Modernisierung / Sanierung / Bauschäden

Altersruhesitz: preisgünstiges Landhaus

Altersruhesitz: preisgünstiges Landhaus

Ein Gedankenexperiment treibt mich um. Ich erwäge als Hobby-Heimwerker und -Ingenieur einem preisgünstigen Altersruhesitz zu erwerben. Einen Neubau oder eine exlusive Lage kann ich mir nicht leisten. Auf dem Land hat man die freie Wahl zwischen vielen Häuschen, etliche werden sogar verfrüht rückgebaut. Wenn es nur um die Bausubstanz inkl. Betrieb geht: Wo ist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu erwarten? Was wäre ein Geheimtipp? Was wäre ein no-go? Das Haus soll nicht als Wertanlage angesehen werden und wird keinen Erben haben.

Ich habe schon überall etwas quergelesen und das sind meine vorläufigen Leitlinien beim preisgünstigen Landhauskauf:

  • Fallstricke wie Wegerecht, Leitungsrecht, Nießbrauchrecht/Wohnrecht, Erbbaurecht, Erschließungskosten, Altlasten und Sanierungsstau vermeiden
  • auf Radon achten
  • Zwangsversteigerungen nutzen
  • Massivbau
  • keine Unterkellerung
  • Klinkerfassade
  • Feinsteinfliesen an Böden und Wänden
  • Kein Holz in Böden, Decken und Wänden
  • Dachstuhl mit wenig Holz (z.B. auf Mauern ruhender Dachstuhl)
  • Holz+Kohle-Vergaserofen mit überdimensioniertem Niedrigtemperaturwasserwärmespeicher zur Effizienzerhöhung
  • Gasdurchlauferhitzer für Warmwasserbereitung
  • Wärmerückgewinnung mit Gegenstromlüftungsanlage
  • eventuell eigener Brunnen / eigenes Klärwerk
  • eventuell Solarthermieanlage / Photovoltaikanlage

Für Hinweise aller Art bin ich sehr dankbar!

Name:

  • Wlas
  1. kommt..

    auf darauf was an Finanzen vorhanden sind, und wo das "Traumhaus" sein soll (Deutschland ist groß)

  2. Baden-Württemberg/Bayern? 20000€?

    Hallo,

    in Baden-Württemberg/Bayern auf dem Land beispielsweise habe ich da schon was gesehen. Ich denke das geht in verlassenden Gegenden bei 10000€ für ein kleines Häuschen los, da muss aber häufig noch investiert werden. Für 20000€ hatte ich bereits bessere Objekte (teils Neubau in Zwangsversteigerung) gesehen. Es waren i.d.R. noch Arbeiten an diesen Objekten zu tätigen, aber mit geschickter Plannung+Eigenleistung sollte das alles für einige Tauschend Euro gehen. Soll man sich beispielsweise auf Landhäuser mit eigenem Brunnen/eigener Kläranlage einlassen? Immer bedenken, dass das auf dem Land häufig - leider - Einweghäuser sein. Die kann man nicht mehr einfach verkaufen.

    Für Hinweise aller Art bin ich sehr dankbar.

    Grüsse,

    Name:

    • Wlas
  3. also bei Preisen von...

    10-20.000 Euro braucht man schon viel Fantasie das Haus (Ruine) bewohnbar zu machen. so um die 80-100.000 Euro gäbe es einigermaßen bewohnfähige Häuser....

  4. Hallo, Ruinen gibt es auf dem Land ...

    ... Hallo,

    Ruinen gibt es auf dem Land geschenkt, manche widmen den Boden um, normalerweise lohnt es sich aber überhaupt nicht. Der demografische Wandel gepaart mit hoher Arbeitslosigkeit führt in abgelegeneren Orten zu extremem Preisverfall. Viele Besitzer sind froh, wenn sie die laufenden Kosten nach Verkauf/Rückbau nicht mehr tragen müssen - ohne Erben kommt es sogar zu plötzlichem Leerstand mit Kosten für die Kommunen. In Mehrfamilienhäusern wird nach längerem Leerstand sogar der Hausanschluß gekappt und Verbliebene werden zum Auszug gezwungen.

    Für Hinweise aller Art bin ich sehr dankbar.

    Grüsse,

  5. Gebrauchtimmobilien ...

    haben nie genau das was man sich vorstellt, Umbauarbeiten sind fast immer notwendig.
    was wäre denn Ihre Vorstellung, nicht vom Preis, sondern vom
    Haustyp , sowas in der Art oder ländlicher?
    https://www.immobili...-a95b-1c91c9ffcca7#/

  6. Hallo, diese Immobilie kostet sogar nur 0⬠...

    ... Hallo,

    diese Immobilie kostet sogar nur 0€ - aber Spaß beiseite: Ein kleines Haus weiter abseits würde mir schon völlig ausreichen. Es geht mir hier primär um um die Bewertung der Eigenschaften von Gebrauchthäusern auf dem Land. Ich habe bereits privat etliche passable Objekte zur Auswahl angeboten bekommen. Ich brauche jetzt eher einen Fachmann, welcher auf Landhäuser spezialisiert ist und mir ggf. bei der Modernisierung zur Hand geht.

    Für Hinweise aller Art bin ich sehr dankbar.

    Grüsse,

  7. Einen Fachmann...

    bekommen Sie für die unter 2 angeträumte Summe von 20.000,-- € vielleicht mit sehr sehr viel Glück, aber kein einigermaßen bewohnbares Haus.

    Wenn ich das lese: "einen Fachmann, welcher auf Landhäuser spezialisiert ist und mir ggf. bei der Modernisierung zur Hand geht." und dann die genannten Preisvorstellungen weiß ich nicht ob ich weinen oder lachen soll.

    Auch wenn ich die unter 1. aufgeschriebenen bzw. "quergelesenen" Wunschvorstellungen im Zusammenhang mit den Summen in € lese muß ich doch wohl eher weinen.

    Besser wäre vielleicht auch auch noch beten, wer einen entsprechenden "Heiligen" kennt, her damit.

    Gruss

  8. Hallo, das habe ich auch erst gedacht, ...

    ... Hallo,

    das habe ich auch erst gedacht, aber der demografische Wandel ist wirklich brutal. Es sind geradezu Geisterstädte im Entstehen begriffen. Das Meiste könnte ich in Eigenregie erledigen, für spezielle Arbeiten, wie Kernbohrungen bspw. benötigte ich Hilfe vom Fachmann. Also ich denke, ich hätte schon Arbeit für etliche Wochen anzubieten, es darf halt nicht ausarten, da das Budget knapp ist. Kenn sich jemand von ihnen mit den besonderen Gegebenheiten auf dem Land aus?

    Fangen wir doch einfach mit dem eigenen Brunnen und dem eigenen Klärwerk an. Soll man das machen? go oder no-go?

    Für Hinweise aller Art bin ich sehr dankbar.

    Grüsse,

  9. Geheimtip?

    Der offene und für jedermann bekannte Geheimtip wäre aus der Zwangsversteigerung zu kaufen.

    Und zwar abgestellt auf Buden, bei denen die 7/10 und 5/10 Wertgrenzen schon gefallen sind.

    Da braucht man halt nur ein wenig Zeit und nicht bei jeder Bude klappt es.

    Dem, dem es nicht schnell genug geht, der kann selbst dafür Sorge tragen, dass die 5/10 Grenze schneller, bzw. bereits schon im ersten Versteigerungstermin fällt, in dem man halt gleich im ersten Versteigerungstermin ein Gebot unterhalb der 5/10 Grenze abgibt.

    Bietet im Termin niemand weiter und mehr, bis vielleicht sogar über die 5/10 Grenze, ist die 5/10 Grenze direkt gefallen und im zweiten Termin kann man dann frei bieten.

    Da kriegt man dann manchmal Buden (auch intakte Häuser die direkt bewohnbar sind) ab 5.000,00 Euro aufwärts.

    Auf die letzte habe ich dann 9.000,00 Euro geboten. Dann kommt in der Regel die Bank (oder der Gläubiger der die Versteigerung betreibt der immer Kapitän auf dem sinkenden Schiff ist) und sagt, dafür geben wir die Bude nicht ab.

    Ich habe mich dann -neben dem abgegebenen Gebot in Höhe von 9.000,00 Euro- mit dem Gläubiger geeinigt und 6.000,00 Euro drauf gelegt (die separat an die Bank/den Gläubiger zu zahlen sind) und hatte für dann insgesamt 15.000,00 Euro eine Bude. Alles selbst gemacht und für Renovierungen 25.000,00 Euro rein gesteckt macht das dann 40.000,00 Euro für eine 60 m² große Bude. Günstiger geht es nicht.

    Zu jeder in der Zwangsversteigerung befindlichen Bude gibt es ein Gutachten, wo alles schön beschrieben ist, sodann der Sachverständige Zutritt hatte (klar, am besten nur auf Buden bieten, bei denen der Sachverständige Zutritt hatte und der nicht verwehrt worden ist, ansonsten sind diese Gutachten wenig aussagekräftig).

    Man braucht halt nur Zeit, bis wieder der nächste Versteigerungstermin angesetzt ist usw..

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  10. Kleinanzeige aufgeben.

    Frau mit Haus gesucht zwecks späterer Heirat. Zuschriften an Adresse Chiffre XXY. Bitte Bild vom Haus beilegen.

  11. Für Hinweise aller Art bin ich ...

    ... sehr dankbar!

    Ich möchte so wenige Sanierung- und Renovierungsarbeiten am Haus wie nur irgend möglich, da man auf dem Land ebenso diese Immo-Blasen-Preise bezahlen müsste, aber am Ende doch ohnehin nur die Abrißbirne ins Wohnzimmer fliegt. Vielleicht kommt irgendwann noch eine Abwrackprämie? Wer weiß? :-)

    Wie sieht es denn in Österreich und der Schweiz aus? Hat der demografische Wandel dort auch schon derart heftig zugeschlagen?

    Ich kenne etliche Fälle von verzweifelten Hausbesitzern (insb. ortsfremde Erben), welche froh wären zeitnah einen Abnehmer zu finden. Nur wenige Bürger sind im Alter bereit auf die übliche städtische Infrastruktur zu verzichten. Einige Makler sind auch bei passablen Objekten jahrelang beschäftigt bzw. reduzieren ihre Bemühungen auf ein Minimum. Das kenne ich auch ganz anders! Niemand interessiert sich dafür. Wenn ich es nicht kaufe, wird es wohl rückgebaut werden müssen. Einen Reihenhausteil aus einer Zwangsversteigerung für um die 10000€ (erfolgreiches Gebot!), da kann ich mich auch noch dran erinnern. Wollte absolut keiner haben! Das war schon der X-te Zwangsversteigerungtermin! Also mit 60m² lasse ich mich nicht abspeisen! Da geht noch was!

    Auf dem Land gibt es halt diese ganzen Besonderheiten, die ich von der Stadt her nicht kenne. Die Preisfrage mal beiseite, ich würde mehr Informationen zur Bausubstanz begrüßen. Es geht mir hier dahingehend auch um alle gängigen Fallstricke.

    z.B.
    generell nur ohne Brunnen/Kläranlage?
    generell nur Massivbau?
    generell nur Nachkriegsbauten?
    generell nur alle Hausseiten gedämmt? - und nicht nur 3 oder ähnliches?
    generell nur Keramikdachziegel? - und kein Schieferdach oder ähnliches?
    generell nur moderne Doppelverglasung? - und keine Kastenfenster oder ähnliches?
    Auf dem Land weht bei Unwetter bspw. auch ein ordentlicher Wind über das Gelände, da wenig bebaut. Haut es hier einem schneller die Fenster oder das Dach weg? Haben die Häuser überhaupt alle einen Blitzableiter?
    "Drehen die mir den Hahn ab", wenn die Strassenzüge sich weiter leeren sollten?
    ff. etc. pp.

    Wo wir gerade bei Fallstricken sind: "Frau mit Haus gesucht zwecks späterer Heirat." - gewisse Variablen könnten alles ganz schnell ungeheuer unberechenbar werden lassen, das lassen wir dann mal lieber :-)

  12. ich noch mal ...

    Der Immobilienmarkt ist halt so, dass da, wo die Häuser wenig kosten, keiner hin will.

    Die Schweiz ist besonders hochpreisig, weil eine Immobilie in der Schweiz auch für Ausländer eine steuerbegünstigte sichere Wertanlage darstellt.

    Um möglichst viel Haus für möglichst wenig Geld zu bekommen, muss man sich zuerst mal für eine Gegend entcheiden, dann dort sehr intensiv den Markt studieren und eventuell selbst aktiv werden.

    Da es überall Leute gibt, die mit Immobilien Geschäfte machen, ist alles, was sich vom Preis her gewinnbringend aufwerten lässt (Renovation, oder Abbruch und Neubau), nicht lange im Angebot.

    Die Bauweisen sind regional sehr unterschiedlich.

    Wer die angetroffene Bausubstanz nicht selbst beurteilen kann, muss sich Fachwissen einkaufen.

    Was einem mit alten Häusern so zustossen kann, lässt sich trefflich auf fachwerk.de erlesen. Viel Erfolg!


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