Außenwände und Fassaden

Porenbeton oder Kalksandstein

Hallo ! Ich habe eine Frage zu den Baumaterialien Porenbeton und Kalksandstein.
Ich stehe vor der Entscheidung, welches der beiden genannten Baumaterielien ich für mein Haus verwenden soll.
Ich habe bereits gehört, dass Porenbeton leichter zu verarbeiten ist.
Da ich aber beides für den selben Preis bekomme, möchte ich den Aspekt Kosten und Aufwand einmal ausgrenzen.
Mir geht es nur um Haltbarkeit, Dämmung und praktischem Nutzen (z.B. wo bekomme ich besser einen Dübel rein?")
Kann mir jemand zu diesem Thema etwas sagen?

Name:

  • Thorsten Krug
  1. Aussenwandaufbau

    einschalig oder zweischalig?

  2. Es wird danach verklinkert, wenn es das ist, ...

    Es wird danach verklinkert, wenn es das ist, was Sie meinen?

  3. O.K.

    dann haben Sie wahrscheinlich auch eine Dämmung in der Hohlschicht! Mit der wird gedämmt und nicht so sehr mit der Wand - soviel zum Thema Dämmung.
    Welche Druckfestigkeiten werden zugrunde gelegt?

  4. Wand

    Die Wand besteht aus:
    11,5 cm VMZ, 5 cm Luftschicht, 8 cm WLG035 Dämmung, und dann der Porenbeton oder Kalksandstein.
    Die Innenwände sind in Kalksandstein geplant!
    Von der Druckfestigkeit weiss ich leider nichts!

  5. 2-schalige Außenwand mit Kalksandstein

    Da wählen Sie für die Aussenwand auch Kalksandstein und bauen eine Kerndämmung von 12 cm Stärke ein.
    Vorteil, kein Mischsystem und hervoragender Schallschutz.

  6. Jetz machen Sie mich neugierig, Herr Volquardsen

    Als Baulaie hab ichs nicht ganz verstanden, weshalb ein zweischaliges Kalksandsteinmauerwerk mit innenliegender 12 cm Dämmung und Außenverklinkerung noch günstiger zu bekommen sein soll, als ein z.B. 36er Hebelstein, einschalig gemauert ohne notwendige Außendämmung und
    Warum ein zweischaliges Mauerwerk mit innenliegender Dämmung nicht ein Mischsystem sein soll und noch bauphysikalische Vorteile haben soll (den Schallschutz verstehe ich ja noch).
    Wenn ich die Materialstärken 20 cm Kalksandstein + 12 cm Dämmung gegenüber 36 cm YTONG PPW2 rechne, gem. http://www.bauweise.net/grundlagen/daemmung/berechnung.htm
    Die Erklärung zu meiner Weiterbildung, Danke im Voraus

  7. Zweischaliges Mauerwerk mit Kerndämmung

    @ Moin Herr Langbein, ich will Ihre Neugierde gern befriedigen.
    Die Alternative einschalig mit Hebel und dann WDVSA stellt sich nicht, da vom Bauherrn die 2-schalige Ausführung der Wand mit äußerem Verblender (Ziegel) vor gegeben wurde.
    Es geht hier nur um die Frage der Innenschale.
    Zitat: "Die Wand besteht aus:
    11,5 cm VMZ, 5 cm Luftschicht, 8 cm WLG035 Dämmung, und dann der Porenbeton oder Kalksandstein."
    Also mein Vorschlag sieht wie folgt aus: 11,5 VMZ (Vormauerziegel), 12 cm Kerndämmung WLG 035, 17,5 cm KSL.
    Die 17,5 KSL sind dabei das Mauerwerk.
    Im Sinne von maximaler Ernergieeinsparung habe ich vorgeschlagen die Kerndämmung(nicht Innendämmung) von 8,5 auf 12 cm zu erhöhen.( max. Schalenabstand nach DINA 1053).
    Typischer norddeutscher Wandaufbau.Ist klar teurer als einschalige Bauweise, aber Ziegel sieht halt auch besser aus als Putz. (Ist jedoch Geschmackssache).
    Nach den Kosten hat der Bauherr jedoch nicht gefragt.
    Zur Mischbauweise, gemeint sind hier die Innenwände (Scheerwände). Wenn dies aus Kalksandstein sind (Vorgabe) würde ich grundsätzlich die Inenschale der Außenwand genau so wählen.
    Zum Dübeln, Schlagbohrmachine( muß keine HILTI sein) erforderlich, gibt es eigentlich in jedem Haushalt.

  8. OH

    Hier soll es natürlich heissen: Die 17,5 cm KSL sind das "tragende" Mauerwerk.

  9. Als Ergebnis

    Ich danke Ihnen alle für die vielen Antworten.
    Ich hoffe, dass ich mit meinem Ergebnis dieses Gesprächs recht habe, wenn nicht, korregieren Sie mich bitte.
    KSS hat den Vorteil, dass es härter ist und den Schall besser absorbiert.
    Porenbeton ist besser bei der Isolierung.
    Ich werde mich in diesem Fall für den KSS entscheiden.
    Vielen Dank für die Mühen
    Thorsten Krug

  10. Kluge Wahl

    Alles OK.
    So haben Sie das optimale Ergebnis.
    Tragende Schale mit hervorragendem Schallschutz.
    Gute Wärmedämmung, die 12 cm Schalenabstand voll ausnutzen, die heutigen Kerndämmstoffe brauchen keine Hinterlüftung.
    Klinkerfassade hält fast ein Leben lang, ohne Wartung, als Wetterschutz.
    Nicht zu vergessen, hervorragender Brandschutz, Fassade Vandalismussicher.

  11. Vielen Dank!

    Vielen Dank!

  12. Danke Herr Volquardsen für die ersten Ausführungen

    doch erlauben Sie mir als Baulaie nochmals die Nachfrage an den Bauingenieur. Die norddeutsche zweischalige Bauweise, also mit der innenliegenden KSL als tragendes "Gerüst" in 17.5 cm Stärke, dann eine 12 cm dicke Dämmung (wahrscheinlich eine PS/PU-Platte?), dann einer Vormauerschale von 12 cm könnte ich noch nachvollziehen, wenn diese geleichzeitig die sichtbare Außenhaut darstellen würde.
    Unverständlich ist mir dann der Sinn der zusätzlichen Verklinkerung aussen.
    Dann noch eine Frage an den Bauherren: Soll der KSL innen nicht verputzt werden? oder meinte Herr Volquardsen dass Aussen nicht verputzt wird?
    Welche Logik steht hinter diesem Bausystem. Die "Süddeutschen Systeme", also einschaligen, ggf. Verwendung von Verbundbaustoffen wie Poroton mit Styroporfüllung, etc. sind doch bestimmt gleichwertig in Stabilität und Schallschutz. Im Norden wird doch bestimmt kein höherer Schallschutz als bei uns benötigt. Die Arbeitslöhne sind zwar hier im Süden etwa 20% höher, doch rechtfertigt dies doch noch nicht den erheblichen Zusatzaufwand -
    und da noch eine Frage an Herrn Volquardsen: Wie werden die einzelnen Schichten gegeneinander verbunden, so dass ein gleichmäßiges Setzverhalten aller Lagen entsteht und nicht eine Schicht abreisst?
    Sie sehen, meine Neugierde ist noch nicht befriedigt, schliesslich will ich auch noch was dazu lernen..
    Schönen Abend

  13. 2-schaliges Mauerwerk mit Luftschicht oder Kerndämmung

    Moin Herr Langbein,
    irgendwas haben Sie da falsch verstanden.
    Es gibt nur zwei Mauerwerksschalen. Als Vormauerwerk, Verklinkerung oder auch Verblendung wird die äußere Mauerwerksschale bezeichnet, die als Wetter oder besser als Regenschutz dient.
    Beide Mauerwerkschalen (Verblend außen sowie Hintermauerwek innen) stehen auf einem gemeinsamen Fundament sind durch sogenannte Luftschichtanker mit einander verbunden.
    ( Übertragung der horizontalen Windlast auf das Hintermauerwerk!)
    Warum man hier so baut,nun in den Küstenregionen gibt es den sogenannten Schlagregen. Dieses ist ein Regen, der unter starken Winddruck (Sturm, Orkan) waagerecht an die Wand schlägt.
    In Starkwindregionen, z.B. List auf Sylt, kann dieser Regen auch schräg nach oben gehen. (Kein Scherz)
    Um jetzt diesen Regen von dem eigentlichen tragendem Mauerwerk, dem "Hausmauerwerk", früher auch Ziegel, fern zuhalten und Durchfeuchtungen zu vermeiden, kamen unsere Altvorderen vor ca.150 Jahren auf die Idee, eine zweite Schale, daher Vormauerung, getrennt durch eine Luftschicht davor zusetzen.
    Da diese Luftschicht nicht ruht, was man bis Anfang 1960 noch annahm, dämmt man diese heute, um die Luftzirkulation in der Wand zu unterbinden. Vorwiegend mit Mineralfaser, da diese sich leichter über die Anker stechen lässt als harte Dämmung.( Die Dämmstoffindustrie verkauft uns ja eigentlich nur gebundene Luft, oder ?)
    Vorteil heute, klare Trennung der verschiedenen Anforderungen an eine Wand. Wetterschutz und äußerer Brandschutz,Schall-und Wärmeschutz, statische Tragfähigkeit.
    Versuche ich alle diese Forderungen nur mit einem Baustoff zu erfüllen, einschalige Bauweise,muss ich naturgemäß Kompromisse schliessen. Oft geht das "immer leichter werden" zugunsten des Wärmeschutzes, zu Lasten des Schallschutzes und der Tragfähigkeit.
    Nicht zu vergessen ist die Gestaltung einer Fassade auch eine Frage des Geschmacks. Der eine mag lieber Holz, der andere vielleicht Putz oder eine schöne Verblendfassade.
    Muss nach meiner Meinung, auch immer irgendwie in die Landschaft passen. Ein Schwarzwaldhaus bei uns an der Küste ist sicherlich genauso deplaziert, wie ein kühles norddeutsches Verblendhaus eben dort.

  14. Begeisterung

    Ich muß feststellen, dass meine Frage Sie sehr motiviert hat, und will daher auch gerne nochmal auf das Thema Klinker kommen, um meine Entscheidung zu erklären.
    In dem Baugebiet ist eine Verklinkerung nicht vorgeschrieben.
    Ich habe mich trotzdem dazu entschieden, da ich hoch im Norden wohne, und das Wetter eine Putzfasade hier schnell "alt" aussehen läßt. Weiterhin ist fand ich es optisch auch wesentlich ansprechender. Aber das ist ja, wie bereits erwähnt, geschmackssache.
    Nochmals vielen Dank!

  15. Das ist mal eine ausführliche Erklärung gewesen,

    die ich mit Freude gelesen habe. Als Ingenieur lernt man gerne was dazu.
    Jetzt eindeutig verstanden. Da Klinker für mich nie ein Thema war, habe ich mich damit bisher auch nie beschäftigt. Klinkerfassaden galten für mich immer als befliesste Fassaden oder Fliesentafeln, die an die Wand geklebt/gedübelt werden. Dass es auch anders geht, habe ich nun dazugelern.

  16. Leeve Ingenör Langbein

    Kiek mal to, da is en ünner de Elbe, ut Süddütschland, un he will sich kloog mooken, worüm wi hir so bun don.
    Kleug wo he is, snacken wi med Internet.
    Grüße vom Nord-Ostsee-Kanal

  17. "ein kühles norddeutsches Verblendhaus"

    Mit Verlaub, was ist denn daran "kühl"? Wohl nur das Image des Norddeutschen. Die Häuser finde ich anheimelnd, gemütlich. Sie haben Charme und vermitteln eine Stimmung von Gelassenheit und Geborgenheit, die an eine Tasse Tee bei einem guten Buch in einer warmen Ecke denken lässt, während draußen der Wind auffrischt.

  18. Ziegelbau

    Moin Herr Stodenberg,
    finde ich gut, dass Sie bei einem Backsteinhaus an Gemütlichkeit, "Tasse Tee", denken.
    Der Begriff "kühl" ist jedoch nicht nur negativ besetzt, etwa mit "abweisend".
    Er steht auch für "wohl überlegt" oder für "frisch, fetzig".
    Deutlich wird mir das immer in der Sprache unserer Kinder, "cool" heist auf Neudeutsch "geil", oder übersetzt für unsere Generation (bin mal so frei, Sie hier ein zuordnern) "klasse, super, prima".


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