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Meyer-Olbersleben: n50 - ein wichtiges Gütekriterium bei Gebäuden

n50 - ein wichtiges Gütekriterium bei Gebäuden

Im Automobilbereich kennen wir seit Jahren den "Verbrauch auf 100 km", den Beschleunigungswert "von 0 auf 100" oder gar den cw-Wert, den sogenannten Luftwiderstandsbeiwert. Diese Angaben sollen dem Käufer bei seiner Kaufentscheidung für oder gegen ein bestimmtes Auto helfen.

Beim Kauf eines Hauses allerdings, achtet kaum jemand auf solche Verbrauchswerte. Aber auch hier gibt es Werte, welche über den Energieverbrauch eines Gebäudes Aussagen treffen. Der k-Wert, ein wichtiges Kriterium für die Wärmedämmung eines Bauteils, ist mittlerweile vielen Bauherren bekannt; er wird auch des öfteren im Verkaufsgespräch nachgefragt. Über den Jahresheizwärmebedarf findet man schon seltener Angaben; der n50-Wert dagegen wird erstaunlicherweise fast nie nachgefragt. Der n50-Wert ist das Gütekriterium für die Luftdichtheit eines Gebäudes. Die Forderung nach einer luftdichten Gebäudehülle, läßt sich im wesentlichen in drei Bereiche gliedern:

  1. Vermeidung von Bauschäden,
  2. Verbesserung der Wohnqualität und
  3. Minderung der Lüftungswärmeverluste.

In der WärmeschutzVerordnung wird daher auch eine dauerhaft dichte Gebäudehülle gefordert. Mit Einführung der DIN V 4108 T 7 (Luftdichtheit von Bauteilen und Anschlüssen) gelten nun auch Grenzwerte. Wie alle DIN-Normen gibt auch diese den Stand der Technik wieder. Das bedeutet, dass jeder Bauherr einen verbindlichen Rechtsanspruch auf die Einhaltung dieser Werte hat, ganz gleich ob dies vertraglich festgehalten wurde oder nicht. Stellt demnach ein Bauherr eine mangelhafte Dichtheit fest, so ist der Bauunternehmer zur Beseitigung dieses Mangels verpflichtet. Diese Verpflichtung kann unter bestimmten Umständen erst nach dreißig Jahren verjähren.

Um so erstaunlicher ist es daher, dass nach diesen Angaben nicht wesentlich öfter nachgefragt wird als bisher, denn ein Haus kauft man nur einmal, ein neues Auto dagegen alle drei bis sechs Jahre.