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Ökologisches und biologisches Bauen

Feuchtraumisolierung: Alternative zur Bitumenschweißbahn?

Guten Tag!
Ich suche eine Feuchtigkeitsisolierung für Böden in Feuchträumen (konkret: Badezimmerboden).
Normalerweise wird hier eine Bitumenschweißbahn auf den Estrichboden aufgebracht (und ca. 10 cm zur Wand hochgezogen).
Gibt es dazu eine ökologische Alternative (zB auf PE-Basis)?
PS: es befindet sich eine Fußbodenheizung unter dem Estrich
Vielen Dank.
MfG Michael Hofer

Name:

  • Michael Hofer
  1. Jepp...

    ...z.B. altro
    http://www.altro.com

  2. Nähere Infos?

    Habe mir die Seite angesehen, aber kenne mich nicht wirklich aus. Jedenfalls sind PVC-Bodenbeläge für mich keine ökologische Alternative. Außerdem frage ich mich ob auf einem glatten PVC-Belag ein Fliesenkleber haftet (Dünnbettverfahren).
    Vielleicht kann mir wer konkretere Hinweise geben? Zumindest Produktname und ev. deutsch/österreichischen Distributor.
    Danke!

  3. Bitumemschweißbahn bedenklich?

    Was bitte ist an einer Bitumenschweißbahn im Gebrauchszustand, dazu noch unter Fliesen, bedenklich?

  4. Feuchtraumisolierung: Alternative zur Bitumenschweißbahn

    Hallo,
    eine Bitumenschweißbahn als Feuchtigkeitssperre auf dem Estrich unter Fliesen ist mir neu. Wo wird das praktiziert?
    dafür gibt es doch im Fliesenfachhandel diverse Alternativabdichtungen zum streichen und spachteln. Da gibt es Fugendichtungsbänder.
    @ Jens-Peter
    Bitumen ist vieleicht wegen der Fußbodenheizung nicht so gut.
    Gruß

  5. Krebserregend

    Bitumen ist ein Erdölprodukt, es sind polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten. Ökotest: "Aromatische Kohlenwasserstoffe können das zentrale Nervensystem und innere Organe schädigen oder gelten als fruchtschädigend. Einige sind Krebs erregend, andere stehen unter Krebsverdacht".
    Natürlich sind die Fliesenfugen nicht absolut luft- und wasserdicht, sonst bräuchte man auch keine Feuchtigkeitsisolierung unter dem Fliesenboden. Die Bitumenindustrie steht auf dem Standpunkt, daß die Ausgasungen im Kaltzustand so gering sind, daß keine Gesundheitsgefahr besteht. Da dies bislang aber von keinem baubiologischen Institut verifiziert wurde und es darüber hinaus unbedenkliche Stoffe (Polyethylen, Latex, usw.) für diesen Einsatzzweck geben müsste, sehe ich keinen Grund hier ein Risiko einzugehen.
    MfG Michael Hofer

  6. Bitumenschweißbahn unrt dem Estrich

    @ Bernhard hast ja recht, die Bitumenschweißbahn wenn man sie dann will, gehört natürlich unter den Estrich.
    Ob jedoch der Fragesteller die alternativen Abdichtungen der Bauchemie als unbedenklich einstuft, waage ich zu bezweifeln.
    @Fragesteller, die Diskussion bezgl. der PAK und Einstufung in die MAK- Liste sind mir bekannt, jedoch bezieht sich diese nicht nur auf die Verarbeitung?
    Was ist denn mit dem Fliesenkleber, unbedenklich?

  7. Frage ist weiterhein: Alternative zur Bitumenschweißbahn?

    Ad Bodenaufbau:
    Altbau:
    1) Holzdecke (Dippelbaumdecke)
    2) Sand
    3) Trittschalldämmung (ca. 20 mm; Isover Hanf)
    4) PE-Folie
    5) Estrich
    Da unter dem Estrich nur geschüttetes bzw. "weiches" Material ist, ließe sich die Bitumenschweißbahn erst auf dem Estrich aufbringen, was technisch durchaus möglich ist und auch vor einer Durchfeuchtung des Estrichs schützt.
    Ad Gesundheitsschädlichkeit von Bitumen:
    Bitte nicht böse sein, aber ich kann hier keine Grundsatzdiskussion führen inwieweit Bitumen mehr oder weniger gesundheitsschädlich ist (bin kein Chemiker/Biologe/Mediziner). Es gibt dazu verschiedene Meinungen. Wenn sich ein umstrittener Baustoff vermeiden lässt (und das müsste hier grundsätzlich möglich sein: PE, Naturlatex, usw.) möchte ich das auch tun.
    MfG Michael

    Name:

    • Michael Hofer
  8. Sie können Ihre baubiologischen Bedenken...

    getrost vergessen!!
    Denn bei Ihrem Aufbau DARF da aus rein bautechnischen Gründen kein Bitumen hin - es sei denn, Sie verlegen darüber eine weitere Lage Estrich.
    Alternative Abdichtungen gibt es in Form von z.B. Lastogum von PCI (-> Google) oder Kunststoffmatten, z.B. von Schlüter Systems.
    Ob die allerdings Ihren baubiologischen Ansprüchen genügen, möchte ich anzweifeln.

  9. PAK / AKW

    PAK sind keine AKW (aromatische Kohlenwasserstoffe). PAK sind salopp gesagt Teerbestandteile, AKW Benzinbestandteile. Erstens sind die PAK-Gehalte in den Bitumenbahnen ohnehin aüßerst gering, zweitens gasen PAK im Gegensatz zu AKW nicht aus. Völlige Unbedenklichkeit kann man übrigens allein aus statistischen Gründen kaum verifizieren.
    Wenn wegen PAK in der Bitumenfolie Ihre Bedenkenschwelle überschritten wird müssten Sie eine Lüftungsanlage mit vorgeschaltetem Aktivkohlefilter einbauen und Ihr Haus unter Überdruck setzen. Nicht auszudenken, wenn der Nachbar grillt und evtl. ungefilterte Außenluft ins Haus gelangt.

  10. noch eins drauf

    googlen Sie mal zur Unbedenklichkeit von Latex nach "Latexallergie". Es ist nicht alles Schalk was juckt und nicht alles PAK was Krebse erregt ;-)

  11. @Hr. Ackermann

    Scheinbar ist Ihnen langweilig, um dem abzuhelfen sei Ihnen diese Seite ans Herz gelegt: http://www.umweltbun...dstoffe/pops/pak.htm
    Herzliche Grüße,
    Michael Hofer

  12. Ist schon richtig

    sagt aber in dem Zusammenhang nichts aus.
    Also: PAK sind ein Summenbegriff für ca. 200 Verbindungen. Unbestritten sind die meisten davon krebserzeugend. Netterweise ist es aber so, daß ausgehend vom Naphtalin als kleinstem PAK (zwei Benzolringe) mit steigender Komplexität der Verbindungen (mehr Benzolringe) die "Giftwirkung" zunimmt, die Löslichkeit (in Wasser) aber abnimmt und der Siedepunkt steigt. D.h., daß die Summenbetrachtung der gängigen 16 PAK nach US EPA bei der Gefährdungsbeurteilung nur bedingt sinnvoll ist. Je gefährlicher die PAK, desto weniger werden sie freigesetzt (über Lösung oder Ausgasung). Anders sieht das aus, wenn die Gefahr der Staubfreisetzung besteht.
    Mittlerweile sind in Bitumenprodukten die PAK-Gehalte außerdem soweit reduziert, daß selbst beim Heißeinbau von "Asphalt" die BGén keine wesentlichen Probleme mehr sehen - wohlegemerkt für die Verarbeiter, die damit regelmäßig zu tun haben.
    Und das o.g. Grillen ist als unvollständiger Verbrennungsprozeß eben ein Paradebeispiel für PAK-Herstellung. Mit einer Nase Grillduft haben Sie mehr PAK inhaliert als Sie in Ihrem Bad jemals erschnüffeln können. Ganz zu schweigen vom Passivrauchen.

  13. @Hr. Dühlmeyer

    Können Sie mir bitte sagen, wieso aus technischen Gründen ein derartiger Aufbau problematisch ist?
    ad alternative Abdichtungen:
    Ich habe keine höheren Ansprüche als einschlägige Institute (IBR Rosenheim, IBO Österreich, IBN Neubern usw.) - schließlich habe ich auch in der entsprechenden Rubrik gepostet.
    Danke für die Produkthinweise, aber Kunstharzdispersionen (PCI Lastogum) scheiden leider aus (würde jeder Baubiologe so sehen, nicht nur ich). Die Schlüter Produkte werde ich mir noch ansehen, da gibt es ein paar auf PE-Basis - das ist klingt recht gut. Danke jedenfalls!
    MfG
    Michael Hofer

  14. übrigens

    sind die PAK-Emissionen im angesprochenen Artikel keine gasförmigen Emissionen, sondern Rauchemissionen. Nicht daß da ein Mißverständniss über Ausgasungen besteht.

  15. @Hr. Ackermann

    1) Dann fragen Sie einmal Ihren Hausarzt wieso etwa Kondome nicht aus dem ach so gesunden Bitumen erzeugt werden.
    2) Tut mir leid - ich grille nicht täglich eine Stunde. In meinem Badezimmer halte ich mich aber durchaus so lange auf. Abgesehen davon halte ich nichts davon mich - selbst bei täglichem Grillen - einer Zusatzbelastung aussetzen. Noch zu Ihren anderen Sorgen: ich habe keine Latexallergie (abgesehen davon betrifft das nur Hautkontakt), bin weder Raucher noch ambitionierter Passivraucher.
    3) Die Diskussion ist müssig. Die Forumsrubrik ist wohl nicht dazu gedacht Personen, die Fragen zum baubiologischen Wohnen haben, von den Vorteilen von Erdölprodukten zu überzeugen oder? ;-)

  16. @übrigens

    Auch kristalline Feststoffe können mittels Gasen durch die Umwelt transportiert werden, eben zB im Rauch.

  17. Zur Erläuterung...

    Bitumenbahnen zwische Estrich und Fliesen(kleber) wirken als Trennlage - verhindern die Oberflächenhaftung des Fliesenklebers.
    Bleiben drei Möglichkeiten
    Kunststofffolien -vielleicht ohne flüchtige Stoffe, aber rein biologisch nicht der Hit (oder wirkt hier St Florian?)
    Auskleiden der Bodenfläche mit Metallblechen verkelbt oder verlötet - sofern der Aufbau noch nicht liegt und der Geldbeutel reicht
    Russisch Roulette gegen den Wasserschaden spielen und hoffen dass keine Feuchte in den Aufbau eindringt.
    Wenn Sie sich viele Gedanken zum PAK als flüchtigem Stoff machen (oder gemacht haben), wie schützen Sie denn Ihr Haus gegen Radon? Eine verschweisste Edelstahlblechplatte vollflächig unterm Haus oder was liegt da.
    Denn die Gefahr von Radon ist deutlich grösser als die von PAK aus Bitu-Bahnen oder Latexallergie

  18. wohl wahr,

    aber erstmal müssen Sie freigesetzt werden. Ich wollte Sie auch nicht überzeugen, denke aber, daß man solche Risiken in Beziehung zu den übrigen vorhandenen Gefährungen sehen sollte.

  19. Vieleicht hilft

    das weiter.
    EverCrete aber nur auf zementgebundenen Untergründen.
    kommt in Schwimmbädern und Wasserspeichern unter anderem zum Einsatz. Link: http://www.ecobeton.com/de/evercrete_de.html
    Gruß

  20. @Hr. Dühlmeyer

    ad Aufbau: Wir haben einen derartigen Bodenaufbau (leider mit Bitumenschweißbahn) bereits in einem anderen Objekt und das Badezimmer dort ist seit 3 Jahren problemlos in Betrieb.
    ad Radon und Stahlplatte unterm Haus: Nein, das Objekt ist kein Haus, sondern eine Wohnung die sich im 4. Stock eines Wiener Altbaus befindet. Das Hausfundament ist ca. 600 Jahre alt und besteht aus Ziegel und Natursteinen - keine Radongefahr im 4. Stock daher.
    MfG
    Michael Hofer

    Name:

    • Michael Hofer
  21. @vielleicht

    Das Produkt auf Wasserglasbasis sieht sehr vielversprechend aus. Danke!


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