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MEA: Können Bauherren auf den Keller verzichten?

Können Bauherren auf den Keller verzichten?

Experten: Nicht an der falschen Stelle sparen

Vier von fünf Bundesbürgern wünschen sich, in den eigenen vier Wänden zu leben. Sie sind auch bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Für lediglich 40 Prozent der Deutschen ging der Traum vom eigenen Haus oder der eigenen Wohnung bisher in Erfüllung. Damit ist die Bundesrepublik Schlußlicht im internationalen Vergleich. Horrende Baulandpreise, hohe Baukosten und ein unsicheres Wirtschaftsklima hemmen die Investitionsbereitschaft. Die Umwandlung des komplizierten Paragraphen 10e in das Eigenheim-Zulagen-Gesetz könnte nun 1996 so manchen Mieter zum Bauherrn machen. Denn besonders einkommensschwächere Familien sollen jetzt mit steuerlichen Anreizen zum Bauen motiviert werden. Um bald im eigenen Heim wohnen zu können, setzen potentielle Häuslebauer verständlicherweise immer häufiger den Rotstift bei der Kalkulation an. Doch Vorsicht: Schnell spart man bereits beim Planen da, wo am wenigsten gespart werden sollte: am Fundament. Auf den Keller, denkt sich so mancher Bauherr, könne er doch verzichten und so die Kosten senken.

Wertvoller Wohnraum

Doch genau davor warnen die Bauexperten nachdrücklich. Anstatt Kosten zu sparen, entgeht dem Bauherren beim Verzicht auf den Keller lediglich wertvoller Wohnraum. Vorbei sind die Zeiten, als der Keller lediglich als Platz für die Heizung und für das Wäschetrocknen taugte. Ein ausgebauter Keller ist heute Hobby-, Party- und Nutzraum zugleich. Bei entsprechender Heizung, Lüftung und Tageslichtversorgung eignet er sich hervorragend zur ausgiebigen Nutzung. Zusätzlich dient der Keller als Wärme- und Feuchtigkeitspuffer zwischen dem Erdreich und der Wohnung. Er sorgt somit für ein gesundes und behagliches Feuchtigkeits- und Temperaturklima in den Wohnetagen.

Kostenersparnis ist minimal

Auch der Kostenpunkt spricht für den Keller. Wird auf diesen beim Bau verzichtet, spart man sich nur einen Teil der Kosten. Streifenfundamente und Rohdecke, auf denen ein Haus nun einmal steht, kann niemand entbehren. Diese schlagen bei einem 130 Quadratmeter großen Haus mit 15.000 bis 20.000 € zu Buche. Die Differenz zur Vollunterkellerung ist dann nicht mehr groß.

Höhere Verkaufserlöse

Entscheidet man sich zum Verkauf des Hauses, so wird man schnell feststellen, wie wichtig der Keller für die Preisargumentation ist. Häuser mit Keller lassen sich zu einem höheren Wert absetzen, auch der Verkauf kann schneller realisiert werden. Unterkellerte Häuser sind deutlich gefragter, als jene ohne den vielseitig zu nutzenden Raum.