dem Allgäu

    Name:

    • Roth
  3. dielenboden

    ...na der Putz sollte schon fix-und-fertig sein. Auf oder zwischen einer Kreuzlattung rumzulaufen ist wirklich kein Vergnügen. Der einfachste Weg ist m.E. eine Kreuzlattung. Auf den Betonboden gedübelt, gut ausgerichtet (z.B. mit Holzscheibchen oder Bierdeckeln) oder aber schwimmend (was wg. der Ausnivellierung nicht so ganz einfach ist auf einer Betondecke und auch m.E. nicht viel Schallschutz bringt). Wir haben jedenfalls massive Eichendielen auf einer solchen Kreuzlattung verschraubt, dazwischen Perlite-Schüttung. Läuft sich wunderbar leise und weich. Die Arbeit mit dem Aussparen der Lattung bei den Rohren läßt sich doch bei der Aufbauhöhe von 16 cm leicht darstellen. Die untere Lage der Lattung beispielsweise aus zwei Lagen (anstatt einer 8 cm zwei 4 cm-Lagen übereinander) gestalten und die Stellen mit den Leitungen einfach aussparen.

  4. Re2

    Hallo Herr Hellwig,
    na das ist doch mal eine geniale Idee! Schätze so werd ich es machen... Danke!
    Unter die untere Lage sollte aber schon noch eine Schicht Kokosmatten (sollen sich aber wohl mit der Zeit setzen...) oder Holzfaserdämmplatten, oder?
    Wenn ich diesen Aufbau komplett mit Perlite-Schüttung auffülle dann hab ich aber was zu tun... ;-) > Wäre hier eine Cellulose-Dämmung nicht besser?

  5. Dielenboden

    ..genau das ist das Problem: und genau das verursacht auch die Kosten (die allerdings immer noch weit unter Estrich-Niveau liegen): die Schüttung ist der einzige wesentliche Kostenfaktor bei dieser Konstruktion. Von dem Papierzeugs (Cellulose)hat mir mal jemand abgeraten, wegen Gefahr von Pilzbildung bei Feuchtigkeit. Will hier aber keine Gerüchte in die Welt setzen. Aber billiger wird das wohl auch nicht. Perlite gibts in großen Säcken, und bei der Menge können Sie bestimmt einen guten Preis bekommen. Wir hatten 12 cm Aufbauhöhe, hat prima geklappt. Nochn Tipp: nicht die Schüttung auf einmal einbringen. Immer nach für nach: einen Meter breit auffüllen, Dielen verlegen, dann wieder füllen, usw. Sonst laufen Sie dauernd in dem Zeugs rum. Und nochn Tipp: auf so einer Betondecke liegt jede Menge Beton- Putz- u. Baustaub. Und auch die Füllung staubt ggf. Bei geölten/gewachsten Böden tritt sich dieser Staub gerne fest und ist sehr schlecht zu entfernen. Also möglichst "von hinten" vorarbeiten, also möglichst vom fertigen Boden aus und nicht unnötig in dem Staub rumlaufen. Oder alles immer wieder mit Pappe abdecken. War wirklich eine Sauarbeit, den Boden hinterher sauber zu bekommen. Weitere Tipps für die Verlegung gibts gerne per mail. Bin aber auch nur Bauherr!

  6. ach nochwas: dämmstreifen

    Bei fest verschraubten Latten bringen die Fasermatten drunter wohl nichts. Aber sowas (oder wie gesagt, Bierdeckel, haben die gleiche Funktion) brauchen Sie eh zum ausnivellieren. Das ist was fürn Rentner (falls vorhanden; der ist dann idealerweise noch Ex-Schreiner, wie bei uns). Bei schwimmender Verlegung (bei uns im Dachgeschoss auf Holzbalkendecke) haben wir Holzfaserplatten-Streifen druntergeschoben. Bischen was wirds bringen.

  7. Neues "Problemchen" aufgetreten

    Hallo nochmal,
    erstmal 1000 Dank für die zahlreichen Antworten!!
    Ich hatte geschrieben dass wir im EGA und DGA 16 cm Aufbauhöhe haben - das stimmt nicht, geplant waren 14,5 cm.
    Bedingt durch verschiedene Gründe können wir jetzt aber nur noch eine Aufbauhöhe von 13 cm realisieren...
    Ich hatte ursprünglich geplant, die Kreuzlattung (3,8 x 5,8 cm) auf einen 1 cm Dämmstreifen (Weichfaserstreifen, auf unterste Lage getackert) zu montieren (siehe http://www.koeln-anders.de/jpg/leitungen-ueberbruecken.jpg
    Dadurch, dass jetzt nur noch max. 13 cm möglich sind, muss ich ein wenig umplanen...
    Eine spontane Idee wäre, die überbrückung der Leitungen nur mit einer Lage zu machen, wobei ich eben auf den ausgesparten Bereichen keine Querlattung schrauben könnte - ergo (3,8 x 2) + 1 + 2,2 = 10,8 > somit würden mir aber ca. 2 cm fehlen....
    Um auf die Idee zurückzukommen: Wäre es sinnvoll, direkt auf die Kreuzlattung OSBA-Platten zu schrauben, auf die dann die Holzdielen geschraubt würden, oder ist das Blödsinn? (wäre zumindest beim Esche-Stabparkett im EG imho ganz praktisch).
    Für weitere Ideen wäre ich sehr dankbar....
    Gruß aus dem Allgäu,
    Michael Roth

    Name:

    • Michael Roth
  8. Unterkonstruktion mit Dämmstoff bei Holzdielen bzw Parkett

    Hallo Michael, Hallo Anne
    Mein Vorschlag:
    Der Usprünglich vorgeschlagene Aufbau mit Kreuzweiser Verlattung ist durchaus passabel. Würde Ihn in folgender -ergänzter- Weise ausführen:

    • Dampfbremse: vollflächig auslegen, Stöße überlappen und verkleben
    • Dämmstoff: Das Zellulosematerial ist sehr bewährt, da braucht Ihr keine Bedenken haben wegen Schimmel oder ähnlichem. Perlite zu verwenden ist natürlich genauso möglich aber der Dämmstoff hat bei weitem nicht so gute Dämmeigenschaften wie Zellulose und ist erheblich teurer. Gesammt, weniger Dämmleistung, höhere Kosten - etwa 40%.

    Auch ist die Einbringung des Perlite etwas unangenehm da es die Augen rötet. Zelluslose staubt allerdings auch ist aber nicht so unangenehm.

    • Aufbau: Von 13 cm das Parkett abgerechnet, du sagtest 26 mm (sind es nicht 22 mm?, das wäre üblich), bleibt ca. 10,5 cm (falls es doch 22 mm sind nimm einfach anstelle von 3 cm, 3,4 mm Schüttung)

    Die verwendeten Latten würde ich nicht zu dünn dimensionieren da sie sonst den Kräften der Bodenhölzer nicht standhalten. Daher eine Lage Latten, Abstand mittig ca. 50 cm, darüber noch Blindbodenbretter.
    Konkreter Vorschlag:

    • die Schüttung über die Leitungen anbringen (ein Schüttgut das verdichtet werden kann und später nicht zusammensackt)=3 cm (3,4)
    • eine Lage Weichfaserplatten =1 cm
    • Latten in der Dimension 45/75 getrocknet, sonst knarrt die Sache später, liegend verlegt =4,5 cm
    • eine Lage Blindbodenbretter, gehobelt u. getrocknet, auf die Latten genagelt, vollflächig bei Esche, im 50% Abstand bei der Lärchendiele =2 cm
    • Bodenbelag Esche bzw Lärche verlegen. Genügend Randabstand einhalten, besonders bei der Esche

    Wenn ich ich mich nicht verrechnet habe müßte es jetzt mit der Aufbauhöhe genau hinkommen. Das ist ein sehr guter Aufbau, oft durchgeführt, baubiologisch sehr gut und auch preiswert. Meine Firma hat sicherlich schon an die 100.000 m² Parkett und Holzdielen genau so, bzw sehr ähnlich, verlegt.
    beste Grüße, bei Fragen könnt Ihr gerne nochmal mailen,
    Gottfried Crepaz


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