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Außenwände und Fassaden

Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk, laut U-Wert Rechner Tauwasser

Hallo allerseits,

ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit einer möglichen Fassadendämmung unseres Hauses aus dem Baujahr 1953.

Nach einigen Recherchen hatte ich mal den U-Wert-Rechner bemüht, um zu schauen, welchen Effekt welche Dämmung denn hat.

Unser Maueraufbau ist folgendermaßen von innen nach außen:

1. Trümmersplittstein 17,5cm (laut Baugenehmigung) gleichzusetzen mit Hohlblockstein?
2. maximal 4cm ruhende Luftschicht. Keine Öffnungen an der Außenseite der Wand!
3. 11,5cm Ziegelstein 4. Putz (Kalkzement gestreckt?)
5. Recht dicht wirkende Fassadenfarbe

Wenn ich diesen Wandaufbau in den Rechner eingebe, so wird mir ein Tauwasserproblem innerhalb der ruhenden Luftschicht dargestellt.

Wenn ich diese Luftschicht mit einer Dämmung ausfülle (EPS-Schüttung etc.) wird dieses Problem anscheinend minimal gelindert. Abhilfe würde erste eine weitere Dämmung außerhalb (WDVSA, hinterlüftete Vorhangfassade) leisten.

Was ist von dem Tauwassserproblem generell zu halten (mit und ohne Dämmung)? Das Thema ist aufgekommen, da wir nun den ersten Schimmelfall hinter einem Sofa hatten (Außenwand, Sofa zu dicht an der Wand). Da unsere Räumlichkeiten eher klein sind, möchten wir ungern riesige Abstände zur Außendwand einhalten müssen und die Fassade müsste in diesem Jahr neu gestrichen werden. Wenn ein Gerüst aufgestellt wird, ist zu überlegen, ob man gleich weitere Maßnahmen ergreift.

Für Meinungen und Anregungen sind wir dankbar!

Viele Grüße

Name:

  • Marko
  1. Frage eigentlich schon selbst beantwortet...

    Wenn nicht die vielbeschriebene Energieeinsparung im Vordergrund steht, sondern tatsächlich die Notwendigkeit von Konfort-
    bzw. Nutzungsverbesserungen (Schimmelpilzvermeidung durch höhere Innenoberflächentemperaturen), dann ist eine Fassadendämmung sicher sinnvoll.

    Frage zum Hintergrund: Wie neu/alt und wie dicht sind Ihre Fenster? Schon mal was von der DINA 1946-6 gehört, die man beim Fenstertausch mit beachten sollte?!

  2. Vielen Dank für diese erste Meinung. ...

    ... Die Fenster wurden vor etwa zwei Jahren getauscht (UGA-Wert 1,1). Während der Heizperiode liegt die relative Luftfeuchte unter 60%.

    Bezüglich der Dämmung: Ist eine Kerndämmung bei den Randbedingungen sinnvoll und vielleicht auch schon ausreichend? Ist der berechnete Tauwasseranfall bei dem vorhandenen Mauerwerk realistisch und bleibt dieses Problem tatsächlich auch bestehen bei einer alleinigen Kerndämmung?

  3. Was haben denn die Fenster damit zu tun?

    Bei den meisten Fenstern können die Dichtungen ausgetauscht werden.

    WDVSA drauf, Leibungen rechts und links sowie oben und die Fensterbank natürlich auch, abstemmen und heraus stemmen und mit dämmen.

    Was soll dann sonst noch mit den Fenstern geschehen.

    Klar, sind neue dichter, und klar haben auch die Fenster natürlich etwas damit zu tun, aber manchmal muss man darüber nachdenken, ob dass Sinn macht die auch auszutauschen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  4. Die Fenster sind doch von den ...

    ... Dämmwerten her doch gar nicht schlecht und vor allem sind diese auch neu. Ein Austausch kommt daher nicht in Frage.

    Meine Frage ist, ob eine Dämmung der Luftschicht Sinn macht und auch schon einen Effekt auf die Wandtemperatur hat. Weil aber der U-Wert-Rechner im Jetzt-Zustand und Kerndämmungszustand mir Tauwasser in diesem Bereich anzeigt, bin ich am Grübeln und vor allem überlege ich, ob eine zusätzliche Dämmung der Fassade Sinn macht.

  5. Was haben die Fenster damit zu tun?

    Schimmel???

    Oftmals wurde in der Vergangenheit bei alten schlecht gedämmten Häusern durch den Einbau dichter Fenster der "Mindestluftwechsel zum Feuchteschutz" unterschritten!!!

  6. Da die relative Luftfeuchte doch nicht ...

    ... übermäßig hoch ist, würde ich die Lüftung nicht als Hauptproblem sehen. Sicherlich kommt der Schimmel hinter dem Sofa davon, dass das Sofa zu dicht an der Wand stand und nicht genügend Luftzirkulation herrscht. Das größere Problem sind aber doch die kalten Wände?

    Deshalb würde mich interessieren, was von diesen bereits dargelegten Punkten zu halten ist:

    Ist eine Kerndämmung bei den Randbedingungen sinnvoll und vielleicht auch schon ausreichend? Ist der berechnete Tauwasseranfall bei dem vorhandenen Mauerwerk realistisch und bleibt dieses Problem tatsächlich auch bestehen bei einer alleinigen Kerndämmung?

    Über Anregungen würde ich mich freuen.

  7. Fenster haben damit nichts zu tun oder nicht viel damit zu tun!

    Wenn ....., die richtig eingebaut worden sind und kein Einbaufehler vorliegt.

    Auch ein ggf. vorliegender Einbaufehler kann in der Regel, bei auszuführenden Dämmmaßnahmen korrigiert werden. Am einfachsten in dem Fall natürlich oder am einfachsten ist das der Fall, wenn ein WDVSA aufgebracht wird.

    Dichtungen kann man in der Regel austauschen.

    Nicht immer geht das, aber ich wollte nur mal darauf aufmerksam machen, dass der Austausch von Fenstern oftmals in keinem vernünftigen Kosten-Nutzen-Verhältnis im Hinblick auf die zu erwartenden Einsparungen steht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  8. Soweit ich es jetzt sehe, wäre ...

    ... die Fensterproblematik nicht gegeben.

    Es geht also immer noch um die Frage, ob eine Kerndämmung als erste Maßnahme sinnvoll wäre, da relativ leicht auszuführen.

    Ist tatsächlich mit einem Tauwasseranfall an der Grenzschicht ruhende Luftschicht <-> äußere Außenwandhülle (verputze Ziegelsteine) zu rechnen und ist dies relevant bei der Ausblasung mit hydrophobem Material?

    Laut u-wert-Rechner besteht dieses Problem bereits jetzt im ungedämmten Zustand.


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