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Außenwände und Fassaden

Deckenschubrisse: Fragen an die Maurer und Putzer dieser Welt

Hallo zusammen,
wir sammeln gerade Informationen für eine Hauskaufentscheidung. Wir sind absolute Einsteiger in dieses Thema. Ein Problem dieses Objektes sind Risse im Putz auf Höhe der Decken KG/EGA, EG/OGA, OG/DGA. Der Bauherr/Verkäufer, selber Architekt, spielt die Risse verständlicherweise herunter. Diese wären nur im Aussenputz, kann dazu aber kein Beleg liefern. Ich habe ein Foto von der betroffenen Rückseite aus der Rohbauphase und Fotos der Risse, siehe picasaweb-link unten. Die Risse sind fast über die gesamte Rückseite, vorne sind keine. An einer Seite ist ein Riss im Übergang Poroton/Kellerbeton. Leider konnten wir noch nicht die Rissdicke messen. Ein Riss (siehe Foto) hat auch einen senkrechten ca. 1 m langen Riss. Der andere Link ist eine Beschreibung mit Fotos des Hauses, welche von Wienerberger als Werbung erstellt wurde.
Meine Fragen:
Kann man aus dem Rohbaufoto erkennen, ob an den Decken etwas nicht korrekt gemauert ist? Speziell die Decken?
Sind trotz Planziegel so viele Stellen üblich, die noch per Mörtel ausgebessert werden müssen?
Soll ich vor dem Hauskauf zwingend einen Gutachter bestellen?
Sind die Risse "üblich" oder bedenklich?
Kann es Frost-/Feuchtigkeitsschäden durch die Risse geben?
Daten zum Haus:
Rohbau Frühjahr 2007
verputzt Frühjahr 2008
Fertigstellung 2009
Wandaufbau Wienerberger 36,5 Poroton T10 mit Spezialelementen neben Deckenauflager und Stürzen
Aussenputz mineralischer farbiger Edelkratzputz mit Unterputz/Oberputz vom Marmorit 3 cm
Keller WU-Beton mit 60 mm Styrodur
VIELEN DANK FÜR IHRE ANTWORT!

Name:

  • Andreas
  1. Warum Frage für Maurer und Putzer?

    Das sind eher Fragen für Bausachverständige, hier im speziellen für einen Statiker.
    Das große Fenster gibt einen Einblick ins Innere des Hauses frei. Ich meine dort keine, die Decke stützende, Mittelwand zu erkennen. Durch Abzählen der Steine komme ich auf ca. 6,75-7,00 m Stützweite für die Decke. Es sieht so aus, dass sich die Decke von Traufwand zu Traufwand spannt, da in der Giebelwand wegen der um die Ecke greifenden Fensteröffnung kein Auflager möglich ist.
    Wenn es eine Betondecke ist, die sich spannt wie ich annehme, würde ich grob schätzen, dass zur Vermeidung von zu großen Durchbiegungen eine Deckendicke von min. 30 cm erforderlich ist. Bei einer zu dünnen Decke können solche Risse durch den Deckendrehwinkel am Auflager entstehen. Weiter entstehen im Haus Risse in auf der Decke gemauerten Wänden.
    Die Fensterturz-, Decken-, Ortgang- und Fugenausbildung sieht im Hinblick auf Wärmebrücken problematisch aus. Eine Außendämmung wird es ja vermutlich nicht geben, wegen des nicht vorhandenen Ortgangüberstandes.
    Wenn Sie am Objekt Interesse haben, holen Sie sich einen Bausachverständigen mit Kenntnis in Statik und Bauphysik und machen eine ausgiebige Begehung, mit Messung der Deckendurchbiegungen der EGA-Decke, usw. Ferner sollten für Ihren Bausachverständigen vom Verkäufer alle relevanten Unterlagen, z.B. Statik, EnEVA-Nachweis, Baupläne, Ausführungspläne, Bewehrungspläne etc. zur Einsichtnahme zur Verfügung gestellt werden.

  2. @ Andreas

    Das hab ich übersehen.
    In Ihrem 2. Link sind Architekt und Statiker genannt. Das geht hier so nicht. Wenden Sie sich an den Moderator, um den Link rauslöschen zu lassen.

  3. @Andreas Lott

    Ersteinmal danke für die Antwort.
    Die Löschung des Links habe ich beantragt.
    Ich habe noch ein Foto angefügt, es gibt zwei Zwischenwände(Treppenaufgang) mittig im Erdgeschoss. Ob diese ein Teil der Statik sind und wie genau die Decke gespannt ist, werde ich den Architekten fragen.

    Name:

    • Andreas
  4. "hmmmm"

    auf dem 4.ten Bild sieht man überhalb der Decke bereits den
    waagerechten Riss (!)
    wundert das jemanden? ... mich nicht (!) ... Rollokasten
    samt Deckenabmauerung halten wohl mit Luftankern (!)
    keine Stahlstütze o.ä. am Eck na des Fensterelement
    wird die Ablasten schon halten :)

  5. Rollokasten

    Also, Rollokasten seh ich da keinen.
    Ich seh einen Ringanker.

  6. An alle Maurer und Statiker...

    Nun habe ich noch einmal mit dem Bauherrn (er ist Bauing., nicht Architekt) gesprochen. Zur Statik: die Decke ist von Traufseite zu Traufseite gespannt (6,75 m), die Innenwände sind nicht tragend. Die Deckendicke beträgt 22 cm. Könnte diese Dicke wie von Herrn Lott beschrieben ein Problem sein?
    Der Bauherr nannte dazu den Begriff deckengleicher Unterzug, die Ecke mit der Scheibe sei nicht belastet, dafür andere Mauern stärker.
    Rolladenkästen gibt es nicht wegen Wärmeverlust und Optik. Die Fenster sind in zwei Ebenen versetzt, das kleine Fenster ist jeweils "eingerückt". Hat wohl nur optische Gründe.
    Oberhalb des Wohnzimmerfensters sind U-Schalen, die mit Beton ausgegossen sind.
    Damit oberhalb der gegossenen Decken wieder plan weitergemauert werden kann, sieht man dort eine etwas größere Fuge. Das könnte vermutlich die Risstelle sein!! Oder wie seht ihr das?
    Die Maßhaltigkeit der T10 Ziegel ist laut Bauherr für die Lagerfuge gut, für die Stoßfuge (also Steinlänge) aber schlechter, deshalb die vielen gemörtelten Stellen. Könnte das ein Problem in Sachen Wärmedämung sein?
    Danke!

    Name:

    • Andreas
  7. auch das ..

    22 cm bei 6,75 m: sportlich.
    wie´s im sport so ist: oft kommt noch was ..

  8. Mist!

    Abgesehen davon, dass die Ecklösung auch gestalterisch nichts als Mist ist, gehört da, wie Joseph bereits schrieb, eine Stahlstütze hin - Punkt. Das und die sonstigen Sanierungsarbeiten auf Grund dieser Wunderstatik gehören im Kaufpreis berücksichtigt.

  9. Ein Unterzug kann nicht deckengleich sein, ...

    ... dann währ er nicht unter (die Decke) gezogen.
    Wenn`s deckengleich ist, sollte es ein Überzug sein.

  10. "hmmm"

    langsam werd ich grantig (!)
    Bild 1 es sind 2.52 bis UKA des Fenstersturzes, gut dort hab ich
    mich geirrt es ist ein Sturz in U-Schalen, es steht hoffentlich
    außer Zweifel daß das nicht UK Decke sein kann, das heisst
    U-Schalen mit Wärmedämmung oder wärmegedämmte U-Schalen bis
    UK Decke, ob die Bewehrung der U-Schalen mit der Deckenbewehrung
    verbunden ist ist sekundär da jener "nur" 25 cm aufliegt.
    Bild 1 nochmal man sieht über den U-Schalen die 11,5 cm Deckenab-
    mauerungssteine sicherlich auch wieder wärmegedämmt ... im
    Klartext steht die Ablast vom Stockwerk drüber auf der
    Abmauerung samt Dämmung und die wird weiter geleitet in die
    U-Schalen samt Dämmung bzw. in wärmegedämmte U-Schalen ...
    klingelt da was?
    wenn jetzt jemanden meint des geht schon dann hätte ich
    das gerne nen Schnitt samt der Bewehrungsführung (!)

    • die fehlende Stahlstütze am Eck hatte ich schon erwähnt,

    das mag der Statiker hinbeten wie er mag ich sag Ausführung ist
    Schwachsinn (!)
    so jetzt schaut euch mal Bild 4 an, da gibt´s auch ne Lupe
    vergrössert das mal und schaut euch den Bereich ca. 50 cm
    über dem Sturz an ... Bingo ein fetter Riss von links nach
    rechts ... wundert des jemanden???
    das Rohbaubild könnte locker in die Kategorie "wie ich´s
    nicht machen soll" einordnen (!)
    generell ist daß im Bild 1 gezeigte monotlische Mauerwerk unter aller S.. (!)

  11. Nachtrach

    ---------------------------
    Zitat: "Die Maßhaltigkeit der T10 Ziegel ist laut Bauherr für die
    Lagerfuge gut, für die Stoßfuge (also Steinlänge) aber schlechter,
    deshalb die vielen gemörtelten Stellen."
    ---------------------------
    wer soll beratende Bauherren zur Seite hat braucht keine Feinde (!)

  12. Grundsätzlich ist so eine Ecklösung schon ...

    ... statisch einwandfrei hinzukriegen, wenn am kurzen Fensterschenkel ein Kragbalken eingebaut wird, der den Fenstersturz trägt. Hier scheinen aber die Dimensionen von Decke und/oder Stürzen/Unterzügen nicht hinzuhauen. Die geforderte nachträglich eingebaute Stahlstütze an der Ecke wird wohl keinen großen Beitrag leisten, weil sie die Verformung der Decke nicht rückgängig macht und der kurze Kragbalken (falls vorhanden) keine große Durchbiegung haben dürfte. Außerdem müsste die Stütze ordentlich nachträglich so gegründet werden, dass keine Setzungen auftreten, sonst würde sie in der Luft hängen. Die dürfte also jetzt nix mehr bringen.
    Die vereinfachte Durchbiegungsbeschränkung für die Decke über die Stützweite von 6,75 m ergibt bei l²/150 eine statische Höhe von 30,4 cm und bei l/35 19,3 cm. Sollten (was sehr wahrscheinlich ist) auf der Decke rissgefährdete Wände stehen, sind die l²/150 maßgebend. Besser ist der Nachweis der l/500 mit der tatsächlichen Belastung. Da dürfte auf jeden Fall mehr als 22 cm Deckendicke rauskommen.


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