Nutzung alternativer Energieformen

Wärmepumpe überdimensioniert?

Hallo,
wir bauen ein Passivhaus (Fertighaus), das zertifiziert werden soll. PHPP-Berechnung liegt vor. Demnach ist die Heizwärmelast 1,6 KWA für 20 ° Innentemperatur (1,8 kW bei 22 °), wenn man Warmwasser dazurechnet ergibt sich 2,2 kW.
Als Lüftungslage kommt ein Paul-Gerät mit hoher Wärmerückgewinnung zum Einsatz.
Zum Heizen eine Fußbodenheizung.
Der Haushersteller bietet uns eine Sole/Wasser-Wärmepumpe (Viessmann Vitocal 222-G) mit Erdwärmetauscher an. Die hat eine Nennwärmeleistung von 5,9-10 kW (eine kleinere Sole/Wasser-WP gibt es von Viessmann nicht).
Mir scheint das deutlich überdimensioniert.
Ich denke, wenn die Anlage ständig "unterfordert" ist, ist das weder wirtschaftlich noch sinnvoll.
Was sagen die Experten im Forum dazu?
Vielen Dank

Name:

  • Schnell91
  1. Also, ne Sole-WP...

    ... und Passivhaus in der Dimension, da passt so einiges nicht. Genau, wie der Warmwasserbedarf. Da muß man mal alles hinterfragen...
    Erdwärmetauscher?

  2. Danke, aber...

    was passt nicht?
    Die WP ist überdimensioniert, oder?
    Ich hab keine Sole-WP mit geringerer Leistung gefunden.
    Welche gäbe es?
    Oder eine Luft/Wasser-WP?
    Und was stimmt mit dem WW-Bedarf nicht?
    Vielen Dank im Voraus

  3. Hier

    passt tatsächlich Einiges nicht, denn, was hat die Heizlast der Heizung mit der Leistungsanforderung der WW-Bereitung zu tun?
    Das scheint ja eine merkwürdige Planung zu sein. Vermutlich wurde nicht dimensioniert, sondern einfach angenommen das es so irgendwie klappen könnte.

  4. Wat isse ne Passivhaus?...

    ... Sinn soll sein, ein Konzept zu erarbeiten und (!) umzusetzen. Sinn ist es sicherlich nicht, in ein Haus eine Anlage einzubauen, mit der man theoretisch 4-5 Häuser beheizen kann. Also, wenn solche Grütze zertifiziert ist, ist das Feist-Siegel nichts anderes als Geldschneiderei.
    Einfach ausgedrückt: Dein Hausbauer hat keinen blassen Schimmer, oder bastelst Du selbst rum?

  5. Zuerst mal..

    hat die Heizlast mit dem WW-Bereitung zu tun, dass beides die WP leisten soll.
    Dass allerdings manches nicht so passt, da habe ich auch langsam den Verdacht.
    Ich bastle nicht selber rum, es handelt sich um einen renommierten Anbieter, mit Referenzbauherrn habe ich gesprochen - ich hoffe, die waren nicht gekauft ;-)
    Eure pauschelen KO-Schläge helfen mir leider nicht wirklich weiter :-(
    Also: warum passt der WW-Bedarf nicht? Was stimmt an der Annahme 0,25 KWA pro Person nicht?
    Leider gibt es keine Sole/Wasser-WP unter 6 kW am Markt, nur DV-WP oder eben Luft/Wasser-WP.
    Wieso stellt ihr die PHPP-Plaung wegen der WP in Frage? Die schlägt sich ja nur bei der Primärenergie nieder, und da werden die Ziele auch mit einer Luft-Pumpe (trotz schlechterer JAZ) erreicht.

  6. Das

    ist keine Begründung. Bei einer soliden Planung werden Leistung und tatsächlicher Energiebedarf getrennt voneinander berechnet. Erst im Ergebnis stellt man fest, ob es Sinn macht nur einen WEA zu verwenden.
    Die Kompetenz des Anbieters würde ich sehr bezweifeln, zumindest in Sachen TGA. Das Bauwerk kann ich nicht beurteilen. Der mag vielleicht 0815 Häuser bauen, Energieeffizienz scheint jedoch ein Fremdwort zu sein. Das hier Baukörper, Klimastandort, Nutzerverhalten und TGA eine Einheit bilden, scheint unbekannt.
    Die 0,25 KWA/Person stammen aus der Urzeit, als die WW-Bereitung mal so nebenher miterledigt wurde. Schon damals falsch. Gleiches gilt übrigens für die unsinnigen "Sperrzeitzuschläge" bei WP Sondertarifen.
    Wer 6 kW Solepumpen verbauen möchte, weil der Markt keine kleineren anbietet, sollte ein anderes Haus bauen.
    Primärenergiee ist meist für Förderanträge interessant, der spätere tatsächliche Endenergieverbrauch steht auf einem ganz anderem Blatt ;-)
    Die bessere JAZ einer Solepumpe ist bei einem PH fast uninteressant.
    Ach ja, Referenzkunden erhalten eine Besichtigungsvergütung und wenn der Neuinteressent unterschrieben hat, gibt´s noch eine Sondergratifikation!
    Besser sich mal Verbrauchsprognosen vom Anbieter und belastbare Verbrauchsunterlagen vom Kunden zeigen lassen. Da trennt sich meist die Spreu vom Weizen.

  7. zuviel AWG-Hormone...

    ... hier soll aus einem Standard-Haus ein Passavhaus gemacht werden. Allein schon die Idee da so eine große Pumpe einzubauen zeugt von wenig, bis nicht vorhandener Sachkompetenz auf diesem Gebiet, anders ausgedrückt: die können nichts anderes. Was es für Möglichkeiten der Beheizung in dieser Größenordnung gibt, zeigt ein Blick auf die Feist-Seite:
    http://www.passivhaustagung.de/Passivhaus_D/Kompakt.htm
    Nur, dazu muß man sich mit der Materie auskennen und willens sein, mal vom 08-15-Standard abzuweichen.
    Ob ein Hersteller renommiert ist, ist völlig zweitrangig.Auf der Liste gibts Hersteller aus dem absolutem Billig-Segment, die, Dank einiger k€ sich jetzt Passivhausbauer nennen dürfen, aber zu 99,9% noch nie bis kaum ein PH gebaut haben. Der kann gute Häuser bauen, oder schlechte, aber im PH-Bereich werden Karten völlig neu gemischt.
    Hier bleibt nichts anderes übrig, als sich mal externen Sachverstand einzukaufen. Einen, der mal das ganze Konzept prüft.


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