Neubau

Definition Rohbau

Guten Abend, ich hoffe diese Frage kam nicht schon einmal irgendwo vor, den ich habe keine alternative gefunden. Wir haben für einen Kunden einen Rohbau laut Angebot( mit allen innbegriffenen Gewerken) hergestellt. Rohbau wie Angeboten inkl. Schonstein, ohne Erdarbeiten und ohne Dachstuhl. Jetzt bemängelt der Kunde , das wir keine Innenversiegelung der Fensterbänke machen( wurde von uns auch nicht angeboten, da es für uns ein klares Malergewerk ist) und die Außenversiegelung der Fenster ( die Fenster wurden bauseits geliefert und eingebaut)haben wir auch nicht angeboten und aufgrund dessen auch nicht ausgeführt. Meine Frage ist jetzt, da ich es nirgends richtig finden kann, zählen den nicht die von uns aufgefürten Positionen im Angebot? Ich habe mittlerweile angst , das wir auch noch die Küche etc. liefern sollen;-)

Name:

  • G.S.
  1. wieso Rohbau-Definition? Es geht doch um Ausbau!

    Ein Rohbau besteht aus Betondecken und Mauerwerk ohne Dach sowie Löcher, wo später Fenster und Türen reinkommen. Später kommen die Ausbaugewerke. Jedes Gewerk hat Schnittstellen zu anderen Gewerken und üblich ist eine "betriebsfertige" Montage. Haben Sie die Innenversiegelung der Fensterbänke beim Maler ausgeschrieben? Nein. Vor dem Maler kommt noch der Verputz. Ohne separate Ausschreibung gehört die Innenversiegelung der Fensterbänke zum Gewerk. Für alle Gewerke gibt es Normen und Vorschriften, darin sind auch die Nebenleistungen enthalten, die nicht separat ausgeschrieben werden müssen. Die Silikonfuge am Waschbecken gehört auch zu Sanitär und nicht zum Fliesenleger.

    Name:

    • Klaus Kirschner
  2. Herr Kirschner irrt hier ein wenig!

    Silikonfugen sind generell gesondert auszuschreiben.

    Auch beim Rohbau gehört insbesondere das Dach hinzu.

    Siehe Wikipedia

    Als Rohbau bezeichnet man im Bauwesen ein Bauwerk, dessen äußere Kontur einschließlich der Dachkonstruktion fertiggestellt ist, bei dem jedoch noch kein Einbau der Fenster, keine Fassadenverkleidung und kein Ausbau des Inneren ausgeführt worden ist.

    Bevor jetzt hier Wikipedia gegröle aufkommt ist zu bemerken, das dies Ingenstau/Korbion und Werner Pastor sowie als auch Kapellmann/Messerschmidt in ihren Baurechtskommentaren auch so sehen.

    Auch die Kommentierungen zur MABV sehen dies ebenso.

    Nun käme es explixit darauf an, was der Fragesteller als zu lieferndes Bausoll vereinbart hat?

    Vielleicht beschreibt der Fragesteller dies einmal ein wenig genauer um genauere und hinreichend verlässlichere Antworten erhalten zu können.

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  3. Klarheit

    Zur Klarheit sollte gehören, dass der Fragesteller Auskunft über die Art des Auftrages gibt. Die umfassende Überschrift ist "Definition Rohbau" mit der Mitteilung "ohne Erdarbeiten, ohne Dachstuhl" "laut Angebot mit allen inbegriffenen Gewerken" und "bauseitigen Fenstern" Solch ein Auftrag nach Angebot ist ungewöhnlich und es wird eine Menge weiterer Fragen und Forderungen geben, Siliconfugen werden das geringste Problem sein. Und wikipedia hilft auch nicht wirklich. Wenn Sie auf eine unklare Planung/Anfrage in Ihrem Angebot nicht ausdrücklich auf eine Leistungsabgrenzung hingewiesen haben, kann das mit der Küche passieren, denn es werden nicht nur Siliconfugen vergessen sein. Spätestens wenn der kunde das Angebot nach den Bedingungen der VOBA, VOL und sonstigen Normen durchforstet wird es eng. Haben Sie wirklich ein Haus für einen Kunden gebaut oder handelt es sich um ein Modell?

    Name:

    • Klaus Kirschner
  4. Hier die Details...

    Ich danke schon einmal für die Antworten und nenne hier noch einmal die Details.

    Das Angebot, das als Vertragsbestandteil des Bauvertrages für einen Rohbau galt, wurde detailliert mit den von uns angebotenen Positionen erstellt . Angefangen mit Herstellung Fundamente und der Sohlplatte, Mauerwerk EGA und OGA, Innenmauerwerk, Verblenderarbeiten, Lieferung Betondecke. Es wurden alle von uns zu erbringenden Gewerke deutlich in dem Angebot ausgeschrieben . Wir haben keinen Dachstuhl etc. Angeboten, weil der Kunde diese arbeiten,( wie auch Fenster, Maler , Innenausbau, Fliesen, Heizung und Sanitär, Elektro, in Eigenleistungen erbringen wollte. Wie kann es jetzt sein , das sich hier die Frage stellt, das wir z.b. doch ein Dachstuhl herstellen müssen????

    Wenn man schon alle Leistungen im Angebot Haargenau aufführt, verstehe ich diese Thematik nicht?

    Ich freue mich auf Antworten.....:-)

  5. ein Problem, zwei Experten, drei Meinungen

    Das ist nun mal so wenn die Antwort nicht mit ja oder nein zu beantworten ist, als Steigerung nennt man dann noch den Namen in der Überschrift. Aber mit den Details wird es klarer: Sie haben einen Auftraggeber, der viel Eigenleistung erbringt. Wenn der Auftrag so detailliert und exakt ist sollte bei Zusatzarbeiten der O-Ton sein: "gerne machen wir ein Zusatzangebot"

    Name:

    • Klaus Kirschner
  6. Die Definition Rohbau ist so wie von mir beschrieben!

    Daran ändern auch die Erklärungen von Herrn Kirschner nichts! Die Urteile dazu sind ebenso zahlreich wie umfangreich. Ergänzend sei für Herrn Kirschner noch einmal darauf hingewiesen, dass ich nicht nur Wikipedia angeführt hatte sondern ebenso auf namhafte Proffessoren in ihren jeweils neuesten Kommentierungen hingewiesen hatte ist wohl Herrn Kirschner irgendwie entgangen.

    VOBA und VOL sind wohl in den meisten Fällen auch eher zu vernachlässigen, weil mit einem Privatkunden der nicht gleich selbst Kaufmann, Jurist, Notar oder selber Handwerksmeister ist, kann dies ja gar nicht mehr rechtsgültig vereinbart werden. Vereinbart werden schon aber nicht so, dass alle Parafen auch uneingeschränkt Bestand hätten und sodann, sogleich auch noch einer Inhaltskontrolle stand halten würden. Da stellt sich dann die Frage, was haben wir denn für einen Kunden? Einen Privatkunden oder einen mit den §§ bewanderten?

    Die Frage ist doch, was wurde angeboten. Wenn da steht, Angebot für einen Rohbau, wird es schwierig werden.

    Eine Ausschreibung gab es nicht, so wie es beschrieben wird sindern lediglich ein Angebot vom Unternehmer, der sich das LVA selbst zusammen gestellt hat. Wer sich den Schuh anzieht, der haftet auch für die Vollständigkeit der Leistungsbeschreibung.

    Wiederum anders sieht es aus, wenn eindeutig nur "Rohbauarbeiten" angeboten und beauftragt worden sind, anstelle eines Rohbaus.

    Es stellt sich die Frage, .......... sagt der Fragesteller nur, wir haben einen Rohbau angeboten, so wie es umgangssprachlich an- und ausgesprochen wird oder hat er wirklich geschrieben, "wie folgt bieten wir Ihnen den Rohbau an" und diesen Auftrag dann auch entgegen genommen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  7. Der Satz ist mir unverständlich

    "zählen den nicht die von uns aufgefürten Positionen im Angebot?"

    Zum Rohbau würde ich die Beton- und Mauerwerksarbeiten zählen. Dazu kommt der Dachstuhl des Zimmermanns und die Abwasserleitung.

    Installationen und Verputz der Innenwände zählt nicht dazu.

    Grundsätzlich kann nur das gefordert werden, was auch angeboten wurde. Dazu kommen kostenlose Nebenleistungen, wie ein Gerüst zum Mauern.

    Diese zusätzlichen Nebenleistungen bei Beton- und Mauerwerksleistungen sind in der VOBA/C geregelt.

    Dazu gibt es auch bebilderte Kommentare. Die wird man als Unternehmer oft brauchen. Man kann sie dem Kunden vorlegen und Auseinandersetzungen schnell regeln.

  8. Bei einem versprochenen Rohbau,

    und dessen Lieferung ist es uninteressant, was die VOBA/C sagt, sodann die ja ohnehin privatrechtlichen Verträgen kaum an Relevanz gewinnt, obgleich diese heran gezogen werden "können".

    Wichtig ist, was zur Lieferung versprochen wurde, ......... Lieferung eines Rohbaus, oder ..............., die Lieferung der angebotenen Arbeiten.

    Was wurde genau zur Lieferung vereinbart? Diese Frage kann uns nur der Fragesteller selbst beantworten!

    Auch hier sind die Urteile einschlägig.

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Reinartz

  9. Verzettelt

    Ich glaube die Kollegen Fachleute und Forumsberater verzetteln sich hier etwas in der juristischen Theorie.

    Wenn ich es richtig verstanden haben liegt das Problem wie folgt:
    1. Der Fragesteller hat den Rohbau erstellt.
    2. Der vom BH beauftragte Fensterbauer hat die Fenster eingebaut.
    3. Es fehlte vorab eine Klärung, wer wie die Fensteranschlussfugen herstellt und nun versucht der Bauherr diese Schnittstellenlösung dem Rohbauer überzuhelfen.

    Meine Frage:
    Wie/womit sollen denn die Fensterfugen ordentlich nach Techn. RiLi Nr.20 des Glaserhandwerks abgedichtet werden?

    Mein Gedanke dazu:
    a) überputzbare Dichtbänder hätte der Fensterbauer liefern müssen.
    b) APU-Leisten hätte der Fensterbauer oder Putzer liefern und der Putzer einbauen müssen

    c) Silikonfugen/Acrylfugen gehören ins Malerhandwer (Ausbau)

    Wenn der Bauherr Innenputz und Malerarbeiten in Eigenleistung oder Direktvergabe erledigt, dann zahlt er auch die Zeche für die inneren Fensteranschlüsse.

    Außen ist Verblendmauerwerk mit im Rohbau enthalten? Der äußere Kompriband-Anschluss sollte hier Sache des Fensterbauers sein. Derartige Dichtbänder sind ja keine reguläre Maurerarbeit (auch nicht bei Sichtmauerwerk). Aber vermutlich kamen erst die Fenster rein und danach wurde die Klinkerfassade fertig gebaut und nun will der Fensterbauer keinen weiteren Ortstermin "nur für die Dichtbänder" machen und der Bauherr fordert sie deshalb vom Rohbauer. Typisches Baustellengezerre.

  10. es ging nur um die Innenversiegelung der Fensterbänke

    Eigendlich Peanuts bei solch einem Auftrag. Aber die Überschrift der Eingangsfrage ist nicht zielführend. Die Belehrungen über die "Definition Rohbau" könnten den Fragesteller in den Ruin treiben wenn dessen Kunde auch hier ist.

    Name:

    • Klaus Kirschner
  11. Rohbau

    Ich hätte eine ergänzende Frage zum Verständnis:

    Gehören zum Rohbau nicht auch die Aussparrungen für die Lüftung, Versorgungs- und Entsorgungsleitungen?

    Mir ist bekannt, dass oft "Löcher" nachträglich gestemmt werden, aber orginär sind die Aussparrungen doch in der Wandschalung oder Deckenschalung vorzusehen (so hat man es mir in der Lehre vor 40 Jahren beigebracht). Nur ist das so?

    Ich höre nämlich immer wieder, dass Aussparrung in der Decke für die Verlegung der Entsorgungsleitungen oder der Lüftungseinrichtung Sache des Gewerkes Sanitär sind, aber das halte ich für bautechnischen Unsinn.

    Wie denken die Teilnehmer des Forums und welche Regelwerke belegen das?

  12. Antwort ganz einfach

    Nicht die Herstellung der Durchbrüche ist Sache von HLS sondern deren Planung!!!

    Wenn es keine Abstimmung zwischen Fachplaner und Architekt/Statiker gibt, dann gibts auch zu wenig oder falsche Durchbrüche. Wenn der Haustechnik-Planer mit der Vorlage seiner Planung so lange wartet, bis der Rohbau schon steht und seine Planung erst 14 Tage vor Arbeitsbeginn der HLS-Installateure auf die Baustelle kommt, ja dann kann man vom Rohbauer nix mehr fordern. Er hat dann halt nach unzureichender Durchbruchplanung (ohne Durchbrüche) gebaut. Dann ist es Sache der allgemeinen Rettungskoordination durch Bohr- und Stemmarbeiten das nachzuholen, was der Planungsverzug verursacht hat. In einem solchen Fall ist es dann selbstverständlich üblich die Kosten für Bohr- und Stemmarbeiten dem HLS-Gewerk überzuhelfen.


Hier können Sie Antworten, Ergänzungen etc. einstellen

  • Keine Rechtsberatung in diesem Forum - dies ist Rechtsanwälten vorbehalten.
  • Zum Antworten kann der Fragesteller sein selbst vergebenes Kennwort verwenden.
  • Andere Personen können das Kennwort wiki oder Ihr Registrierungs-Kennwort verwenden.
  • Kennwort