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Außenwände und Fassaden

Was ist eine "schubweiche" Schicht ?

Hallo,

würde mich sehr freuen, wenn mir jemand erklären könnte, was beim Putz eine "schubweiche" Schicht ist. Ich bin im Internet über diesen Begriff im Zusammenhang mit einer Veröffentlichung des Frauenhofer Instituts gestolpert. Leider finde ich die Quelle nicht mehr. Sinngemäß hieß es dort, dass Armierung ohne diese Schicht nichts bringt. Ist damit vielleicht der Armierungsmörtel gemeint. Wer weiß genaueres darüber ? Muss den Außenputz unseres
Hauses sanieren.

Gruß

Name:

  • Heinrich
  1. Zur Rissvermeidung im Oberputz soll diese Schicht dienen

    Eine Schubweiche Schicht ist eine Zwischenschicht, die Risse im Oberputz vermeiden soll. Sie kann aus Putz oder auch aus Mineralwolle, Steinwolle oder Styropor bestehen. Was Sie wählen ist abhängig vom Putzgrund.

  2. Es geht um Renovierung eines Außenputzes

    Vielen Dank für die Rückmeldung.Der Putzgrund besteht aus einer dunkleren und einer helleren Schicht (außen). Ich gehe davon aus, dass es sich um einen 50 Jahre alten Kalkzementputz handelt. Gesamtstärke ca. 1,5cm.

    Der Putz ist bis auf einige Risse, Ablösungen (Giebelbereich)und groben Ausbesserungen überwiegend intakt.

    Im Zusammenhang mit der Armierung und der Frage, ob eine komplette Armierung der Fassade erforderlich ist, bin ich auf die "schubweiche Schicht" gestoßen. Diese soll laut Frauenhofer erforderlich sein, wenn die Armierung überhaupt etwas bringen soll.

    Bezogen auf unser Vorhaben, was könnte hier als "schubweiche Schicht" gelten oder ist das nur etwas für den Neubau ?

    Gruß Heinrich

  3. Wie ich schon sagte,

    nix schlimmes diese schubweiche Schicht. Sie ist lediglich das, was Sie immer schon war, jedoch lediglich ein wenig geschwollener erklärt oder beschrieben. Außenputz ist meistens zweilagig und eine der beiden Schichten, nämlich die untere, die auf das Mauerwerk aufgeputzt ist, ist die schubweiche Schicht. Später kamen denn dann auch noch die Wärmedämmverbundsysteme hinzu, wobei dann die Dämmung die schubweiche Schicht darstellt. Was nun bei Ihrem Haus das beste ist oder sein wird, wird sich wohl hier nicht klären lassen, jedenfalls nicht anhand Ihrer Beschreibung, es sei denn, Sie würden auch dämmen wollen, dann könnte man sagen, machen Sie ein Wärmedämmverbundsystem drauf, dann haben Sie Ihr Haus gedämmt und zugleich auch schon die schubweiche Schicht, wenn Sie denn sodann unbedingt auf das vorhanden sein einer schubweichen Schicht (was Putz bedeutet) beharren möchten. Was im Fall der Sanierung Ihres alten vorhandenen Putzes das beste ist, lässt sich wohl hier nicht klären.

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  4. Das verwirrt mich.

    Einmal geht es EINE Schicht. Dann um ein ganzes WDV-SYSTEM, das wiederum aus ganz unterschiedlichen Schichten besteht.

    Beleiben wir mal beim Putz. Ich denke das ist überschaubar. Wie Sie schreiben, ist die untere Putzschicht die schubweiche Schicht. Die müsste dann weicher sein als die obere, richtig ? Wenn ja, welcher Grundputz erfüllt diese Voraussetzung ? Oder anders gefragt: gibt es bei den Grundputzen unterschiedliche "Härtegrade" ? Wenn ja, welche ?

    Gruß Heinrich

  5. gelbe Seiten

    Was spricht dagegen, mal eine Putzerfirma vor Ort zu holen und dazu soll die gleich den Fachberater des Putzlieferanten (z.B. sto oder Weber) mitbringen und dann wird nach Sixchtprüfung und ggf. weiteren Untersuchungen festgelegt, welche Sanierung funktioniert.

    Ihnen hier alle Theorien der Putze je nach Untergrund zu erläutern ist etwas viel verlangt. Schubweich bedeutet, dass sich die Spannungen aus ggf. vorhandenen Mauerwerksrissen innerhalb des weichen Unterputzes abbauen (verteilen) und somit keine risserzeugenden Spannungsspitzen am harten, armierten Deckputz mehr ankommen.

  6. Putzerfirmen hatte ich schon da.

    Allerdings war zu diesem Zeitpunkt die "schubweiche Schicht" noch kein Thema. Wohl aber die Sanierung der Fassade, und da war dann nur noch das Staunen angesagt: vom Ausbessern bis zum kompletten Entfernen des Putzes lauteten die Empfehlungen je nach Anbieter. Vor diesem Hintergrund vielen Dank für den Tipp, gleichzeitig einen Fachmann einer Herstellerfirma hinzuzuziehen. Ich hoffe nur, dass sich die Beteiligten darauf einlassen. Aber da sind ja noch die Bauchsachverständigen und die Bauphysiker...

    Was meine Anfrage betrifft, war es nicht mein Anliegen, dass man mir hier ALLE Theorien der Putze je nach Untergrund erläutert. Ich weiß nicht, woraus man das ableiten kann. Es ging nicht mal um EINE Theorie, sondern lediglich lediglich darum, ob eine schubweiche Schicht etwas mit Putzen zu tun hat und wenn ja, welche das sind. Ich denke, "praktischer" kann eine Anfrage nicht sein.

    Trotzdem vielen Dank und noch einen schönen Abend.

    Gruß Heinrich

  7. Moin! Mal zur Verdeutlichung: Eine schubweiche Schicht soll ...

    ... Moin!

    Mal zur Verdeutlichung:
    Eine schubweiche Schicht soll große, punktuell im Untergrund auftretende Kräfte (z.B. einen Riss) flächig in viele kleine, unschädliche Einzelkräfte (viele kleine, nicht sichtbare Einzelrisse) verteilen. Wie schon gesagt, ist ein WDVSA ein gutes Beispiel, wo die (weiche) Dämmplatte diese Schicht darstellt. WDVS wurde in den 1930-er Jahren ursprünglich nämlich zur Risssanierung entwickelt.

    Einen Faserleichtputz oder einen Wärmedämmputz kann man bedingt auch noch als so eine Schicht bezeichnen. Bei Rissgefahr wird ggf. noch eine Armierungsschicht kombiniert.

    Kleinere Kräfte werden auch allein durch eine Armierungsschicht aufgenommen bzw. verhindert das in der Armierungsschicht liegende Gewebe, dass sich feine, gebildete Risse weiter aufweiten und so optisch sichtbar werden.

    Im WTAA-Merkblatt (http://www.wta.de/de/wta-merkblaetter) "Beurteilung und Instandsetzung gerissener Putze an Fassaden" werden z.B. die flächigen Nachbesserungsverfahren in Abhängigkeit von Untergrund und Riss dargestellt. Das geht dann von malermäßiger Überarbeitung mit rissüberbrückenden Farben über Armierungsschicht (PURA, ohne Zwischenschicht) bis WDVS (inkl. schubweicher Zwischenschicht) oder vorgehängte Fassadensysteme je "nach Schwere/Höhe" der Rissgefahr bzw. der zu sanierenden Rissbreite.

    MfG


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