ARAG: Sturmschäden frühzeitig vorbeugen

Gartenbesitzer: Sturmschäden frühzeitig vorbeugen - ARAG-Experten raten zur Sorgfalt

Düsseldorf, 19.11.97 Mit Beginn der stürmischen Jahreszeit sollten Hobbygärtner bei ihrer Gartenarbeit besondere Sorgfalt walten lassen. Was viele Gartenbesitzer nicht wissen: Der Gesetzgeber erlegt ihnen Verkehrssicherungspflichten zur Vorbeugung von Schäden innerhalb und außerhalb des Gartens auf.

So gilt es, mögliche Gefahrenquellen zu erkennen und späteren Schadensfällen rechtzeitig entgegenzuwirken. Dabei geht es in erster Linie um schlecht verwurzelte Pflanzen und Bäume, die bei kräftigem Wind nicht nur Gebäude beschädigen, sondern auch Menschen verletzen können. Die ARAG-Experten raten, frühzeitig vor den Herbststürmen Gefahren wie beispielsweise Astbruch oder Entwurzelung zu beseitigen und falsche Pflanzabstände von Bäumen, Hecken und Sträuchern zu Gebäuden zu beheben.

In vielen Fällen können Gefahren frühzeitig umgangen werden, indem beim Einpflanzen auf den richtigen Abstand zur Gartengrenze geachtet wird. Das gilt besonders dann, wenn ein Nachbargrundstück unmittelbar an den eigenen Garten heranreicht. Die Sorgfaltspflicht sollte so weit gehen, dass bereits bei der Planung des Gartens ein Sicherheitszuschlag bei den Pflanzabständen berücksichtigt wird. Verhält man sich hierbei nicht korrekt, kann eine Abstandsverletzung rechtliche Folgen haben: Hält eine Pflanze nämlich den vorgeschriebenen Grenzabstand nicht ein, ist ein Anspruch auf Beseitigung denkbar. Alternativ, so Fachautor und Jurist Dr. Ulrich Maidowski im ARAG Rechtsratgeber "Mit Nachbarn streiten?", stellt der Gesetzgeber aber auch einen Rückschnitt der betroffenen Pflanze in Breite und Höhe auf zulässige Maße in Aussicht.

Die "Baumsicherung" und der "Baumrückschnitt" sind die wichtigsten Maßnahmen, um mögliche Risiken und Gefahren von vornherein auszuschließen. Fällt nämlich bei einem Unwetter ein Baumstamm auf das parkende Auto des Nachbarn, kann der Gartenbesitzer zum Schadenersatz herangezogen werden. Das gilt allerdings nur dann, wenn der Schaden durch Beachtung der Verkehrssicherungspflicht hätte vermieden werden können. Für viele Gartenbesitzer ist das Recht der Pflanzenabstände eine Wissenschaft für sich. Als Faustformel gilt: Der richtige Abstand einer Pflanze zur Gartengrenze hängt von ihrer endgültigen Höhe im ausgewachsenen Zustand ab. Erschwert wird die Rechtslage dadurch, dass für jedes Bundesland gesonderte Bestimmungen in den Nachbarschaftsgesetzen existieren. Jeder Anspruch auf Eingriffe vor allem in den Baumbestand kann an Vorschriften des öffentlichen Rechtes scheitern, wenn für die betroffene Gemeinde eine Baumschutzverordnung auf der Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes existiert. Für die meisten Bundesländer gilt, dass die Nachbarschaftsrechtsgesetze Ansprüche zur Beseitigung nicht mehr anerkennen, wenn sie länger als fünf Jahre nicht geltend gemacht, d.h. vor Gericht eingeklagt worden sind.