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Wertpapierkredite als Ergänzung zur Baufinanzierung?

Wertpapierkredite als Ergänzung zur Baufinanzierung?

Wer sich mit dem Gedanken an eine Baufinanzierung beschäftigt, wird zunächst einmal seine persönliche Eigenkapitalausstattung überprüfen. Neben den Guthaben auf Spar- und Tagesgeldkonten streckt sich der Begriff Eigenkapital aber noch deutlich weiter. Natürlich zählen Aktien und festverzinsliche Wertpapiere ebenfalls dazu, genauso wie Fonds. Diese werden aber in aller Regel veräußert. Bestehende Lebensversicherungen bieten einen Beleihungswert. Im Rahmen einer Abtretung an die Bank erhöht das Institut entweder das Darlehen, oder, sofern nicht benötigt, reduziert den Beleihungsauslauf in Höhe des Rückkaufswertes des Vertrages. Verwandtendarlehen sind inoffiziell und gelten ebenso wenig als Fremdkapital wie Arbeitgeberdarlehen. Eigenleistungen im Rahmen von Sanierungen bei Bestandsobjekten oder beim Neubau, als Muskelhypothek bekannt, werden ebenfalls dem Eigenkapital zugerechnet. Die Bandbreite, Eigenmittel zu erhöhen und den Fremdmittelbedarf bei der Bank zu senken, ist erheblich. Was passiert aber, wenn ein Immobilienerwerber seine Wertpapiere nicht verkaufen möchte?

Wertpapierkredit als kurzfristige Lösung sinnvoll

Natürlich kann man keine Immobilie nur mit einem Wertpapierkredit finanzieren. Das Risiko ist viel zu groß. Das Darlehen wird in der Höhe des Beleihungswertes der hinterlegten Papiere gewährt. Der Beleihungswert unterscheidet sich nicht nur hinsichtlich der jeweiligen Wertpapiergattung, sondern auch von Institut zu Institut. In der Regel werden Aktien und Aktienfonds mit 60 Prozent beliehen, Anleihen und Rentenfonds bis zu 80 Prozent. Gibt der Kurs der Wertpapiere nun nach, muss der Depotinhaber, sofern der Wertpapierkredit voll ausgeschöpft wurde, die Differenz innerhalb weniger Tage ausgleichen. Insofern scheidet diese Finanzierungsvariante für einen längeren Zeitraum aus. Sinnvoll kann dieser Weg aber sein, wenn der Immobilienerwerber weiß, dass er in acht Wochen oder drei Monaten einen größeren Zahlungseingang, beispielsweise eine Bonuszahlung seines Arbeitgebers, erwarten kann. Bei relativ stabilen Börsen hält sich das Risiko einer drastischen Reduzierung des Beleihungswertes der Papiere in überschaubaren Grenzen.

Wie bekommt man einen Wertpapierkredit?

Nicht jede Bank vergibt diese Art des Darlehens zur freien Verfügung. Es zeigt sich immer wieder als hilfreich, Vergleichsdepots wie www.aktiendepot.net zu nutzen, um auf dem schnellsten Weg eine Übersicht über die einzelnen Anbieter und deren Konditionen zu erhalten. Sowohl bei den Beleihungswerten als auch bei den Zinsen und der Rückführung bei Kursrückgängen bestehen deutlich Unterschiede bei den jeweiligen Instituten. Der Kredit als solches wird häufig als Rahmenkredit eingeräumt, das heißt, die Inanspruchnahme und Rückführung, ganz oder teilweise, liegt bei dem Kunden. Zinsen werden nur für den Betrag in Rechnung gestellt, der auch tatsächlich als Darlehen in Anspruch genommen wird. Unter Berücksichtigung der oben genannten Kriterien kann ein Wertpapierkredit kurzfristig durchaus als Eigenkapitalersatz bei einer Baufinanzierung infrage kommen, mittel- oder langfristig ist er nicht nur ungeeignet, sondern hoch riskant.